Musiklehrerin Lucia Falcioni (l.) hat ihre Kommilitonin Sezen Karakas (M.) und ihre Schwester Florencia Falcioni mit zum Konzert gebracht. FOTO: PV
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Musiklehrerin Lucia Falcioni (l.) hat ihre Kommilitonin Sezen Karakas (M.) und ihre Schwester Florencia Falcioni mit zum Konzert gebracht. FOTO: PV

Gassenhauer mit Geige, Klavier und Cello

  • vonred Redaktion
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Butzbach(pm). Das jährliche Lehrerkonzert der Musikschule war gerade noch möglich. Es wird traditionell am letzten Oktoberwochenende in der Wendelinskapelle veranstaltet. In diesem Jahr allerdings ohne den Katharinenmarkt als zusätzlichen Anlass.

Viele Vorbereitungen hat es bundesweit zur Feier des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven gegeben. Die wenigsten durften durchgeführt werden, und so war das auftretende Künstlerteam froh, dass das Lehrerkonzert stattfand. Schulleiterin Marion Adloff begrüßte die Masken tragenden Zuhörer. Auf dem Programm des Konzertes standen zwei Kammermusikwerke und eine Klaviersonate Beethovens. Maike Kunstreich, Cellistin, Cellolehrerin und Vorstandsmitglied der Musikschule, brachte ihren langjährigen Klavierpartner Wolfgang Hess und die 3. Sonate in A-Dur mit. In der Durchführung des ersten Satzes Allegro ma non tanto verwendet Beethoven das Thema "Es ist vollbracht" aus der Johannespassion von Johann Sebastian Bach, welches Kunstreich zu Beginn vorspielte, damit man es bei der Cellosonate wiedererkennen konnte.

Das anschließende Scherzo spielten die beiden Künstler mit sehr viel Witz. Der letzte Satz beginnt mit einem Adagio cantabile. Den schönen zarten Klängen, gut austariert zwischen dem Spiel von Wolfgang Hess und der Cellistin, folgte das Allegro vivace in großartigem Zusammenspiel, was sich besonders bei den Synkopen sehr mitreißend auswirkte.

Meilenstein in Musikgeschichte

Die Pianistin und Musikschullehrerin Michelle Lewis hatte sich für die Klaviersonate Nr. 21 entschieden. 32 Klaviersonaten hat Beethoven insgesamt komponiert, die auch heute noch ein Meilenstein in der Klavierliteratur darstellen. Lewis trug daraus den zweiten und dritten Satz vor.

Der eher kurze, sehr langsame und vor allem mit punktierten Rhythmen spielende zweite Satz trägt die Bezeichnung Introduzione und führt zum Rondo. Dieses beginnt mit einem moderaten Tempo, führt durch verschiedene musikalische Gedanken zwischen den wiederkehrenden Rondothemen und endet mit einem Prestissimo. Die vielen schnellen Triolenpassagen wurden von der Künstlerin sehr virtuos gespielt, souverän auch die Takte gemeistert. Ihre überzeugende Interpretation der Waldsteinsonate mache es zu einem besonderen Erlebnis. Die Musikschule ließ das Konzert bei leicht geöffneten Türen und stummem CO2-Messgerät laufen. Nachdem dieses nach der Klaviersonate immer noch grünes Licht gab, wurde die Veranstaltung ohne Lüftungspause fortgesetzt.

Seit gut einem Jahr ist Lucia Falcioni als Cellolehrerin an der Musikschule tätig. Für das Lehrerkonzert brachte sie zwei Kommilitoninnen mit: ihre Schwester Florencia Falcioni, Geige und Sezen Karakas, Klavier. Die drei hatte das Gassenhauertrio einstudiert. Ursprünglich für die Besetzung Klarinette, Cello und Klavier geschrieben, gibt es jedoch auch eine Version, in welcher die Klarinette durch die Geige ersetzt wird.

Den ersten Satz, Allegro con brio, spielten die drei Künstlerinnen wahrlich mit Feuer, punktgenau die schnellen Läufe und in guten Blickkontakt zueinander. Im Adagio wurden liebevoll die einzelnen Veränderungen herausgearbeitet. Karakas, hier am Klavier deutlich mehr als die anderen beiden Instrumente gefordert, bewältigte ihren Part mit Leichtigkeit. Im Finale verwendet der Komponist einen Gassenhauer seiner Zeit, daher der Beiname dieses Klaviertrios opus 11. Das Thema "Pria ch’io l’impegno" aus der inzwischen nicht mehr bekannten Oper "L’Amour mariano" von Joseph Weigl wurde zu Beethovens Zeit überall in Wien auf der Straße gesungen und gepfiffen, ein echter Gassenhauer eben.

Mit dem spritzigen Spiel von Florencia Falcioni, Lucia Falcioni und Sezen Karakas sowie dem witzigen Schluss dieses letzten Satzes endete ein spannendes und beeindruckendes Konzert.

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