Fünf Jahre Haft für Missbrauch

  • VonConstantin Hoppe
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Butzbach (con). Eine fast fünfjährige Freiheitsstrafe für den schweren sexuellen Missbrauch eines Kleinkindes - so lautet das Urteil gegen den 31-Jährigen, der im Mai 2020 die nicht einmal zweijährige Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin missbraucht hat. Zum schweren sexuellen Missbrauch kommt die Anfertigung von kinderpornografischem Material hinzu:

Denn die Tat filmte er mit seinem Handy (die WZ berichtete).

Das Landgericht Gießen sah den Tatvorwurf als erwiesen an und schloss sich bei der Strafzumessung der Forderung von Staatsanwältin Yvonne Vockert an. Auch darüber hinaus folgte die Kammer in den meisten Teilen der Erklärung der Staatsanwaltschaft: Danach verging sich der heute 31-Jährige am 20. Mai 2020 an der Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin. Da diese an der Arbeit war, sollte er an diesem Tag auf das kleine Mädchen aufpassen. Während er dies tat, nahm er sich und das Kind mittels der Kamera an seinem Smartphone auf. Insgesamt fertigte er drei kurze Videoclips, auf denen er teilweise auch zu erkennen war.

Auf die Spur kam man dem Angeklagten durch einen Zufall: Bei einem Besuch in Grünberg - der Mann wohnte bis zu seiner Verhaftung in Reiskirchen - verlor er sein Smartphone. Das Handy wurde dort einige Wochen später von einem Zeugen bei Grünschnittarbeiten gefunden. Dieser schaute nach, ob sich noch Daten auf dem Telefon befinden, über die man den Besitzer herausfinden könne. »Als ich das Video startete, wurde mir richtig schlecht«, hatte der Finder bei einer vorhergehenden Sitzung erklärt. Er brachte das Smartphone zur Polizei.

Die Mutter des Kindes wusste offenbar nichts von der Tat: Erst als die Polizei zu einer vorsorglichen Wohnungsdurchsuchung bei ihr auftauchte, wurde sie über die Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner aufgeklärt.

Die Verteidigung bestritt keineswegs die Vorfälle, sah darin jedoch einen Fall von sexuellem Missbrauch ohne die entsprechende Schwere und forderte eine rund halb so hohe Freiheitsstrafe, wie abschließend verhängt wurde.

Spätes Geständnis

Dass das Urteil nicht höher ausfiel, lag auch an der Einlassung des Angeklagten: In seinen letzten Worten, die ihm vor dem Urteil zukamen, räumte er die Tatvorwürfe ein. Zuvor hatte er noch behauptet, keine Erinnerung an den Tattag zu haben, da er einen Medikamentencocktail geschluckt habe, um seinem Leben eine Ende zu setzen.

»Ohne das späte Geständnis hätten wir eine Strafe von deutlich über fünf Jahren verhängt«, sagte der Vorsitzende Richter Jost Holtzmann. Letztlich verurteilte das Landgericht Gießen den Angeklagten zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten.

Es bleibt zu hoffen, dass das Kind keine Erinnerungen an die Tat behält.

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