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Die Teilnehmenden des Bürgerspaziergang im Griedeler Wald wollen keine Ortsumgehung.

»Der Wald wird zerschnitten«

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Butzbach (pm/bf). Die möglichen Folgen eines Neubaus der Bundesstraße 3a im Griedeler Wald hat der Stadtverband der Butzbacher Grünen vergangenen Samstag bei einem Bürgerspaziergang aufgezeigt. Der Bau ist umstritten - und noch keinesfalls in trockenen Tüchern.

Gemeinsam mit der Wetterauer Bundestagskandidatin Michela Colletti trafen sich am Parkplatz Windhof interessierte Bürger, Mitglieder der BI »Butzbach bewahren - keine B3a« und Grüne-Stadtverordnete. Sabine von zur Mühlen begrüßte als Vorständin des Stadtverbandes die Teilnehmenden und wies darauf hin, dass der Griedeler Wald ein lokaler Grundwasserspeicher mit angrenzendem Heilquellenschutzgebiet sei. »Die mannigfaltigen seltenen Tiere und der kostbare Ackerboden gingen durch einen Straßenbau unwiederbringlich verloren.« Sie dankte Sarah Hölzel, die als Mitglied des Grünen-Ortsverbandes, des NABU und des BUND Butzbach die Führung organisiert hatte.

Im Mittelpunkt stand die mögliche Trassenführung, die nach Ansicht der Teilnehmer die landwirtschaftlichen Flächen zerstören und den Zugang zum Griedeler Wald behindern würde. Viele zeigten sich laut der Pressemitteilung besorgt über die »noch nicht abschätzbaren Schäden«, die der Griedeler Wald nehmen könnte. Noch sei die Breite der Straße nicht festgelegt, zu der auch Straßenbegleitflächen und Lärmschutzwälle gehören würden - was einen erheblichen Flächenverbrauch zur Folge habe. »Der Weg von der Stadt in den Wald und zu den angrenzenden Gemeinden wird zerschnitten, Abgase werden verstärkt in die Stadt ziehen, die Besichtigung des Limes und das Naturerleben wird insgesamt eingeschränkt, was Einbußen hinsichtlich einer touristischen Erschließung zur Folge hat. Die Wanderwege der Wildkatze als besonders schützenswerte Art werden zerstört«, führte Sabine von zur Mühlen aus.

Die Ortsumgehung Butzbach ist vom Bundestag im 2016 verabschiedeten Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen in die Kategorie »Vordringlicher Bedarf« eingestuft worden. Colletti betonte, dass sie sich für eine Änderung des Bundesverkehrswegeplanes einsetzen wolle. »Bus und Bahn sollen so attraktiv werden, dass viele Menschen, insbesondere die Pendlerinnen und Pendler, umsteigen können.« Die Grünen würden mehr in Ausbau und Vernetzung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote investieren. »Das gilt besonders für die ländlichen Räume. Dort wird auch in Zukunft noch Auto gefahren werden, aber öffentliche Verkehrsmittel und Carsharing-Angebote sollen einfach kombiniert werden können.«

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