Das schönste Freibad Hessens? Vielleicht. In diesem Jahr bringt das allerdings nicht sehr viel: Das Schrenzerbad in Butzbach bleibt geschlossen.
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Das schönste Freibad Hessens? Vielleicht. In diesem Jahr bringt das allerdings nicht sehr viel: Das Schrenzerbad in Butzbach bleibt geschlossen.

Freibad bleibt zu

Butzbacher Schwimmbäder: Schlechte Aussichten für Schwimmer

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Das Schrenzerbad bleibt diesen Sommer zu. Das allerdings wollen viele nicht hinnehmen - und rufen zu einer Demonstration auf: Samstag, 10 Uhr, auf dem Marktplatz.

Die Butzbacher wollen wieder schwimmen gehen. Da das aber in diesem Jahr nichts mehr wird - zumindest nicht in den Freibädern der Stadt -, wollen einige am Samstag demonstrieren. Um 10 Uhr soll es auf dem Marktplatz losgehen. Auf der Facebook-Seite »Schrenzerbad Butzbach« wird zur Teilnahme aufgerufen. Nach eigenen Angaben ist es ein Account von Stammschwimmern und einigen Schwimmmeistern. In dem Beitrag zur geplanten Demonstration heißt es: »Viele andere Freibäder bekommen es auch hin!« Und: »Kommt zahlreich und setzt ein Zeichen! Butzbach will baden gehen!!!!« Die Versammlung sei angemeldet.

Danach, dass es mit dem Baden klappt, sieht es allerdings nicht aus. Laut Geschäftsführer der Energie und Versorgung Butzbach GmbH, Michael Weiß, sprechen mehrere Gründe dagegen.

Ein Grund sei die durch das Coronavirus bedingte Situation. Zudem soll das Schrenzerbad in diesem Sommer saniert werden - es gibt einen entsprechenden Förderbescheid vom Land.

Butzbacher Schwimmbäder: Öffnung wird für ein Risiko gehalten 

In mehreren Beschlussvorlagen, die Mittwochabend im Bauausschuss thematisiert und von diesem beschlossen worden sind, wird die Situation rund um die drei Butzbacher Bäder (Hallenbad, Schrenzerbad und Freibad in Maibach) dargelegt - und eine Öffnung diesen Sommer ausgeschlossen. Zwar stammt der Vorlagentext aus der Zeit, bevor vonseiten der Landesregierung mitgeteilt wurde, die Schwimmbäder dürften wieder öffnen. Dennoch bleibt Weiß bei dem darin vertretenen Standpunkt.

In der Vorlage heißt es u. a., dass bei einer Bädereröffnung aufgrund des Coronavirus »ein nicht absehbares und kalkulierbares Risiko für die Gesundheit der Beteiligten entstehen« werde. Und: »Aus Sicht der Geschäftsführung ist eindeutig die Gesundheit der Bevölkerung bzw. die der Badegäste und der Mitarbeiter der Butzbacher Bäderbetriebe vorrangig zu berücksichtigen.«

Die Mitarbeiter seien zudem seit Beginn der Corona-Maßnahmen in Kurzarbeit. »Zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden für das Unternehmen werden die notwendigen Vorarbeiten für die Badesaison 2020 bewusst eingestellt.« Vorsorglich sei zwar ein Pandemie-Plan erstellt worden, nach den Berechnungsgrundlagen könnten jedoch max. 167 Personen gleichzeitig ins Schrenzerbad - und auch nur in das große Schwimmbecken. Sprungbereich und Nichtschwimmerbecken müssten gesperrt bleiben. Betreiber von öffentlichen Badeeinrichtungen würden dadurch verpflichtet, »ganze Kundengruppen, wie bspw. Eltern mit Kindern« auszuschließen, heißt es. Auch wisse man nicht, ob man das Schwimmbad nicht wieder nach ein paar Wochen schließen müsse.

Butzbacher Schwimmbäder: Läuft alles nach Plan, soll 2021 wieder geöffnet werden 

Neben diesem Punkt komme noch die geplante Sanierung hinzu. Man befinde sich bereits in der Ausschreibungsphase, sagt Weiß. Es solle im September mit den Bauarbeiten losgehen. Läuft alles nach Plan, soll das Schrenzerbad 2021 wieder öffnen können.

Vergangenen Mai ist der Bescheid für eine Landeszuwendung aus dem Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm gekommen. Die Stadt bekommt Fördermittel in Höhe von 681 000 Euro für die Sanierung. Grundlage ist ein Antrag aus 2019: Das Bad soll für rund 2,8 Millionen Euro erneuert werden.

Das Butzbacher Hallenbad ist ohnehin geschlossen. War es schon vor den Corona-Maßnahmen. Der Grund dafür ist ein Materialschaden an der Decke. In dem vom Bauausschuss angenommenen Beschluss heißt es dazu: Zunächst sei man davon ausgegangen, dass die Aufhängungen der Lampen an den verbauten Alu-Traversen und dessen Befestigungsmaterial die Ursache für den aufgetretenen Schaden gewesen seien. Nach weiteren Untersuchungen von Sachverständigen habe sich jedoch herausgestellt, dass die komplette abgehängte Decke und deren Befestigungen in der Schwimmhalle, im Nichtschwimmer- und im Kinderbeckenbereich sowie in Duschen und Umkleiden unsachgemäß sowie mit nicht zugelassenem Befestigungsmaterial angebracht wurden (das Bad ist 2013 nach 17-monatiger Sanierung eröffnet worden). Die Stadt hat einen Anwalt engagiert, man gehe von einem langwierigen Gerichtsverfahren aus. Nun sollen die Reparaturarbeiten (und zeitgleich die jährlichen Wartungsarbeiten) aber so schnell es geht abgeschlossen werden. Damit das Hallenbad diesen September wieder öffnen kann.

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