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Stephanie Falck sagt: Mit einem aufgeräumten und sortierten Zuhause können wir uns viel Ärger und Stress ersparen.

Tipps zum Aufräumen

Ausmisten - und sich besser fühlen

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Schlüssel, Geldbörse, Dokumente - im Schnitt sind wir eine Stunde pro Tag mit Suchen beschäftigt, sagt Stephanie Falck. Die Butzbacherin, die zertifizierter Ordnungcoach ist, berät Haushalte, »die sich mehr Ordnung und Struktur in ihrem Zuhause wünschen«.

Warum ist der Frühling eine gute Zeit zum Ausmisten?

In der Winterzeit sind die Tage kürzer, man ist weniger aktiv. Dann, im Frühling, wacht die Natur auf, alles beginnt neu. So haben wir den Wunsch, aufzuräumen, alles sauber zu machen, den Neustart einzuleiten.

Warum sollte man überhaupt ausmisten?

Es gibt einen Spruch: »In einem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele aufgeräumt.« Ordnung kann helfen, mehr Klarheit zu bekommen und einen entspannteren Alltag zu haben. Unordnung belastet. Beispiel Kleiderschrank: Was sich darin verbirgt, sieht keiner. Aber aus den Augen ist nicht aus dem Sinn, weil man weiß, da herrscht Chaos.

Wenn man nun vor diesem Berg an Sortierarbeit steht, ob der Kleiderschrank oder die bis zur Decke gefüllte Abstellkammer - wie schafft man einen Anfang?

Wenn man sich entscheidet, zu reduzieren und aufzuräumen, empfehle ich, sich vorab Gedanken zu diesem Thema zu machen: Was im Haushalt belastet mich genau? Der Dachboden ist voll, der Kleiderschrank quillt über, in der Garage steht alles Mögliche. Jeder hat eine subjektive Wahrnehmung davon, wie sein Wohlfühl-Zuhause aussehen soll. Wenn man dann beginnt, ist es am besten, dort anzufangen, wo es am einfachsten ist, wo man Erfolgserlebnisse hat. Bloß nicht mit der Fotosammlung anfangen oder mit den Büchern, wenn man ein Bücherliebhaber ist.

Sondern?

Zum Beispiel mit der Krimskrams-Schublade in der Küche oder mit der Geldbörse. Dort befinden sich Sachen, von denen man sich leicht trennen kann. Man arbeitet sich langsam vor und sollte nach Kategorien vorgehen. Ein Beispiel: Wenn ich zu viele Handtücher habe, ergibt es keinen Sinn, ins Bad zu gehen, alles auszuräumen und letztlich diese wieder einzuräumen. Ich habe oft noch andere Handtücher - im Kleiderschrank, im Gästebad. Daher ist es gut, aus dem gesamten Wohnbereich alle Handtücher auf einen Haufen zu werfen und dann zu sortieren. Sich dabei zu fragen: Benutze ich alle? Es sollte eine bewusste Entscheidung sein, womit ich künftig leben will. Im Idealfall habe ich in meinem Umfeld nur Dinge, die mir gefallen.

Aber irgendwann sind die Erinnerungskisten dran…

Erinnerungsstücke empfehle ich, als allerletztes anzugehen. Dann, wenn man ein besseres Gefühl fürs Loslassen bekommen hat. Am besten nehme ich eine schöne Erinnerungsbox, in die ich Dinge lege, bei denen ich mich bewusst dafür entscheide, mich nicht von ihnen zu trennen.

Und der Rest?

Es gibt auch Dinge, die ich weiterverschenken kann, ihnen ein »zweites Leben« gebe und so auch Nachhaltigkeit fördere. Aber dann gibt es eben die Sachen, die ich nicht loslassen kann, die aber zu viel Platz wegnehmen. Ich kann jedoch überlegen, ob ich ein Foto davon mache, zum Beispiel von der Vase der Oma. Die Vase gebe ich weg, das Foto lege ich in die Erinnerungsbox. Oder ich kann folgenden Test machen: die Vase in meinem Zuhause platzieren. Dann habe ich immer noch Zeit, zu entscheiden, ob diese in mein Zuhause passt. Oft können wir auch nicht loslassen, weil wir Angst haben, dass die Erinnerung verloren geht. Zum Beispiel beim Abi- oder beim Hochzeits-Kleid. Sie ist aber nicht daran gekoppelt; die wahre Erinnerung bleibt weiterhin bestehen.

Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie Dinge, die Sie eigentlich nicht wollen, sie aber auch nicht ausmisten können?

Ich habe zum Beispiel ein Geschenk zur Hochzeit bekommen: eine Deutschlandkarte aus dem 19. Jahrhundert. Ich habe es noch nicht geschafft, mich davon zu lösen, überlege aber: Verkaufe ich sie, verschenke ich sie? Das braucht eben noch Zeit.

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