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Auch »Heroin-Omas« Bruder muss hinter Gitter

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Butzbach/Friedberg (lk). »Es war eine Dummheit, die ich da gemacht habe. Es tut mir Leid«, sagte Johann R. (Name geändert, die Red.) bei seiner gestrigen Verhandlung vor dem Friedberger Schöffengericht. Ebenso wie seine ältere Schwester, die als »Butzbacher Heroin-Oma« bekannt geworden ist, muss der 57-Jährige nun ins Gefängnis. Wegen Handels mit Heroin in 90 Fällen wurde er von Richter Dr. Markus Bange zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Butzbach/Friedberg (lk). »Es war eine Dummheit, die ich da gemacht habe. Es tut mir Leid«, sagte Johann R. (Name geändert, die Red.) bei seiner gestrigen Verhandlung vor dem Friedberger Schöffengericht. Ebenso wie seine ältere Schwester, die als »Butzbacher Heroin-Oma« bekannt geworden ist, muss der 57-Jährige nun ins Gefängnis. Wegen Handels mit Heroin in 90 Fällen wurde er von Richter Dr. Markus Bange zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Zwischen Oktober 2009 und Januar 2010 hatte der Butzbacher im Auftrag eines Bekannten mehrfach Heroin an den Mann gebracht. In jedem der 90 Fälle wechselten rund 15 bis 20 Briefchen - befüllt mit jeweils einem halben Gramm der Droge - den Besitzer. Nicht nur die Limesgalerie, sondern auch die Wohnung des Bekannten dienten als Umschlagsorte. Für seine Dienste wurde der seit Jahren abhängige Angeklagte mit Heroin entlohnt.

Er sei lange »clean« gewesen, bevor er Mitte Oktober 2009 wieder in Kontakt mit der Droge geraten sei, erzählte R. Derzeit konsumiere er kein Heroin mehr, gehe zur Drogenberatung und unterziehe sich regelmäßigen Drogentests. Am Tag seiner Verhaftung im Januar sei er auf dem Weg zu seinem Bewährungshelfer gewesen. »Ich wollte mit ihm darüber reden, wie ich aus der Sache wieder rauskomme«, schilderte Johann R.

»Wir saßen ja schon öfter hier zusammen«, sagte Richter Bange zum Angeklagten. Und fügte hinzu: »Da weiß man als Gericht irgendwann auch nicht mehr, was man noch sagen soll.«

Nachdem Bange das Vorstrafenregister des Butzbachers - dessen krimminelle Karriere 1983 begann - verlesen hatte, plädierte Staatsanwältin Sarah Otto. »Die Rückfallgefahr ist signifikant hoch«, meinte sie. Johann R. habe dafür gesorgt, dass es in Butzbach Nachschub an Heroin gegeben habe. Da der Angeklagte die Taten unter laufender Bewährung begangen hatte, sollten es zwei Jahre und sechs Monate Gefängis für ihn sein.

Pflichtverteidiger Werner Schäfer sprach sich für eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten aus. »Wenn er jetzt in den Knast geht, ist sein Schicksal besiegelt«, sagte Schäfer, der darauf hinwies, dass R. im Gefängnis keine Möglichkeit zur Therapie habe. »Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich da wieder reingeraten bin«, beteuerte der Angeklagte.

Wegen Heroinhandels in 90 Fällen verurteilte Richter Bange den Butzbacher schließlich zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Es sei nicht möglich gewesen, die Strafe noch einmal zur Bewährung auszusetzen. »Nicht bei den Vorbelastungen«, betonte Bange.

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