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Noch steht die Orgel auf der Westempore der Kirche, bald soll sie saniert werden.

7000 Euro für Orgel-Sanierung

Butzbach (alh). Über 260 Jahre steht die Orgel in der Evangelischen Kirche von Hoch-Weisel schon. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen - die Orgel muss saniert werden. Laut Gutachten und Kostenvoranschlag werden dafür rund 41 000 Euro fällig; das ist ein großer Betrag für die kleine Kirchengemeinde. Unterstützung kommt neben der Landeskirche auch von der Sparkassen-Kulturstiftung-Hessen-Thüringen und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, welche die Maßnahme gemeinsam fördern.

Die Förderung in Höhe von 7000 Euro ist Teil eines gemeinsam von der Sparkassen-stiftung und der Landesdenkmalpflege aufgelegten Restaurierungsprogramms. Damit wird seit 20 Jahren die Sanierung historischer Instrumente mit 20 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Die Fördersumme für Hoch-Weisel basiert auf einem früheren, niedrigeren Kostenvoranschlag.

Matthias Haupt, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung, Prof. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, und Dr. Bernhard Buchstab, Orgelsachverständiger und Konservator des Landesamtes, überreichten dieser Tage den Bewilligungsbescheid an Pfarrer Hans Werner Haas. Gekommen waren auch Stefanie Krieg für die Sparkasse Oberhessen und der EKHN-Orgelsachverständige Rainer Geitl sowie Pfarrerin Dagmar Haas, Organist Andreas Groth und Ursula Wendland und Thomas Dämon vom Kirchenvorstand.

Mit dem Förderprogramm sei neben der finanziellen Unterstützung auch die Anerkennung für den oft ehrenamtlichen Einsatz der Gemeindeglieder verbunden, betonte Haupt. »Orgeln sind in dreifacher Hinsicht Zeugnisse unseres historischen Erbes«, ergänzte Harzenetter. Sie seien bedeutende Kunst- und aufwändige technische Denkmäler, aber vor allem Klangdenkmäler. »Orgelmusik füllt und belebt unsere historischen Kirchenräume auf faszinierende und einmalige Weise.« Ziel des Förderprogramms sei es, die Vielfalt historischer Orgeln in Hessen zu erhalten und erlebbar zu machen.

Von einem Florstädter erbaut

Die Hoch-Weiseler Orgel wurde 1755 von Johann Friedrich Syer aus Nieder-Florstadt erbaut. Über den regionalen Bezug freut sich Buchstab besonders. Heute seien nur noch etwa zwölf der Instrumente von Syer erhalten. »Die Orgel ist für ihre Zeit sehr sensibel restauriert worden«, ergänzte Geitl erfreut. Die Hoch-Weiseler Orgel besitze einen besonders hohen Bestand an Originalsubstanz.

Die nun anstehende Sanierung übernimmt die Firma Förster und Nicolaus aus Lich. »Nach rund 30 Jahren ist eine Generalüberholung fällig«, sagte Groth, der die Orgel seit über 40 Jahren spielt. Inzwischen höre man die Mängel auch. Der barocke Klang der Orgel sei besonders, »damit hebt sie sich von den anderen Orgeln in der Region ab«.

Ein wesentlicher Teil der Maßnahme ist die Reparatur der Windanlage, da die Bälge rissig und porös sind. Außerdem sei der Winddruck zu niedrig gewählt, erläuterte Geitl. Man werde den originalen Winddruck wiederherstellen, was sich auf den Klang auswirke. »Die Orgel wird dann deutlicher, schöner und klarer klingen.« 2019 gab es bereits ein großes Konzert in der Kirche gemeinsam mit dem Musikverein. Das soll nach der Sanierung wiederholt werden.

Wann die Sanierung beginnen kann, steht noch nicht genau fest. Die Gemeinde freut sich aber über jede Spende. Interessierte können sich für weitere Infos an das Gemeindebüro wenden (Tel. 0 60 33/43 18, ev.kirchengemeinde. hoch-weisel@t-online.de).

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