Die Burg Wonnecken ist im Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
+
Die Burg Wonnecken ist im Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Von der Burg bis zum Gericht

  • vonRedaktion
    schließen

Windecken hat seinen Namen von der Burg Wonnecken. In Teilen ist die Burg, deren Anfänge bis ins Jahr 1262 zurückreicht, erhalten geblieben. Burg, der benachbarte Schlosskeller und der Hexenturm prägen das geschichtsträchtige Areal.

Die Mauern sind aus mächtigem Sandstein. Die beiden runden Türme über der Pforte ziehen den Blick auf sich. Die Burg Wonnecken hat Reinhard I. von Hanau im Jahr 1262 bauen lassen. Fast zweihundert Jahre blieb sie die Residenz der Herrschaft Hanau. Das Kapitel endete 1436.

Auf der grünen Info-Tafel am Eingang zur Burg werden Besucher über die Geschichte des Anwesens informiert.

Ahnenforscher über die Hanauer Linien, stoßen darauf, dass hier die Erben Philipp der Ältere (1417), der Uran der Linie Hanau-Münzenberg sowie Philipp der Jüngere (1449), der die Hanau-Lichtenberg-Linie gründete, geboren wurden.

Im Dreißigjährigen Krieg ist das Ensemble erst von Kroaten gepündert und zerstört worden. Als 1646 die Schweden Windecken überfallen haben, brannten die die Burg nieder. Was blieb war ein Steinbruch.

Die Gebäude aus der Zeit des Wiederaufbaus sind heute noch erhalten. Gästeführer Heinrich Quillmann führte oft größere Gruppen zum Schlossberg. Er erinnerte hier immer wieder an die Geschichte, als Windecken Residenzstadt, Marktort, Grafenstadt und Gerichtsort mit Amts- und Landgericht war.

Charakteristische Rundtürmchen

Auf seiner Homepage wirbt Peter Heckert für Windecken als Ausflugsziel. Er erinnert an die wechselvolle Geschichte der Anlage. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sei die zerstörte Anlage zum Schlösschen ausgebaut worden.Es entstand der heute beherrschende innere Torbau. Die zwei Rundtürmchen auf Konsolen stammen aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1612 war die Burg Witwensitz der Gräfin Katharina Belgica. In der Schlossanlage entstand im Jahr 1736 ein eingeschossiges Gebäude mit Mansarddach und 20 Zimmern. Später war hier der Sitz des Amtsgerichts. Der Richter hatte seine Dienstwohnung im Schlossgebäude. Es habe zwei Gerichtssäle gegeben. Auch Scheune, Kelterei und Schafstall gehörten zur Burg. Der westliche Teil des Geländes diente als Garten mit Kapelle und das Ziegelsteinhaus neben dem Portal als Gefängnis.

Vor vier Jahren sei die Burg auf einem Internet-Immobilienportal als "historische Burg mit Erträgen und weiterem Nutzungskonzept" angeboten worden. Das Areal mit dem 3800 Quadratmeter-Grundsück und einer Wohn- und Nutzfläche von 1000 Quadratmetern wurde seinerzeit für 1,85 Millionen Euro offeriert.

Alexander Huwe und zwei Investoren aus Bad Vilbel kauften das Anwesen schon 2011 von den Erben von Dr. Widwalt und Irene Hübner. Sie hatten das Ensemble Anfang der Siebzigerjahre nach Aufgabe des dortigen Amtsgerichts vom Land Hessen übernommen.

Die Alzheimer Gesellschaft Main-Kinzig ist eine von zwei sozialen Einrichtungen, die in der Burg eingemietet sind. Der Verein betreibt auf 480 Quadratmetern Wohnfläche ein Tagespflegezentrum.

Geschichtsweghalt am Hexenturm

Der "Schloßkeller" hat sich in der Vergangenheit einen Namen in der Musikszene gemacht. Im Jahr 2018 wurde zwischen dem Hexenturm und der Burg Wonnecken die Rekonstruktion eines Langhauses der Bandkeramiker der Jungsteinzeit gebaut.

Klar, ist die Windecker Burg auch ein Stopp der Nidderauer Geschichtswege. Diese Wege werden derzeit angelegt (diese Zeitung berichtete). Ziel ist es Sehenswürdigkeiten in Nidderau mit QR-Codes zu markieren, werden diese mit dem Handy gescannt, bekommt der Besucher vielfältige Informationen aus der Geschichte des jeweiligen Gebäudes. In den Fokus gerückt wird am Stopp an der Burg Wonnecken das Hexentürmchen, das nur wenige Hundert Meter entfernt von der Burg zu entdecken ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare