»Überparteiliches Vorgehen«

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Büdingen/Wetteraukreis (pm). Nach der Flutkatastrophe sprechen sich die Wetterauer Grünen für ein überparteiliches Vorgehen aus, »um solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern«, wie Sylvia Klein, Magistratsmitglied in Büdingen und Fraktionsvorsitzende im Kreistag, sagt. Sie halte offene Schuldzuweisungen und »aktuelle Kompetenzrangeleien seitens des Abwasserverbands« für wenig zweckdienlich.

»Die Stadt Büdingen ist doch genau deshalb Mitglied im Abwasserverband, um von Experten beraten zu werden. Wenn es Prognosen und Szenarien gibt, die auf solche hohe Gefahren hinweisen, muss ich doch mehr Aktivität erwarten können«, meint sie. Nötig sei nun eine klare Planvorstellung: »Was braucht es, um zukünftige Hochwässer basierend auf den Werten der Flutkatastrophe einzudämmen? Ebenso brauchen wir einen Zeitplan, an dem transparent ablesbar ist, wie wir vorankommen.«

Wie Kleins Fraktionskollege Marcus Stadler sagt, sei die Gefahr von Extremwettersituationen schon länger bekannt. »Neu aber ist die Erkenntnis, dass im Zuge des Klimawandels die Gefahrensituationen noch schneller, häufiger und extremer kommen, als prognostiziert.« Stadler erlebte 2014 selbst eine Dorfüberflutung in seinem Wohnort Wallernhausen. »Als unser Dorf innerhalb einer Stunde in einer Flutwelle unterging, dachte ich, jetzt sei der Startschuss für effizienten Klimaschutz und Klimaanpassung in der Wetterau gefallen. Doch Fehlanzeige.« Das Thema Hochwasser werde bis heute von allen Akteuren unterschätzt. Nötig sei ein Dreiklang von Klimaschutz, Hochwasserschutz und Naturschutzprojekten. Stadler merkt an, dass der Schnee des Vogelsberges, »den wir so dringend für unsere Grundwässer gebraucht hätten«, in weniger als einem Tag abgeschmolzen und als Welle bergab gerast sei. »Gegen solche hohen Flutspitzen hilft nur noch großdimensionierter technischer Hochwasserschutz, wie das Rückhaltebecken in Eichelsdorf beweist. Es hat diesmal für Nidda das Schlimmste verhindert«, müssten auch die Grünen selbstkritisch anmerken. Zusätzlich benötige man vielfältige Naturschutzprojekte wie kleinere Rückhaltesysteme in den Wäldern, Kaskaden-Anlagen in den Bachauen sowie die Rekultivierung von Flussauen und Bachläufen.

Laut der Grünen-Landtagsabgeordnete Kathrin Anders stehen Landesmittel für den Bau eines Rückhaltebeckens »Am Hammer« zur Verfügung. Allerdings habe der zuständige Wasserverband bisher noch keinen Antrag gestellt. »Obwohl die Gefahren seit Langem bekannt sind und Vorschläge zur Umsetzung vorliegen.« Zudem könne das »100-Wilde-Bäche-Programm« genutzt werden, um die kleineren Zuläufe zu renaturieren.

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