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Landrat Jan Weckler (2. v. l.) mit Vereinsvorsitzendem Fritz Albert (l.), Metzgermeister Armin Bähr und Fleischerei-Fachverkäuferin Ellen Gerlach.

Tradition sichtbar gemacht

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Büdingen(prw). Seit mehr als 650 Jahren gibt es in Büdingen Metzger. Der Verein "Büdinger Metzgermuseum im Schlaghaus e.V." will diese lange Tradition sichtbar und erlebbar machen. Neues Projekt ist ein "Alter Metzgerladen", der in einem Erweiterungsbau zum bestehenden Metzgermuseum entstehen soll. Auf Einladung des Vereinsvorstands hat sich Landrat Jan Weckler über das Projekt informiert.

"Das Metzgermuseum Büdingen ist eine großartige Bereicherung der Museumslandschaft Oberhessen und genießt auch bundesweit Aufmerksamkeit", sagt Landrat Jan Weckler. Metzger gäbe es in Büdingen seit 1350, zumindest nenne eine Urkunde aus diesem Jahr einen "mezzeler" mit Namen Heinz Rulemann. Ein gemeinschaftliches Schlachthaus am Küchenbach, auf dem Damm zwischen Alt- und Neustadt würde 1496 erwähnt. 1777 verlegten die Metzger ihr Handwerk in den Halbturm am Seemenbach und Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus hygienischen Gründen am damaligen westlichen Stadtrand ein neues Schlachthaus gebaut.

Erster Metzger um 1350

100 Jahre lang lag das alte, Schlaghaus genannte, Gebäude im Dornröschenschlaf, aus dem es 2005 geweckt wurde. Der Turm wurde saniert, das Untergeschoss freigelegt und seit September 2006 residiert hier ein Teil des Metzgermuseums. Die ursprüngliche Funktion des Gebäudes als historisches Rinderschlachthaus der Metzger wurde nun wieder sichtbar und für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht. 2010 gründete sich der Verein mit rund 30 ehrenamtlichen Mitgliedern. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, "die Tradition des Fleischerhandwerks zu bewahren, historische Geräte und Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den nachfolgenden Generationen einen Einblick in dieses alte Handwerk zu geben", sagt Metzgermeister Fritz Albert. Landrat Jan Weckler zeigte sich beeindruckt.

2012 richtete der Verein in einem in unmittelbarer Nähe gelegenen Gebäude eine "Historische Wurstküche" ein. Nun soll in einem Erweiterungsbau, der auch durch die Stiftung der Sparkasse Oberhessen bezuschusst wird, ein "Alter Metzgerladen" eingerichtet werden. Durch einen glücklichen Zufall konnte der Verein eine Majolika-Fleischertheke von Villeroy & Boch aus dem Jahre 1898 erwerben. Die Fleischertheke stammt aus der Gegend und stand die letzten 30 Jahre im Wohnzimmer einer Familie in Selters. Sie soll in dem geplanten "Alten Metzgerladen" ein neues Zuhause finden.

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