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Die Bruchstelle der Hainmauer ist kurz nach der Flut bereits mit den »Beton-Legosteinen« gesichert worden. Der Magistrat schlägt nun vor, dies auf 600 Metern zu tun. ARCHIVFOTO: HANS-DIETER STEHR

Schutz dank »Beton-Legosteinen«

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Büdingen (pm). Die Stadt will den Hochwasserschutz für die Altstadt im Bereich der Hainmauer möglichst schnell und effektiv sicherstellen. Bürgermeister Erich Spamer (FW) hat in der jüngsten Sitzung des Magistrats den Vorschlag präsentiert, dass entlang der 600 Meter langen Hainmauer auf städtischer Seite vorübergehend sogenannte Beton-Legosteine platziert und verankert werden.

Der Bruch und die Überflutung der Hainmauer am 29. Januar war einer der Gründe, weshalb das Hochwasser so große Schäden in der Altstadt verursacht hatte. Unmittelbar an der Holzbrücke zum Freibad war die Mauer auf einer Länge von etwa fünf Metern gebrochen. Von dort strömten die Wassermassen des Seemenbachs in die Altstadt.

Seither wird der betroffene Bereich der Mauer bereits durch ineinanderpassende Betonsteine geschützt. Vorteil sei, dass man die Steine ohne Genehmigung des Eigentümers auf der städtischen Seite des Weges und über die gesamte Länge des Bauwerks platzieren könne. »Wir können die Höhe der Mauer der neuen Situation anpassen und damit einen besseren Hochwasserschutz erzielen. Teile der Hainmauer waren bereits vor dem Bruch des besagten Mauerabschnitts überflutet worden. Deshalb müssen wir auch die Höhe der Mauer in unseren Überlegungen stärker berücksichtigen«, schildert Spamer.

Die Hainmauer stehe unter Denkmalschutz. Veränderungen an der Sandsteinmauer aus dem 18. Jahrhundert müssten durch die Denkmalbehörde genehmigt werden. Hinzu komme, dass eine grundlegende Sanierung der Mauer mit Stahlfundamenten, einem Stahlbetonkörper, den notwendigen Sandstein-Verblendungen und weiteren Maßnahmen auf der Schlossparkseite nach ersten Schätzungen etwa 3 bis 5 Millionen Euro kosten werde. Spamer: »Abgesehen von der nachteiligen Zeitschiene mit den notwendigen Genehmigungsverfahren, werden uns diese Finanzmittel in umfassender Form für den Hochwasserschutz in anderen Teilen der Stadt, den Dörfern oder für dezentrale Wasserrückhaltemaßnahmen fehlen.«

Für eine Ausführung mit »Beton-Legosteinen« kalkuliere das Bauamt aktuell 350 000 Euro ein. Eine Umsetzung könne kurzfristig starten und die Altstadt bis zum Bau von zwei Rückhaltebecken effektiv schützen. Zeitgleich könne sich die Stadt den weiteren notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen widmen.

Bürgermeister und Magistrat wollen die Stadtverordneten kurzfristig über die Pläne unterrichten und die notwendigen Finanzmittel hierfür zu den laufenden Haushaltsberatungen beantragen. »Unabhängig von diesen Aktivitäten brauchen wir allerdings die zentralen Rückhaltebecken oberhalb von Büdingen und Kefenrod. Sie sind nach meiner Auffassung für einen nachhaltigen Hochwasserschutz unerlässlich. Auch Düdelsheim profitiert davon«, sagt Spamer. Die Stadt Büdingen fordert nach seinen Worten bereits seit 1967 eine Umsetzung. Eine Lösung für den Stadtteil Wolf müsse es ebenfalls geben. Joachim Arnold, der Vorsitzende des Wasserverbandes Nidder/Seemenbach, habe eine Realisierung innerhalb der nächsten fünf Jahre in Aussicht gestellt.

Nach einem Bau der Rückhaltebecken könnten dann auch die »Beton-Legosteine« wieder entfernt und die Mauer saniert werden.

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