hed_Impftermin_in_Bueding_4c
+
Die entspannte Atmosphäre in der Impfkabine tut Hubertus von Prosch gut. Er ist gerade 80 Jahre geworden und somit in die erste Gruppe gerutscht. Die »Rosenmontagsspritze« verpasst ihm der pensionierte Hausarzt Dr. Andreas Ritter.

Impfung gegen Corona

Poloshirt bewährt sich beim Nadelsetzen

  • vonHanna von Prosch
    schließen

Von Fasching war im Impfzentrum in Büdingen am Rosenmontag nichts zu spüren. Stattdessen gähnende Leere, keine Hektik, freundliches Personal.

»Wolle mer se aroilosse, de Spritz?, fragt mein Mann mit närrischem Humor und macht sich gut gelaunt auf nach Büdingen«, berichtet WZ-Reporterin Hanna von Prosch als Begleitperson ihres Mannes Hubertus. Drei Stunden Geduld im virtuellen Warteraum bei der zweiten Staffel der Online-Impfvergabe haben ihm den Termin um 16.10 Uhr beschert. Und den zweiten gleich drei Wochen später.

Wir nutzen das Angebot der Stadt Bad Nauheim, mit dem Impf-Taxi zu fahren, zumal Glatteis angekündigt ist. Pünktlich um 15.20 Uhr steht das Taxi vor der Tür. »45 Minuten muss man rechnen«, sagt der gut informierte Taxifahrer.

Impfzentrum gut ausgeschildert

Er fährt die kürzeste Strecke von Bad Nauheim über Florstadt, die A 45 bis Altenstadt, dann Richtung Büdingen, um direkt über Orleshausen in den Süden zu gelangen. In der Stadt sei das Impfzentrum gut ausgeschildert, sagt er. In den beiden Kreiseln gibt es ebenfalls Wegweiser.

Der ehemalige Baumarkt, in dem das Impfzentrum eingerichtet ist, liegt auf der linken Seite kurz hinter dem Ortsausgangsschild. Die Haltestelle für den Pendelbus zum Bahnhof ist gegenüber dem Parkplatz, auf dem an diesem Nachmittag nur wenige Autos standen. Das Taxi fährt bis vor die Tür, muss aber außerhalb des Geländes auf unsere Rückkehr warten.

Hände desinfizieren und Fieber messen

Mit einem »Herzlich willkommen im Impfzentrum Büdingen« begrüßt uns ein Mitarbeiter und fordert uns freundlich auf, die Hände zu desinfizieren.

Dann hält er das Fiebermessgerät vor die Stirn. Alles in Ordnung. Direkt daneben die Anmeldung: Abhaken der Terminbestätigung, Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen. Wir haben alles bereits online ausgedruckt, ausgefüllt und unterschrieben.

Wer das nicht vorbereiten kann, erhält jetzt das Aufklärungsmerkblatt, den Anamnesebogen und die Einwilligungserklärung. Mit dem Nummernkärtchen für die Impfkabine geht es weiter.

Keine Menschenschlangen in den vorsorglich für größeren Andrang schon abgetrennten Gängen. Kurze Warteposi-tion vor den drei Impfstraßen, in denen offensichtlich nur je eine Kabine belegt ist. Und schon geht es rein.

Nadel kaum gespürt

Im vorderen Teil ein Tisch für den Arzt und der Stuhl für den Impfling. Im hinteren sitzen zwei Frauen, die sich um die Zubereitung der Impfdosen kümmerten und die Daten in den Computer einpflegen. Jetzt würde das Aufklärungsgespräch mit dem Arzt kommen. Aber mein Mann hat sich so gut informiert, dass er keine Fragen mehr hat. Also Ärmel hoch.

Das Poloshirt unterm Pullover hat sich bewährt, weil Winterkleidung immer sehr umständlich zum Ausziehen ist und Zeit kostet. Die Nadel ist tatsächlich dünn. »Die habe ich wirklich nicht gespürt«, sagt er hinterher.

Personal widmet sich jedem Impfling

Der Arzt vervollständigt den Impfpass und weist uns den Weg aus der Kabine: »Bitte links weiter und eine Viertelstunde im Ruhebereich sitzen bleiben. Wenn es Ihnen gut geht, können Sie nach Hause.« Auch hier sitzt kein Mensch auf den Stühlen, die im weiten Abstand in der Halle verteilt sind. Das aufmerksame Personal kann sich jedem Impfling persönlich widmen.

Noch ist nicht genug Impfstoff vorhanden, um mehrere Hundert Menschen am Tag zu impfen. Das soll sich im März ändern. Nun noch die Abmeldung. Mein Mann bekommt ein Blatt mit den persönlichen Daten und einem Code, den er zum Zweittermin mitbringen muss.

Impfreaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut melden solle man erst nach der zweiten Impfung, erfahren wir, als wir nach dem ausliegenden Faltblatt greifen. Dann geht die Schiebetür auf; wir sind fertig.

Alles entspannt, alles problemlos. Ein positives Erlebnis für die Impflinge. Nach zwei Stunden und zehn Minuten sind wir wieder zu Hause - ohne Nebenwirkungen.

Mitzubringen sind:

gültiger Personalausweis

Krankenkassenkarte

Terminbestätigung

Impfpass, sofern vorhanden

Arbeitgeberbescheinigung, wenn man im Gesundheits- oder Pflegedienst arbeitet

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare