Firmenrundgang: Joel Hurley (l.) zeigt dem Kommunalpolitiker Benjamin Harris die Techniken, die zum Einsatz kommen. Zum Beispiel Wärmebildkameras. FOTO: PM
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Firmenrundgang: Joel Hurley (l.) zeigt dem Kommunalpolitiker Benjamin Harris die Techniken, die zum Einsatz kommen. Zum Beispiel Wärmebildkameras. FOTO: PM

Von Menschen und Maschinen

  • vonred Redaktion
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Büdingen(pm). In einem ungewöhnlichen Gebäude am Anfang der Industriestraße befindet sich nun die Europazentrale des Unternehmens "CRETEC Cybernetics". Mitglieder der CDU Büdingen haben sich beim Tag der offenen Tür über den Firmenzusammenschluss informiert. Davon berichten die Christdemokraten nun in einer Pressemitteilung.

"CRETEC Cybernetics" ist die Fusion der bisherigen Cretec GmbH Hammersbach mit der spanischen Vision Online S. L. aus Barcelona. So zeige die relativ junge Firma, die in sich mehr als 20 Jahre Erfahrung bündele, dass es mit innovativen Ideen in Hessen und Büdingen möglich sei, erfolgreich zu sein.

Wärmebildkontrolle zum Einlass

Kreativität und die daraus entstehenden Ideen mit einem dynamischen Team aus "Jugend & Erfahrung" schnell umzusetzen, seien ein wesentlicher Teil des Erfolgs der "CRETEC Cybernetics". Das werde bereits am Eingang deutlich: Jeder Besucher des Tages der offenen Tür muss eine Wärmebildkamera passieren, bevor er die Europazentrale betreten darf. Automatisiert misst diese die Körpertemperatur. Ist diese erhöht, wird ein Alarm ausgelöst. Joel Hurley, Geschäftsführer der spanischen Niederlassung von "CRETEC Cybernetics" erläutert, dass sich die Messstation auch mit einem Zugangssystem verbinden lässt, das zum Beispiel eine Tür nur freigibt, wenn die Temperatur im Normalbereich liegt. Die Investitionskosten für das System machten sich durch die eingesparten Personalkosten bezahlt, sagt er. Zumal es während der Corona-Pandemie ohnehin nicht einfach sei, Mitarbeiter zu finden.

Bei dem Rundgang durch die Firmenzentrale in kleinen Gruppen, bei der sowohl Mitarbeiter als auch Besucher Mund-Nasen-Schutz tragen und ausreichend Abstand einhalten, zeigen Joel Hurley und der Gründer und Geschäftsführer Alexander Trebing von "CRETEC Cybernetics Deutschland" verschiedenste Anwendungen zur Qualitätskontrolle, die das Unternehmen für die Industrie entwickelt hat. Zentrales Element aller Anwendungen sind Kameras, die Objekte - Gegenstände oder wie bei der Eingangskontrolle Menschen - schneller und präziser erkennen, als es der akkurateste Mitarbeiter könnte.

So können Roboter prüfen, ob ein Werkstück für die Industrie maßhaltig ist oder außerhalb der Toleranz liegt. Eine andere Maschine registriert die Mindesthaltbarkeitsdaten von Getränkedosen. Innerhalb einer Sekunde werden 20 Dosen kontrolliert und gegebenenfalls aussortiert. Eher Unterhaltungswert haben zwei Roboterarme, von denen einer Kaffeekapseln nach dem Wunsch, der über eine Handy-App eingegeben wird, auswählt und an den zweiten reicht. Dieser setzt die Kapsel in eine handelsübliche Kaffeemaschine ein, die anschließend den gewünschten Kaffee brüht.

Trebing erklärt, dass er früher in einer Firma gearbeitet habe, für die er Anwendungen, die über von Kameras erfasste Bilder gesteuert werden, verkauft habe. "Da gibt es so viel mehr, was man noch machen kann, aber es macht keiner", beschreibt er, dass er als Angestellter seine Kreativität nicht ausleben konnte. Deshalb habe er vor vier Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

"Die Arbeitsplätze wandeln sich", sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, Benjamin Harris. Während die klassische Industrieproduktion an Bedeutung verliere, seien zunehmend Innovationen, Kreativität und Entwicklungsarbeit für den unternehmerischen Erfolg entscheidend.

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