Landwirte planen Lichterspektakel

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Büdingen (pm). Am heutigen Samstag wollen die hessischen Landwirte in Büdingen die Nacht zum Tag machen und bei einem Lichterspektakel gemeinsam ein Zeichen für ihren Berufsstand setzen. Veranstalter der Aktion ist die Basisbewegung »Land schafft Verbindung Hessen«.

Wie Henrik Winkler, Landwirt aus Frankfurt und Hauptorganisator der Aktion, mitteilt, wolle der Berufsstand Zusammenhalt, Stärke und Geschlossenheit demonstrieren. »Wir kämpfen gemeinsam für mehr Wertschätzung in der Gesellschaft und gegen praxisferne gesetzliche Hürden. Wir wollen von Politik und von den Verbrauchern gehört und verstanden werden.« Er sei zuversichtlich, dass viele seiner Kollegen an der Aktion teilnehmen, sagte der Milchvieh- und Ackerbauer.

Ihm sei wichtig, dass auch der Spaß und die Stimmung im Vordergrund stehen sollen.

Solidarität mit Mahnwache

Gleichzeitig möchten die hessischen Landwirte sich solidarisch mit einer Mahnwache in Münster zeigen. Seit geraumer Zeit halten Landwirte vor dem Wahlkreisbüro von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Stellung. Man fühle sich ungerecht behandelt und wolle mit ihr ins Gespräch kommen.

Auslöser der Protestaktion sei die Bundespressekonferenz der Ministerin zum Bericht zur Lage der Natur gewesen. Schulze habe in der 25-minütigen Pressekonferenz einen ganzen Berufsstand diffamiert, sagt Winkler. Sie habe machte alleine die Landwirtschaft für das Artensterben verantwortlich gemacht. Winkler: »Lediglich 23 Prozent des Artenschwundes sind auf eine intensivierte Landwirtschaft zurückzuführen. 77 Prozent des Artensterbens hat andere Gründe wie Lichtverschmutzung, die Versiegelung von Flächen, Trockenheit, Verkehr, Emissionen von Menschen und vielem mehr.«

Zudem forderten die Landwirte mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. »Leider erwähnte die Ministerin die vielen Umweltmaßnahmen, die von der Landwirtschaft erbracht werden, in keinem Wort. Denn die Landwirtschaft leistet auf vielfältige Weise einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.« In Hessen etwa hätten Landwirte auf 1600 Hektar freiwillig Blühstreifen für Insekten angelegt. Hinzu kämen extensives Grünland, Streuobstwiesen und viele weitere Umweltmaßnahmen.

Winkler mahnt: »Bei allen Umweltmaßnahmen dürfen wir nicht vergessen, dass die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft die Ernährungssicherung ist.«

Dennoch seien die Landwirte bereit, ihren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Um dies aber zielführend zu gestalten, müssten alle potenziellen Verursacher genannt werden.

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