Keine Aussage des Opfers

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Büdingen (con). Ein hartes Stück Brot für die vorsitzende Richterin Regine Enders-Kunze und die weiteren Prozessteilnehmer: Vor der 5. großen Strafkammer des Gießener Landgerichts wird derzeit in einem Fall von versuchten Totschlags mit gefährlicher Körperverletzung gegen den 37-jährigen Eritreer I. verhandelt (wir berichteten) - doch zum zweiten Verhandlungstag erschienen mehrere Zeugen nicht vor Gericht, auch nicht der 36-jährige Geschädigte.

Der 37-jährige Angeklagte soll während eines Streits mit dem 36-Jährigen ein Messer gezogen und diesen schwer verletzt haben - I. sprach in seiner Einlassung davon, er habe versucht, sich gegen den 36-Jährigen zu verteidigen. Die Tat trug sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli vor einer Spielothek in der Thiergarten Straße in Büdingen zu.

Insgesamt hätten fünf Zeugen vor Gericht angehört werden sollen - darunter auch der Geschädigte. Doch dieser sowie drei andere Männer, die an jenem Abend in die Vorfälle involviert waren, erschienen nicht zur Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft beantragte jeweils ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro, zudem sollen die Zeugen an den nächsten Verhandlungstagen von der Polizei vorgeführt werden.

Mitarbeiterin berichtet

Letztlich konnte nur eine Zeugin angehört werden: eine 23-jährige Angestellte der Spielothek. In der Nacht gegen 2.30 Uhr sei das spätere Opfer in die Spielothek gekommen und habe dann an einem Automaten gesessen, sagte die Zeugin. »Gegen 3.30 Uhr kam der Angeklagte mit zwei weiteren Männern dazu« - die Zeugin nennt bei ihrer Befragung alle Beteiligten beim Vornamen. Zwischen I. und dem 36-Jährigen sei es zum Streit gekommen. Worum es ging, könne sie nicht sagen: »Sie haben sich auf einer anderen Sprache gestritten.« Bei der Schilderung der Geschehnisse stimmte ihre Aussage mit der des Angeklagten überein: Alle vier Männer hätten nach dem Streit die Räume verlassen, danach sei der Streit auf dem Parkplatz weitergeführt worden, und dann habe es Schreie und einen metallischen Schlag gegeben: Das dürfte der Moment gewesen sein, als I. mit dem Kopf gegen ein Auto gestürzt sei und sich eine Verletzung an der Stirn zugezogen habe. Kurz darauf hätte der 36-Jährige wieder die Spielothek betreten, den an der Stirn verletzten I. habe sie nicht mehr hereingelassen. Jedoch seien I. sowie die anderen beiden Männer, die zuvor versucht hätten, I. und den 36-Jährigen auseinanderzuhalten, weiterhin vor der Spielothek geblieben. Als der 36-Jährige dann wieder auf den Parkplatz gegangen sei, sei I. auf ihn zugestürmt. Danach hätten die Männer ihr Sichtfeld verlassen, sagte die Zeugin. Bei dieser zweiten Konfrontation soll es dann zu dem Messerstich gekommen sein. Von einem gezogenen Messer konnte die 23-Jährige jedoch nichts berichten. Hierfür hätte es wohl der Aussagen des Geschädigten und der anderen beiden Zeugen bedurft. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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