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Jana Bante ist während ihres Studiums Mitglied einer Forschungsgruppe in Botswana gewesen. Das Foto zeigt sie auf einem Hochhausdach in der Hauptstadt Gaborone. 

Arikastudien

Jana Bante hat ihren Master in Afrikastudien gemacht - "Afrika ist vielseitig"

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Jana Bante aus Büdingen blickt auf ein recht ungewöhnliches Studium zurück: Sie hat nicht nur ihren Bachelor in Politikwissenschaften absolviert, sondern in Folge ihren Master in Afrikastudien in Leipzig.

Ihr Studium hat ihr viele Türen geöffnet: "Es gibt Leute, die gehen in die Entwicklungszusammenarbeit, andere in Richtung Museen, Forschung, Journalismus oder in die Tourismusbranche", sagt Jana Bante. Die 27-Jährige aus Büdingen hat von 2012 bis 2016 nicht nur ihren Bachelor in Politikwissenschaften absolviert, sondern anschließend ihren Master in Afrikastudien in Leipzig gemacht.

Nach ihrem Studium arbeitet sie zunächst bei Nicht-Regierungsorganisationen. Später absolvierte sie Praktika bei einer politischen Stiftung und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in Frankfurt. Nach und nach führte sie ihr beruflicher Weg in den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, den die 27-Jährige heute als sehr spannend empfindet. Vor Beginn ihres Studiums absolvierte sie ein Austauschjahr in Südafrika. Während des Studiums lebte sie in Tansania in einem Studentenwohnheim, weil sie an der University of Dar es Salaam studierte, und in Sambia in einer Wohngemeinschaft. In Botswana war sie Mitglied einer Forschungsgruppe.

Auf den Studiengang Afrikastudien, den sie in englisch absolvierte, stieß sie zufällig bei der Studienfächersuche. Ihr liege die interdisziplinäre Arbeit, sagt sie, und sie habe schon immer ein starkes Interesse für den Kontinent gehabt. "Ich finde es wichtig, dass man auch in Deutschland für ein diverseres Afrikabild sorgt, das hier oft sehr stereotyp ist", sagt sie. Viele Leute würden den Kontinent als ein Land wahrnehmen, das von Krisen geschüttelt sei, ohne zu differenzieren. Die Diversität des Kontinents mit 55 Ländern und über 2000 Sprachen sollte verstärkt vermittelt werden.

Afrikastudien: Austausch über Kontinente hinweg

In der Entwicklungszusammenarbeit findet sie es wichtig, dass Partnerschaften auf Augenhöhe immer mehr vorangetrieben werden, auch auf politischer Ebene. "Es sollte gegenseitig wertgeschätzt werden, welche Ressourcen und Möglichkeiten es in den Ländern gibt, ohne sie zu bewerten", sagt Bante. Auf der zivilgesellschaftlichen Ebene nennt sie den Austausch zwischen Gewerkschaften, verweist aber auch auf konkrete wirtschaftliche Projekte zwischen Unternehmen in Deutschland oder Europa und Unternehmen in verschiedenen afrikanischen Ländern.

Deutsche verbinden mit Afrika laut Bante Armut, Hunger, Krieg und in zweiter Linie Lebensfreude und Tanz. Sie selbst spricht die Bantusprache Suaheli, die in Ostafrika am meisten verbreitete Verkehrssprache. Auch in Deutschland hat sie ab und zu Leute getroffen, die diese Sprache sprechen würden.

Während Bante in Sambia im Gewerkschaftsbereich gearbeitet hat, beteiligte sie sich in Botswana an der Forschung des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik zum Zusammenhang zwischen E-Government und Demokratie. "Das Kernstück der Forschung war eine große Umfrage, wo wir über 2000 Leute in der Region rund um die Hauptstadt interviewt haben", sagt Bante. Es ging dabei um die Wahrnehmung von Demokratie im Land und ob die Bürger die von der Regierung bereitgestellten Dienste, wie etwa die Online-Einreichung einer Steuererklärung, wahrnehmen und diese bewerten.

Afrikastudien: Umfrage in der Hauptstadt

Die Umfrage wurde in Kooperation mit der Universität in Botswana durchgeführt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Aktuell bereitet sich Bante auf die Analyse der Daten für einen Bericht Ende Mai vor. Ab 1. August wird sie bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig als Koordinatorin in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sein. "Ich kann mir grundsätzlich vorstellen, irgendwann ins Ministerium zu gehen", sagt sie. "Ich habe aber nicht das eine große Ziel. Ich schaue, welche Türen sich öffnen."

Afrikastudien: Geschichte und Kultur Afrikas studieren

Afrikastudien (African Studies) ist ein forschungsorientierter Masterstudiengang. Gegenstand ist Afrika - mit Schwerpunkt südlich der Sahara - in Gegenwart und Vergangenheit. Das Studium besteht unter anderem aus einem Auslandsaufenthalt/Forschungsprojekt und einer Masterarbeit. Die Wahlpflichtmodule in deutscher und englischer Sprache beziehen sich auf die Bereiche Geschichte, Kultur, Ökonomie, Politik, Sprachwissenschaft und die praktische Sprachvermittlung in einer afrikanischen Verkehrssprache wie Hausa oder Swahili.

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