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In den 22 Revieren der Hegegemeinschaft Büdingen-Nord stagnieren seit 2015 die Besätze des Feldhasen. Die Gründe sind vielfältig: von deckungsarmen Lebensräumen über eine Vielzahl von Fressfeinden bis zur Beunruhigung durch den Menschen.

Im Osten fast kein Zuwachs

  • vonHans-Dieter Stehr
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Büdingen (hr). Der Bestand der Feldhasen in den Revieren der Hegegemeinschaft-Nord stagniert aktuell. Das macht eine Verbesserung der Biotop-Eigenschaften notwendig. Zu diesem Schluss kommt der Vorsitzende der Hegegemeinschaft-Nord, Ulrich Imhof, nach der Frühjahrszählung.

Die Hegegemeinschaft stellt Eckpfeiler für die Hege und Bejagung des Wildes auf, also die Erstellung und Umsetzung der Abschusspläne, sie koordiniert revierübergreifende Jagden und erstellt Lebensraumgutachten. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Zählung der Hasen.

Von Büdingen bis Ortenberg

Die Hegegemeinschaft Büdingen-Nord besteht aus 22 Revieren mit einer Gesamtfläche von etwa 9130 Hektar, davon sind rund 5000 Hektar Feldfläche. Das Areal beginnt nordöstlich von Büdingen und reicht bis nach Ortenberg.

Die Mitglieder zählen zweimal im Jahr - jeweils im Frühjahr und Herbst - die Bestände der Feldhasen. Damit will man den jährlichen Zuwachs ermitteln. Nach Einbruch der Dunkelheit wird mit einer starken Taschenlampe die Feldgemarkung abgeleuchtet und nach den Feldhasen Ausschau gehalten. Das Zählen erfolgt beidseitig entlang festgelegter Wegstrecken, um eine Vergleichbarkeit der jährlichen Zahlen zu gewährleisten.

Während es in anderen Teilen der Wetterau, etwa in den klassischen Niederwildräumen wie Karben, Wöllstadt, Friedberg oder Wölfersheim, durchaus wieder Zuwächse gibt, belaufen sich die durchschnittlichen Bestände - in Jägersprache wird von Besatz gesprochen - seit Beginn der Zählung 2015 in der Hegegemeinschaft Büdingen-Nord auf circa 15 bis 20 Feldhasen pro 100 Hektar.

Das Ergebnis ist eindeutig: Der Zuwachs beläuft sich auf nahezu null, das heißt, die Junghasen fallen mannigfaltigen Umständen zum Opfer. Beispiele sind die intensive Bearbeitung der Flächen sowie Fressfeinde wie Fuchs oder Marder. Weitere Gründe sind die Verarmung des Nahrungsangebots und eine unzureichende Biotop-Ausstattung.

In Teilen von Hessen zählt der Feldhase schon zu den gefährdeten Arten, ähnlich wie alle Tierarten des Offenlandes vom Rebhuhn bis zur Feldlerche. Auch andere Wildarten, wie Fuchs oder Reh, werden bei dieser Aktion erfasst, um einen Überblick über die Population zu erhalten.

Seit 20 Jahren nicht mehr bejagt

Der Feldhase unterliegt dem Jagdrecht, wird aber so gut wie nicht mehr bejagt. In der Hegegemeinschaft Büdingen-Nord kam in den vergangenen 20 Jahren kein Hase mehr zur Strecke. Die Verantwortung der Jäger liegt hier vor allem in der Erhaltung und Verbesserung der Biotop-Bedingungen. Vielerorts wurden Blüh- und Äsungsflächen geschaffen, die Brachflächen gefördert und das Raubwild gejagt. »Ziel sollte es sein, weitere Verbesserungen der Lebensbedingungen für alle Offenlandarten schnell umzusetzen«, appelliert Imhof.

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