Landwirt Mathias Mäser pflügt Graswege, auf denen Blühmischung im Vorjahr nicht optimal aufgelaufen sind.	FOTO: BF
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Landwirt Mathias Mäser pflügt Graswege, auf denen Blühmischung im Vorjahr nicht optimal aufgelaufen sind. FOTO: BF

Hier soll es bald wieder blühen

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Büdingen (bf). »Im Märzen der Bauer …« - im Revier Büdingen-Wolf spannt er nicht die »Rösslein« an, sondern PS-starke Traktoren. Sie stehen im Dienst des Naturschutzes, denn Jagdpächter Hans-Dieter Stehr setzt die Biotopvernetzung mithilfe von Ortslandwirt Mathias Mäser fort. Mäser eröffnete das Aktionsjahr jetzt mit dem »Anpflügen«.

Mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde wurde im vergangenen Jahr auf 221 Hektar die Biotopvernetzung als Projekt im Büdinger Becken zwischen Büdingen und Wolf umgesetzt. Mit einer Saatgutmischung mit Wildkräutern als »Hasenapotheke« und Blütenpflanzen für Insekten und Bienen wurden renaturierte Graswege in neuen Lebensraum umgewandelt.

Landwirt Mäser pflügte nun erneut einen Teil der renaturierten Graswege, weil die Blühmischungen 2019 teilweise nicht optimal aufgelaufen waren. »Kälte, fehlendes Wasser und die verdichteten Graswege waren daran schuld«, erklärt Stehr. Auf das »Anpflügen« folgt das »Anblühen« auf dem Saatbett. Insgesamt steht auf sechs Kilometern Graswegen eine Blühfläche von etwa 2,2 Hektar zur Verfügung, mit 38 Kultur- und Wildpflanzenarten, die sowohl Bienen als Feldflur und Vogelarten Deckung und Nahrung bieten. Hinzukommen Brachen mit sieben Hektar Blühflächen, die teilweise ebenfalls nachgebessert werden müssen.

Rebhuhnfamilie tot

Stehr tauscht sich in einem Netzwerk aus, zu dem die Stadt Büdingen, die Untere Naturschutzbehörde, Landwirte und Naturschutzverbände wie der Büdinger Bienenzuchtverein, die örtlichen BUND- und NABU-Verbände, der Landesjagdverband, die Hegegemeinschaft Büdingen-Nord und der Jagdverein Hubertus Büdingen zählen. Sein Ziel, sagt der Jäger, sei aber nicht nur der Insektenschutz, sondern auch eine Artenvielfalt an Vögeln und Wildtieren. »Dazu zählen das in der Region seltene Rebhuhn oder der Feldhase.« Deshalb gehöre zum Naturschutzprojekt in Büdingen-Wolf auch die Jagd auf Waschbär und Fuchs. Stehr: »Leider konnten wir unsere einzige Rebhuhnfamilie trotz aller Bemühungen nicht retten. Sie gingen auf das Konto des Raubwildes.«

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