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Sie eröffnen in Büdingen die Spendenaktion »Brot für die Welt« (vorne v. l.): Claudia Brinkmann-Weiß, Ulrike Scherf, Andreas Schmitt sowie (hinten, v. l.): Detlev Knoche, Sandra Hämmerle, Brigitte Molter, Andreas Henneken.

Für Solidarität und Gerechtigkeit

  • VonInge Schneider
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Büdingen (im). Unter dem Motto »Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft« haben die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) am Sonntag in der Marienkirche die 63. adventliche Spendenaktion »Brot für die Welt« eröffnet.

Die evangelische Hilfsorganisation hat den Kampf für Klimagerechtigkeit zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Projektpartner weltweit entwickeln vor Ort innovative Ideen, Konzepte und Lösungen, wie Menschen die Folgen der Erderwärmung bewältigen und abmildern können. Dabei geht es vor allem um Familien im globalen Süden, die am wenigsten zu der Entwicklung beitragen, aber in Form von Klimakatastrophen am meisten von ihr bedroht sind.

Der Auftaktgottesdienst wurde geleitet von Pfarrerin Sandra Hämmerle, die Predigt hielt die Vize-Kirchenpräsidentin der EKHN, und Ulrike Scherf. Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Diakonie und Ökumene der EKKW, sprach die offiziellen Eröffnungsworte. Oberkirchenrat Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene der EKHN und EKKW, dankte der Kirchengemeinde Büdingen für die Beherbergung der Begleitausstellung »Solidarität - Demokratie - Gerechtigkeit: 17 Ziele für eine bessere Welt«. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch das Büdinger Ensemble unter der Leitung von Kantorin Anne Schneider.

In ihrer Einleitung verwies Pfarrerin Hämmerle auf Psalm 24 und die Worte »Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe«, eine Parallelstelle zum Einzug Jesu in Jerusalem. »Gott ist ein Gott des Friedens, der in der Welt auch bei den Hungernden, Entrechteten und Schutzsuchenden ankommen möchte. Er ist aber auch ein streitbarer Gott und Schöpfer, er liegt im Streit mit denen, die Macht, Profit, die Ausbeutung und Schädigung des Mitmenschen und der Erde über alles stellen.«

Konfis backen 200 000 Brote

Scherf betonte, dass die Aufforderung »Machet die Tore weit« in Zeiten der Pandemie und der wachsenden Angst vor der neuen Omikron-Variante nicht etwa bedeute: Werft alle Vorsicht über Bord. Vielmehr seien weiterhin gegenseitige Rücksichtnahme und die Entwicklung kreativer Kommunikationswege gefragt, gerade in der Advents- und Weihnachtszeit. »In Psalm 24 geht es nicht in erster Linie um äußere Türen, sondern um die Erwartung und Öffnung des Herzens. Um die Wahrnehmung, was in meiner nahen und weiteren Umgebung geschieht, wo weltweit Not herrscht und Hilfe gebraucht wird.«

Während des Gottesdienstes beendete Andreas Schmitt, Vize-Landesinnungsmeister des Bäckerinnungsverbands, die diesjährige 5000-Brote-Aktion beendet. Die Initiative wurde 2012 von den beiden Landeskirchen ins Leben gerufen. Konfirmanden gehen zu lokalen Bäckereien und backen Brote, die sie gegen Spende an Gottesdienstbesucher abgeben. Mit dem Erlös werden Kinder- und Jugendprojekte von »Brot für die Welt« unterstützt, in diesem Jahr in Indien, Brasilien und Äthiopien. »Seit 2012 sind über 200 000 Brote von 50 000 begeisterten Konfis gebacken worden, rund 900 000 Euro an Spenden kamen zusammen«, sagte Schmitt. »Der schönste Lohn sind für mich dabei die strahlenden Augen der jungen Bäckerinnen und Bäcker - sowie das Bewusstsein, dass auch in der Verwandlung von Teig in ein schmackhaftes Grundnahrungsmittel etwas von Gottes Schöpferkraft zu finden ist.«

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