Es lockt der Baldrian im Wald

  • Vonred Redaktion
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Büdingen (pm). Der Büdinger Wald ist ein Wanderkorridor für Wildkatzen zwischen dem Spessart und dem Vogelsberg. Doch wo gibt es dort überhaupt Wildkatzen, und wie viele sind es? Dieser Frage will der BUND-Ortsverband nachgehen. Zum Einsatz kommt dabei der für die Katzen unwiderstehliche Baldrian. Mittels duftender Lockstöcke will der Ortsverband den bedrohten Wildtieren auf die Spur kommen und über anschließende Genanalysen Gewissheit erzielen.

Das Projekt wird jetzt durch 5000 Euro der Umweltlotterie »Genau« ermöglicht, Start ist im Februar 2022.

Für den menschlichen Geruchssinn ist Baldrian nicht sonderlich attraktiv; Wildkatzen hingegen können ihm nicht widerstehen. Dies macht sich die Lockstockmethode zu eigen, bei der mit Baldrian besprühte Stöcke im Wald aufgestellt werden, in der Hoffnung, dass sich die Wildkatze an ihnen reibt.

Wildkatzen konnten sich in den vergangenen Jahren in Hessen zwar langsam wieder ausbreiten, aber noch immer gibt es Verbreitungslücken. »Der Büdinger Wald dient als wichtiger Wanderkorridor, doch zeigte sich in einer Erfassung im Winter 2016, dass die Populationsdichte der Wildkatze dort noch recht gering zu sein scheint«, erklärt Alexandra Bücking vom Büdinger BUND. Eine erneute Untersuchung soll nun feststellen, ob inzwischen wieder mehr Wildkatzen den Büdinger Wald besiedeln.

41. Projekt im Kreis

»Sobald sich die Wildkatzen am Stock reiben, hinterlassen sie Haare, die genetisch untersucht werden können. Auf diese Weise kann man nicht nur feststellen, ob wirklich eine Wildkatze und nicht doch ein anderes Tier am Stock war, sondern auch, ob es sich um eine weibliche oder männliche Wildkatze handelt und aus welcher Population sie stammt«, erklärt Bücking.

Um die Finanzierung der genetischen Untersuchung der Haarproben zu sichern, meldete sie ihr Wildkatzenprojekt bei der Umweltlotterie an. »Wir sind überglücklich über den Gewinn, jetzt können wir endlich ab Februar bis in den April die Lockstöcke ausbringen und der Wildkatze in unseren Wäldern hoffentlich auf die Spur kommen«, freut sich Bücking. In dieser Zeit sind die Wildkatzen in der Fortpflanzungszeit, damit aktiver und reagieren besonders gut auf den Baldrian. Die anschließende Genanalyse wird mit dem Gewinn der Umweltlotterie finanziert.

Das Projekt »Lebt die Wildkatze auch im Büdinger Wald?« ist das 41. Projekt im Wetteraukreis, das seit dem Start der Umweltlotterie den Zusatzgewinn für die Umwelt erzielen konnte.

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