Ein 37-Jähriger muss sich nach einer Auseinandersetzung, bei der er seinen Kontrahenten mit einem Messer verletzte, vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
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Ein 37-Jähriger muss sich nach einer Auseinandersetzung, bei der er seinen Kontrahenten mit einem Messer verletzte, vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

37-Jähriger vor Gericht

Büdingen: Streit um 150 Euro endet mit lebensgefährlichem Messerstich

  • vonConstantin Hoppe
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Es ging um Schulden über 150 Euro. Im Streit um das Geld stach ein 37-Jähriger aus Büdingen zu – in Notwehr wie er sagt. 

Büdingen – Nach Geldstreitigkeiten wurde das Messer gezückt: Ein Mann wird in der Nacht des 16. Juli vor einer Spielothek in Büdingen mit einem Messerstich lebensgefährlich verletzt. Seit Dienstag muss sich deshalb ein 37-Jähriger wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts in Gießen für die Tat verantworten. Zum Prozessauftakt stand dabei ganz die Einlassung des 37-Jährigen I. im Fokus der Verhandlung: Vor Gericht räumte er die Tatvorwürfe zwar ein, sprach allerdings von einer Selbstverteidigung.

Büdingen: Angeklagter vor Attacke wegen Körperverletzung aktenkundig

I. kam 2014 nach Deutschland, lernte die deutsche Sprache und arbeitete in verschiedenen Positionen. Wenig später wurde er wegen einer Körperverletzung aktenkundig. 2015 kam er dann nach Büdingen. Zudem begannen nach seinen Angaben auch bald Probleme mit Alkohol und Drogen: Mehrmals in der Woche konsumiert er Alkohol, Marihuana oder Kokain. Das soll auch in der Nacht des 16. Juli so gewesen sein: Später kam es dann zum Streit zwischen ihm und dem 36-jährigen Geschädigten.

Vor Auseinandersetzung in Büdingen: Beleidigungen statt Rückgabe

»Ich hatte ihm bereits mehrmals Geld geliehen und er wollte mir an dem Abend 150 Euro zurückzahlen - zuvor sollte ich ihm aber noch helfen, eine Playstation an einen Bekannten zu verkaufen«, gab I. an.

In einer Spielothek in der Thiergartenstraße in Büdingen kam es dann zu den weiteren Ereignissen. »Wir trafen uns dort und ich sagte zu ihm, er solle mir jetzt mein Geld zurückgeben«, berichtet I. weiter. »Da hat er angefangen mich zu beleidigen und ist auf mich losgegangen.«

Auseinandersetzung in Büdingen: Schlag gegen den Kopf

Es folgte demnach ein kurzes Gerangel, bei dem auch ein weiterer Mann dem Geschädigten zu Hilfe kam. Selbst erlitt I. dabei einen Schlag gegen den Kopf, nachdem er auch blutete. Danach wollte I. die Spielothek nach eigenen Angaben verlassen: »Ich hatte einer Angestellten gesagt, sie solle die Polizei rufen und wollte dann rausgehen.«

Auf dem Parkplatz vor der Spielothek kam es nach Aussage des Angeklagten dann zu den nächsten Handgreiflichkeiten und auch den Messerstichen: Nach dem Verlassen der Spielothek sei der Geschädigte ihm gefolgt und wollte die Auseinandersetzung weiterführen.

Büdingen: Mann erleidet lebensbedrohliche Verletzungen

»Ich hatte Angst und da habe ich mein Messer gezogen und nach ihm gestochen«, gibt der nur 1,58 Meter große Mann an. Und weiter: »Ich wollte ihn nicht verletzen, ich wollte mich nur verteidigen. Es ging doch nur um 150 Euro«. Dabei traf er den 36-Jährige mit dem Messer jedoch am Torso und soll ihm lebensbedrohliche Verletzungen zugefügt haben.

Doch gab es auch einige Unklarheiten in den Angaben des Angeklagten: Etwa bei der Frage nach dem Messer, das dieser dabei hatte. »Warum hatten Sie denn überhaupt ein Messer dabei?«, wollte die vorsitzende Richterin Regine Enders-Kunze von I. wissen. Dessen Antwort: »Es war doch nur ein ganz kleines Messer und es ist doch normal ein Messer dabei zu haben.« Der Prozess wird fortgesetzt.

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