1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Büdingen

Blaue Spiegel für weniger Wildunfälle

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Setzen ein Zeichen für Tierschutz und Verkehrssicherheit (v.l.): Andreas Mohr, Erich Spamer, Manfred Meißnest, Wolfgang Lorenz, Mathias Mäser und Christof Stark.	(Foto: pm)
Setzen ein Zeichen für Tierschutz und Verkehrssicherheit (v.l.): Andreas Mohr, Erich Spamer, Manfred Meißnest, Wolfgang Lorenz, Mathias Mäser und Christof Stark. (Foto: pm) © pv

Büdingen (pm). Nicht selten sterben Tiere auf den Straßen im Büdinger Wald. Auch Menschen tragen nach Wildunfällen häufig Verletzungen davon, die Blechschäden an den Autos sind meistens teuer. Laut Polizei Büdingen ist bei rund 320 Unfällen pro Jahr jeder fünfte ein Wildunfall. Allen Grund also, für Abhilfe zu sorgen.

Ihren Teil tragen die Jagdpächter der Reviere Meißnest, Lorenz und Balser/Stehr bei, die jetzt durch die Unterstützung des Jagdvereins Hubertus vergünstigte Wildwarnreflektoren der neuesten Generation anschafften und entlang der Landesstraßen installierten.

Zahlreiche Straßen führen durch den Wald, die B 457 zwischen Büches und Büdingen, die L 3193 von Büdingen nach Bindsachsen, die L 3010 von Büdingen nach Rinderbügen und die L 3195 zwischen Christinenhof und Wolf. Werden Wildunfälle bei der Polizei gemeldet, machen sich die Jagdpächter auf den Weg. »Wir fahren bei Wind und Wetter, zu jeder Nachtzeit zum Unfallort und finden oft schlimme Situationen vor«, sagt Jagdpächter Hans-Dieter Stehr. »Im besten Fall stehen beschädigte Fahrzeuge und verstörte Lenker dabei, während das betroffene Wild, zu 80 Prozent Rehe, aber auch Wildschweine, Füchse und Waschbären, zerfetzt und blutig auf der Straße liegen.« Immer wieder müssten die Jagdpächter angefahrene Tiere vor Ort von ihrem Leiden erlösen. Bilder, die selbst einem erfahrenen Waidmann an die Nerven gingen.

200 Reflektoren aufgestellt

69 Wildunfälle haben sich im vergangenen Jahr im Bereich Büdingen ereignet, sagt der Leiter der Polizeistation, Christof Stark. Laut Statistik ereignen sich die meisten Unfälle montags, dienstags und donnerstags, morgens zwischen 5 und 6 Uhr sowie abends gegen 22 Uhr. Insgesamt sei morgens zwischen 4 und 7 Uhr »Wildzeit«, abends zwischen 20 und 23 Uhr.

Jetzt schlossen sich die drei Reviere Meißnest, Lorenz und Balser/Stehr kurz und nutzten das Angebot des Jagdvereins, neue, blaue Wildwarnreflektoren mit entsprechender Spiegelung anzuschaffen. Die drei Reviere erhielten einen Zuschuss der Jagdgenossenschaften Büdingen, Wolf und der Hegegemeinschaft Büdingen-Nord. Alleine im Revier Balser/Stehr, das rundum von Straßen begrenzt wird und in den vergangenen Jahren mit die höchste Wildunfallquote zu verzeichnen hatte, wurden von Büdingen bis zum Christinenhof, über Dudenrod, Wolf und die Ruhebank bis Büdingen fast 200 Wildwarnreflektoren angebracht. Damit wurde die gesamte Strecke der bekannten Unfall-Stellen neu bestückt oder alte rote Reflektoren gegen neue blaue ersetzt.

Bei einem Ortstermin bekräftigten Polizei, Jagdgenossenschaft, Jagdverein und Jäger, sich weiter für eine Minimierung der Wildunfälle einsetzen zu wollen.

Bürgermeister Erich Spamer dankte bei dieser Gelegenheit allen Jagdpächtern und ihren Mitjägern für den ehrenamtlichen Einsatz bei der Wildbergung. Das sei nicht selbstverständlich, zumal damit immer Aufwendungen wie das Ausstellen der Wildunfall-Bestätigung für die Versicherungen und die kostenpflichtige Entsorgung des toten Wildes in der Tierkörperbeseitigungsanlage verbunden seien. Vom nächtlichen Einsatz ganz zu schweigen. Jagdpächter Hans-Dieter Stehr sagte, er komme der Verpflichtung, Tag und Nacht erreichbar zu sein, gerne nach. Denn: »Beim Wildunfall können wir unseren Mitbürgern helfen und für die Notwendigkeit der Jagd werben«.

Auch interessant

Kommentare