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Für den deutschen Waldpreis nominiert: Johanna Busch aus Büdingen.

»Aus kleinen Pflanzen werden große«

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Büdingen (pm). Das Forstportal forstpraxis.de, ein Medium aus dem Hause dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, vergibt zum vierten Mal den deutschen Waldpreis. »Neun außergewöhnliche Kandidaten aus ganz Deutschland stehen jetzt im Finale der Kategorien Waldbesitzer/in, Förster/in sowie Forstunternehmer/in des Jahres«, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Jeder, der möchte, kann bis zum 14. Juni unter www.deutscher- waldpreis.de im Online-Voting seine Stimme abgeben. Nominiert ist in der Kategorie »Waldbesitzer/in des Jahres« auch Johanna Busch aus Büdingen-Calbach.

Mit dem deutschen Waldpreis zeichnet forstpraxis.de jedes Jahr die Menschen aus, die sich in besonderer Art und Weise für die Forstbranche starkmachen. Drei Kandidaten pro Kategorie haben die Juroren ins Finale gewählt. Wer die pro Kategorie mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung mit nach Hause nehmen darf, bestimmt nun das Publikum per öffentlichem Online-Voting bis zum 14. Juni auf www.deutscher-waldpreis.de.

Engagement in Wald investieren

Neben den drei Kategorien Waldbesitzer/in, Förster/in und Forstunternehmer/in wird in diesem Jahr auch wieder der Sonderpreis »Nachhaltigkeit Wald 2021« vergeben. Die vier Preisträger werden am 21. Juni im Rahmen einer digitalen Preisverleihung um 16.30 Uhr auf www.forstpraxis.de ausgezeichnet. Seit 2005 ist Johanna Busch Besitzerin von knapp sieben Hektar Wald. Einen Großteil davon haben sie und ihre Familie selbst gepflanzt. »Es macht mir einfach die größte Freude zu sehen, wie aus so kleinen Pflänzchen große Bäume werden«, sagt sie Für den deutschen Waldpreis hat sie sich beworben, weil sie zeigen will, dass es sich lohnt, eigene Initiative und Engagement zu investieren.

Eine innige Beziehung zum Thema Wald hat die 63-jährige gelernte Verlagskauffrau schon seit jeher. Bereits der Großvater hatte in Ostpreußen 25 Hektar eigenen Wald. 1976 heiratete Busch einen Förster aus der hessischen Landesforstverwaltung. Seit 1992 arbeitet sie nach einer Fachwartausbildung selbständig als Garten- und Landschaftspflegerin.

Ihre Freizeit füllt die zweifache Mutter und dreifache Großmutter mit Musik, Lesen und Schnitzen mit der Motorsäge (Chainsaw-Carving) aus. Familie Busch besitzt außerdem zwei Pferde und drei Deutsch-Kurzhaar-Hündinnen.

2005 eröffnete sich für sie unerwartet die Möglichkeit, ein Stück Privatwald mit angrenzendem Grünland zu kaufen. Die Freifläche war bereits als Aufforstungsfläche genehmigt. Die Baumauswahl war bunt gemischt. Verschiedene Arten an Laubholz, ein bisschen Nadelholz, Waldrandgestaltung mit Vogelschutzgehölzen und einigen Besonderheiten wie Walnuss, Esskastanie, Rosskastanie und Speierling. Der Zaun seinerzeit war gebraucht, nur die Pfosten musste zugekauft werden.

2007 kam dann mit dem Orkan Kyrill der erste Rückschlag, der einen Hektar 40-jähriger Fichte warf. Ein befreundeter Forstwirt und Kletterer half bei den schwierigen Motorsägearbeiten im Windbruch. Inzwischen ist die Wiederaufforstung gut aufgewachsen. 2020 verursachten aber Borkenkäfer eine Kalamitätsfläche von rund 0,5 Hektar. Diese soll nun unter Nutzung und Schutz der vorkommenden Naturverjüngung mit passenden Baumarten wieder aufgeforstet werden.

Ebenfalls 2005 pachtete Busch im Stadtwald Büdingen einen ungenutzten alten Pflanzgarten und legte einen Weihnachtswald an. 2011 konnten dort die erste Veranstaltung durchgeführt werden.

Zertifizierung 2006 erhalten

Der »ökologische Einklang von Wald und Wild« ist Busch wichtig. Dafür braucht man ein gutes Verhältnis zu Jägern und Landwirten. In einem Teil ihres Waldes können ihr Mann und Schwiegersohn auch auf den eigenen Verjüngungsflächen das Rehwild bejagen, um Schäden zu verhindern. Das Wild selbst wird in der eigenen Wildkammer verwertet.

Für den Waldpreis hat sich Johanna Busch beworben, weil sie anderen Kleinprivatwaldbesitzern Mut machen möchte. Sie möchte zeigen, das es sich lohnt, eigene Initiative zu zeigen und Arbeit zu investieren. Das Ergebnis, »einen eigenen wunderschönen Wald« zu haben sei ganz wichtig.

Bereits seit 2006 wurde der kleine Wald PEFC-zertifiziert. Die geschnitzten Schilder für die Abteilungen machen durch die PEFC-Info-Tafel auch die Waldbesucher darauf aufmerksam. »Wir werden unseren Wald erhalten und pflegen und Freude daran haben, auch wenn es viel und harte Arbeit ist. Es lohnt sich immer: kleine Pflanzen werden große Bäume.«

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