In ihren Kunsthof in der Stresemannstraße 5 lädt Patrizia Zewe Freunde des bunten Lebens ein. FOTOS: IHM
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In ihren Kunsthof in der Stresemannstraße 5 lädt Patrizia Zewe Freunde des bunten Lebens ein. FOTOS: IHM

Bohème im Hinterhof

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Als sie Ende letzten Jahres von München zurück nach Bad Nauheim zog, wollte Patrizia Zewe kulturelle Ereignisse in ihrer Wohnung veranstalten. Wegen der Corona-Krise dachte sie um und bietet nun einen Kunsthof unter freiem Himmel an. Treffpunkt ist der Hinterhof der Stresemannstraße 5.

Der Weg zum Kunsthof führt über den Eingang der Stresemannstraße 5 oder durch das Café "Crème de la Crème" hin zu einem Bad Nauheimer Hinterhof. Gemälde, Pflanzen und Kaffeehaus-Möbel vermitteln der Szene einen künstlerisch-urbanen Hauch, Hausherrin Patrizia Zewe steht inmitten der farbenfrohen Kulisse. "Letzten Monat haben wir hier den Kunsthof eröffnet", schildert sie. Mit Jürgen Wegener und Cosynus waren zwei andere Künstler dabei, die "Singing Sixties" machten Musik. "Wir waren überrascht und erfreut, wie viele Besucher da waren. Es kam gut an, und ich habe beschlossen, diese Fläche weiter als Kunsthof zu nutzen."

Zewe zog Ende letzten Jahres von München nach Bad Nauheim in das Haus zurück, wo früher der Europäische Hof angesiedelt war. Berühmte Persönlichkeiten logierten dort, wie Otto Hahn und Yehudi Menuhin. "Und Elvis saß hier an der Bar."

Ziel der Künstlerin war letztes Jahr noch, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Filme, Fashion Cafés und Salonabende in ihrer Wohnung zu organisieren. Durch die Corona-Krise war es nicht möglich, daher weicht sie nun auf den Hof aus. "Aber auch wenn keine Events sind, hängt dort Kunst - immer, wenn es nicht regnet." Es sei ein Kunsthof mit Kaffee und Kuchen, ein "bohèmiger" Hinterhof, um sich von den ausgestellten Kunstwerken verzaubern zu lassen. "Und morgen findet das nächste meiner Projekte statt, das ›Fashion Café‹. Ich probiere zum ersten Mal, ob es in Bad Nauheim angenommen wird. In München war es immer super, wurde zu einem festen Termin, zu dem meistens Frauen kamen und wo sich Freundschaften ergeben haben."

Mode und Kunst vereinen sich

Es gehe dabei um Tauschen, Stylen und Shoppen. "Gott sei Dank gehört zur Kunst mittlerweile auch Fashion. Das war früher nicht der Fall, aber Vivien Westwood und anderen großen Modedesignern wie Jean Paul Gaultier haben wir zu verdanken, dass die Mode auch in den Kunstbereich geht", konstatiert Zewe. Mode mache das Leben genauso schön und freudvoll wie Kunst, beide Richtungen vermischten sich. "Und das ist mein Thema." Vor vielen Jahren entstand der Gedanke in ihrer Galerie in Schwabing, ebenso wie eine weitere Idee, das Kunst-Tauschen. "Das ist nämlich das nächste Projekt." Kunst-Tauschen bedeute aber nicht, ein Kunstwerk gegen ein anderes zu geben. "Man hängt neben das Kunstwerk Post-it-Zettel und bietet Leistungen an: einen Haarschnitt, eine juristische Beratung, einen Ring beispielsweise." Der Künstler könne dann entscheiden, wofür er das Bild hergibt. "Das waren die Kunsttauschtage in München. Ein paar meiner Ideen, die ich in München verwirklicht habe, möchte ich herholen, so wie diese", erzählt die Künstlerin. Denn überall gebe es Kunstschaffende, aber auch Offerten wie Friseursalons, Kosmetikstudios und vieles andere. Künftig soll der Kunsthof noch schöner werden: Zewe will eine Lounge-Sitzgruppe stellen und die Idylle im Shabby Stil, mit Patina, lässig und "bohèmig" noch großflächiger gestalten. Ein Freund habe zu ihr gesagt: "Wo du bist, ist es bunt." Das sei so, bestätigt die Künstlerin: "Und ich freue mich, wenn ich hier Freunde des bunten Lebens treffe."

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