In Bad Nauheim soll es am Freitag eine Gedenkveranstaltung anlässlich der Bluttat in Hanau geben.
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In Bad Nauheim soll es am Freitag eine Gedenkveranstaltung anlässlich der Bluttat in Hanau geben.

Fasching-Umzüge Wetterau

Bluttat in Hanau: Wetterauer Städte äußern sich zu Fasching-Umzüge - Gedenkveranstaltung in Bad Nauheim und Friedberg

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Die Bluttat in Hanau schockt die Menschen. Elf Menschen sind tot. In Friedberg wurden jetzt erste Konsequenzen gezogen. Zudem sollen Gedenkveranstaltungen stattfinden.

Update, 21.2.2020, 14.30 Uhr - Empörung, Wut und Mitgefühl hat der rassistisch motivierte Terroranschlag von Hanau, dem neun Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer gefallen sind, auch in der Kurstadt ausgelöst. Handelt es sich doch bei Bad Nauheim wahrscheinlich um die internationalste Stadt in der Wetterau. "Hier sind Menschen aus fast hundert Nationen beheimatet", weiß Sinan Sert, Vorsitzender des Ausländerbeirats. Nach dem feigen Mordanschlag rufen Sert und Dr. Bernt Kampmann (Vorsitzender Internationaler Club) zu einer Gedenkveranstaltung am Samstag auf. Beginn ist um 12 Uhr auf dem Aliceplatz. 

Bluttat in Hanau: Mahnwache in Friedberg

Neben Sert und Kampmann werden Bürgermeister Klaus Kreß und eine Vertreterin der evangelischen Gemeinde das Wort ergreifen. "Solch ein Anschlag kann überall passieren. Wir wollen den Angehörigen der Opfer zur Seite stehen und den Zusammenhalt der Gesellschaft demonstrieren", sagt Sert. In Bad Nauheim funktioniere das Zusammenleben sehr unkompliziert. Allerdings gebe es "Schwellenängste", die den Kontakt zwischen Bürgern unterschiedlicher Herkunft erschwerten.

Auch in Friedberg soll eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer der rassistischen Morde stattfinden. Unter dem Motto "Wir stehen zusammen" veranstaltet die Antifaschistische Bildungsinitiative am Mittwoch, 26. Februar, um 18 Uhr die Mahnwache auf dem Europaplatz in Friedberg.

Update, 21.2.2020, 11.37 Uhr - Der für den heutigen Freitag geplante "Sturm aufs Rathaus" hat Friedbergs Bürgermeister aufgrund der Bluttat in Hanau bereits gestern abgesagt. Bei dem rassistisch motiviertem Anschlag wurden zehn Menschen getötet.

Auch am Wochenende, Rosenmontag und Faschingsdienstag sind weitere Veranstaltungen in der Wetterau geplant. Unter anderem die Faschingsumzüge, bei denen zahlreiche Menschen Kamelle sammeln und ausgelassen das Ende der närrischen Zeit feiern. 

Bürgermeister Dirk Antkowiak betont auf Nachfrage, der Friedberger Narrenexpress finde wie geplant statt. Das Innenministerium habe bis Freitagabend Trauer verordnet. "Am Samstag geht das normale Leben weiter", sagt Antkowiak. Auch die Fasching-Veranstaltungen am Samstag "finden ganz normal statt". 

Bluttat in Hanau: Umzüge in Ober Mörlen und Stammheim

Der Friedberger Narrenexpress ist in diesem Jahr mit 89 Wagen noch größer als in den Vorjahren. Auch das Hessenfernsehen überträgt den närrischen Umzug, sagt Friedbergs Bürgermeister.

Neben dem Friedberger Narrenexpress gehören auch der Ober Mörler Faschingsumzug am Sonntag sowie der Stammheimer Faschingsumzug am Dienstag zu beliebten Veranstaltungen. Von Seiten der Stadt Florstadt und auch von der Gemeinde Ober Mörlen heißt es, die Umzüge fänden wie geplant statt.

Erstmeldung, 20.2.2020, 17 Uhr - Die Bluttat in Hanau schockiert die Menschen, auch in der Wetterau. In Friedberg hätte am morgigen Freitag um 12.30 Uhr der Kampf um die Stadtherrschaft begonnen. Beim "Sturm aufs Rathaus" hätten Bürgermeister Dirk Antkowiak und Gefolge zwar versucht, sich gegen die närrische Machtübernahme zu wehren, letztendlich hätten sie aber doch kapituliert und den Schlüssel fürs Rathaus an die Närrinnen und Narrhalesen überreicht. Aus all dem wird nichts, den in Anbetracht des Terrroranschlags von Hanau hat der Friedberger Bürgermeister den "Sturm aufs Rathaus" abgesagt. 

Bluttat in Hanau: Mahnwachen in zahlreichen Städten

In Hanau waren am späten Mittwochabend bei Schüssen elf Menschen ums Leben gekommen. Es handelt sich um einen mutmaßlich rechtsextremen Terror-Anschlag.

Die Antifaschistische Bildungsinitiative hat angekündigt, heute um 18 Uhr zum Marktplatz in Hanau zu kommen und an der Mahnwache teilzunehmen. "Wir stehen an der Seite der Angehörigen und Betroffenen dieses rassistischen Terroranschlages", hieß es in einer Mitteilung.

Auch Gießen hat den närrischen "Rathaus-Sturm" wegen der Bluttat in Hanau abgesagt. Zahlreichen Städten haben angekündigt Mahnwachen für die Opfer des rechtsextremen Terror-Anschlags abzuhalten. 

agl/mmf/bk

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