Ella darf bei der Aktion "Blitz for Kids" an der Grundschule Echzell mit ihren Großeltern schimpfen und überreicht eine gelbe Karte für zu schnelles Fahren.
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Ella darf bei der Aktion »Blitz for Kids« an der Grundschule Echzell mit ihren Großeltern schimpfen und überreicht eine gelbe Karte für zu schnelles Fahren.

„Blitz for Kids“

Blitzaktion in Echzell: Viertklässler verteilen gelbe Karten an Verkehrssünder

  • vonMarion Müller
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Zehn Fahrer zu schnell: Das ist die Bilanz der Blitzaktion vor der Grundschule in Echzell. Die Polizisten waren aber nicht alleine: Schüler unterstützten sie und verteilten gelbe Karten an Verkehrssünder.

Polizeioberkommissarin Sabine Axmann weist mit ihrer roten Polizeikelle dem nächsten Fahrer den Weg auf den Parkplatz hinter der Kurt-Moosdorf-Schule in Echzell. Polizeihauptkommissar Martin Frank hat ihn auf der Hauptstraße vor der Grundschule in Echzell mit sechs Stundenkilometern zu schnell gemessen, abzüglich der Toleranz von drei Stundenkilometern. Hier gilt während der Schulzeit 30.

Viertklässlerin Ella darf nun schimpfen gehen und überreicht eine gelbe Karte an ein bekanntes Gesicht: Der Fahrer ist ihr Opa, nebendran sitzt ihre Oma. »Es ist toll auch mal mit Opa zu schimpfen. Aber ich fand es blöd, dass er zu schnell gefahren ist«, sagt die Viertklässlerin. Von den Polizeibeamten bekommt ihr Opa noch ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro.

Blitzaktion in Echzell: „Blitz for Kids“ ist Teil der Verkehrserziehung

Die Aktion »Blitz for Kids« der Polizei Wetterau gehört zur Verkehrserziehung an den Schulen. Polizeihauptkommissar Frank erklärt den Schülern zum Beispiel, wie die Lasermesskamera funktioniert. Die Viertklässler dürfen dann an zu schnelle Fahrer gelbe Karten verteilen. Für vorbildliches Fahrverhalten bekommen die Fahrer eine grüne Karte und Lob von den Schülern.

Ellas Opa bleibt an diesem Freitagvormittag nicht der einzige mit einer gelben Karte. Insgesamt zehn Fahrer sind zu schnell gefahren. »Ich war mit dem Kopf woanders«, geben die meisten als Begründung an. Viele ärgern sich aber auch über ihr Verhalten. Die Kinder finden die richtigen Worte: »Bitte achten Sie auf uns« oder »Sie begeben uns Kinder in Lebensgefahr« müssen sich die Fahrer anhören.

Spitzenreiter an diesem Vormittag ist eine junge Frau. Statt den vorgeschriebenen 30 ist sie 48 Stundenkilometer gefahren. Abzüglich der Toleranz sind das 15 Stundenkilometer zu schnell. Das bedeutet ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro und eine gelbe Karte von den Viertklässlern. Die junge Frau in ihrem Ford ist sichtlich erstaunt, wie viel sie zu schnell gefahren ist.

Blitzaktion in Echzell: Nicht nur zu schnelle Fahrer unterwegs

Auch wenn die Aktion zu schnelles Fahren ahndet, müssen die Polizisten doch auch manch andere Verstöße feststellen: In vier Fahrzeugen sind insgesamt sieben Personen nicht angeschnallt. Von Reue ist bei einem Fahrer keine Spur: »Es kommt oft vor und wir kalkulieren das schon mit ein«, erklärt er. Er müsse wegen der Arbeit ständig aus dem Auto aussteigen und ohne Gurt sei das bequemer. Auch müssen die Beamten manch einen über die Ladungssicherung belehren.

»Ich finde das eine super Aktion«, lobt Katja Trupp, die gerade eine grüne Karte überreicht bekommt. Trupps Tochter geht ebenfalls in die vierte Klasse der Kurt-Moosdorf-Schule. »So viele Menschen sind zu schnell. Es wäre schön, wenn hier generell ein Blitzer stehen würde. Nur so fahren die Leute langsamer«, ist sich die Mutter sicher.

Insgesamt dürfen die Viertklässler in den 2,5 Stunden aber mehr loben als schimpfen: 21 Fahrer haben sich vorbildlich an die 30 Stundenkilometer vor der Grundschule Echzell gehalten. Einige Polizeibeamte glauben aber auch, »die Aktion hat sich bestimmt schon in den Sozialen Medien rumgesprochen.«

Niklas findet die Aktion »cool«. »Es war toll eine grüne Karte zu überreichen«. Er lobt auch den Fahrer: »Vielen Dank, dass Sie sich an die 30 kmh gehalten haben und fahren Sie so weiter.«

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