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ZUM NACHDENKEN

Den Blick wechseln

  • vonred Redaktion
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"DON’T TRUST GOD" hat jemand mit großen, unübersehbaren Buchstaben in den Außenputz der Friedberger Kirche gekratzt. Ein unübersehbares Bekenntnis und zugleich ein unüberhörbarer Hilferuf. Wie viel Wut und Enttäuschung stecken in diesen Worten. Wenn du nicht einmal mehr deinem Gott trauen kannst? In diesen Zeiten? In deinem Leben? - "Herr auf dich traue ich, lass mich nicht zuschanden werden!", so ruft der Beter des 71. Psalms. Hier hatte einer ähnliche Zweifel und wendet sich am Ende doch bittend an diesen Gott!

Heute ist Buß- und Bettag. Da lassen sich insbesondere evangelische Christen daran erinnern und einladen, umzukehren, die Dinge noch mal neu und anders zu betrachten und anzugehen. Auch wenn die gekratzte Botschaft im Putz wahrhaftig nicht schön aussieht und Sachbeschädigung ist, so hat jener Unbekannte für seinen Hilferuf mit der Außenmauer der Kirche doch schon mal die richtige Richtung gefunden.

Mit dem Bußtag lädt Gott uns gewissermaßen ein, nicht draußen an der Mauer stehen zu bleiben, sondern reinzukommen - in sein Haus, ins Leben. Es neu zu versuchen, anders anzugehen, den Blick zu wechseln. Beim alten Beter des 71. Psalms führt das zu der erstaunten Erkenntnis: "Du bist ja meine Zuversicht, Herr, meine Hoffnung…!"

Volkhard Guth, Pfarrer und Dekan des ev. Dekanats Wetterau

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