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Befreiung aus Eiseskälte

  • VonAnnette Hausmanns
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»Die Schneekönigin«: Gänsehaut und Standing Ovations gehörten vier Tage lang dem musikalischen Herzkino der Assenheimer Theaterjugend im Bürgerhaus. Dessen Tore durften sich nach langem Lockdown endlich wieder öffnen - für ein Musiktheater vor echtem Publikum. Umso mehr fühlten alle mit, als im Musical mit dem Öffnen der Schlosstore die Geschichte um die Befreiung aus Eiseskälte Fahrt aufnahm.

Ihr seid unser Gänsehautpublikum«, bedankt sich Norbert Deforth, der Gesamtleiter der Theatergruppe Assenheim (TG Ass), nach drei grandiosen Musicalstunden im Assenheimer Bürgerhaus. Mit Defaorth strahlen 46 junge und ganz junge Mimen, Tänzer und Sänger um die Wette, und das begeisterte Publikum denkt noch lange nicht daran, sich in Richtung Ausgang zu bewegen. Viel zu lange haben alle diesen magischen Momenten auf Schloss Rosendal und seiner eisig-bizarren Umgebung entgegengefiebert.

Wer Christian Andersens Märchen oder Disneys Film von der »Eiskönigin« kennt, weiß um die Zauberkraft von Prinzessin Ella, wie sie in Assenheim heißt, weiß um ihr magisches Schicksal und den hoch emotionalen Weg zum Sieg der Liebe über ein verwunschenes Herz aus Eis.

Wie in einer anderen Welt, durften sich die Besucher am Wochenende im Bürgerhaus vom ersten Augenblick an dem Zauber aus Kulissen, Licht und Kostümen, Theaterspiel, Tanz, Musik und Gesang hingeben - einer vielschichtigen Geschichte zwischen grausamer Einsamkeit und echter Freundschaft, Verrat und wahrer Liebe, noch dazu reich gespickt mit Talent, Können, humoresken Einlagen und musikalischen Überraschungen unter maßgeschneiderter Federführung von Bernd Kohn und seinen Musikern, die das Playback zum Live-Gesang einspielten.

Dank dramaturgischer Kniffe durfte das Publikum Zeuge werden, wie die beiden Königstöchter heranwuchsen, wie sie durch die List der personifizierten Kälte entzweit und durch den todesmutigen Einsatz ihrer Kindermädchen, Freunde und Trolle gerettet wurden.

Nacheinander schlüpften auf der Zeitschiene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in die Hauptrollen der beiden Schwestern und ihres Freundes Kai, umgeben von festen Größen auf ihrem Weg zur Erlösung aus vermeintlich ewigem Eis.

Vom heranwachsenden Talent bis zur strahlenden Bühnenpräsenz mit herausragender Stimme reichte die faszinierende Palette. Eigentlich gehörten alle Aktiven vor und hinter der Bühne beim Namen genannt, wenn denn dies nicht den Zeitungsrahmen sprengen würde. Zu den musikalischen Gänsehauthöhepunkten zählte neben der Schneekönigin herzergreifendem Titelsong »Lass jetzt los« die stimmgewaltige Auseinandersetzung zwischen Schneekönigin Ella (glanzvoller Stern: Beatrice Marie Schmidt), ihrer Schwester Hanna (warmherzig und kraftvoll: Maja Pfuhl) und der unverfrorenen Kälte (perfekt diabolisch und berührend im Alt: Victoria Pfitzner).

Talent, Können und Überraschungen

Starke Auftritte zauberten auch Louisa Falk als Kindermädchen Ilva, Johann Kabaca als energiegeladener Prinz Franz und Lavinia Leipzig in ihrer Rolle als wundervoll verpeilte Frau Hulda Holle auf die Bühne, nicht zu vergessen die herrlichen Blödeleien der Schneegnome Zapf (Lilly van der Bruck) und Flöck (Zoe Mlakar, Celiná Magro) oder die in sich ruhenden Auftritte von Kai (Maxi Weseler) und seiner süßen kleinen Trolltante Jonne (Caja Bertels) ebenso wie Josy Schuch und Joolz Mlakar als Frida und Mette in ihrer köstlichen lettischen Verkaufsbude. Junge und jüngste Mimen und Tanzgruppen begeisterten das Publikum mit Bühnenpräsenz und ausgefeilten Choreografien. Besondere Momente bescherten Lea Kerbaum und Norbert Deforth der Szenerie, als die beiden TG Ass-Säulen als uriger Troll-Memmel und als krönender Bischof den Regie- gegen den Bühnenraum tauschten.

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Schlüsselmoment: Schneekönigin Ella (Beatrice Marie Schmidt) brilliert mit ihrem Titelsong »Lass jetzt los«.
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