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IMPULS

Barbarazweige

  • vonred Redaktion
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"Hat ein Blümlein bracht, mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht" (GL, Nr. 243): In den vergangenen Tagen habe ich im Garten die Bäume ein wenig zurückgeschnitten, darunter auch den Kirschbaum.

Bereits in urchristlicher Zeit war es Brauch, vor der Sonnenwende (24. Dezember) Kirschzweige zu schneiden und sich diese mit etwas Wasser in eine Blumenvase in die Wohnung zu stellen, und zwar am Vorabend des Fest-/Namenstags der heiligen Barbara (4. Dezember), in der Erwartung, dass diese am Vorabend von Weihnachten (Heiliger Abend) aufblühen. Seitdem werden diese Kirschzweige auch als Barbarazweige bezeichnet.

In der Zeit zwischen dem Schneiden und dem Blühen liegen bemerkenswerterweise einundzwanzig Tage - also "drei mal sieben" Tage. Zum einen ein realer Wachstumszyklus der Knospe bis zur Blüte, zum anderen eine theologische Zahlensymbolik. Der uralte Brauch der Barbarazweige ist mit Blick auf die Sonnenwende eine Erinnerung an das christliche Mysterium, dass letztlich die Kälte der Wärme (Liebe), und letztlich die Finsternis dem Licht (Leben) weicht.

Wenn Sie möchten, dann setzen Sie sich in einer ruhigen Minute in das milde Licht einer Kerze oder Ihres Adventskranzes und meditieren, beziehungsweis überlegen für sich: Was ist für diese Adventszeit meine Hoffnung, was wünsche ich mir, was soll in mir - wie eine derzeit noch scheinbar leblose Knospe - aufblühen, was könnte es sein, das Gott mir an Weihnachten schenken möchte - das ich in mir selbst noch nicht sehe?

So wünsche ich Ihnen in dieser Adventszeit die Erfahrung der Stille, der inneren Einkehr und der Besinnung.

Dr. Johannes Andreas van Kaick

Dipl.-Theologe, Techniker und Pfarrgemeinderatsmitglied

Verklärung Christi

Bad Vilbel Heilsberg

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