Mit Leiter, Säge, Teleskopschere und Astschere "bewaffnet" erläuterte Mirko Franz (auf der Leiter links) den Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt.				FOTO: LUTZ
+
Mit Leiter, Säge, Teleskopschere und Astschere »bewaffnet« erläuterte Mirko Franz (auf der Leiter links) den Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt. FOTO: LUTZ

Wie Bäume gepflegt werden

  • vonStephan Lutz
    schließen

Ober-Florstadt (sl). »Wir brauchen drei bis vier starke Leitäste, das gilt für jede Obstbaumsorte.« Mit diesen Worten von Mirko Franz von der gleichnamigen Wetterauer Obstbaumschnittschule starteten am Samstag rund 20 Interessenten in den ganztägigen Obstbaumschnittlehrgang der Stadt Florstadt in Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) Nieder-Florstadt. Die Begrüßung übernahm Bürgermeister Herbert Unger. Franz fungierte erstmals als Kursleiter, war im vergangenen Jahr jedoch bereits für den OGV in Aktion getreten. Begonnen wurde beim Lehrgang mit einer theoretischen Einführung im Bürgerhaus Ober-Florstadt, ehe sich der Praxisteil auf der Hochzeitswiese anschloss.

Ziel: Streuobst erhalten

In der Nähe des Hochbehälters »am schwarzen Berg« griff sich Franz Leiter, Teleskop- und Astschere, um gemeinsam mit den Absolventen die richtigen Ertrags- und Verjüngungsschnitte durchzuführen.

Nachdem in der Theorie die grundlegenden Wuchsprinzipien, die Wichtigkeit von Pflanzschnitt und Verbissschutz beim jungen Baum und die notwendigen Pflegemaßnahmen wie Wässern und Düngen behandelt wurden, wussten die Teilnehmer, dass in den ersten zehn Jahren umfangreiche Erziehungsschnittmaßnahmen erforderlich sind. In der Hauptertragsphase sind dann alle zwei Jahre Pflegeschnitte unabdingbar, sagte Franz. Grundsätzlich gelte es, die Statik des Baumes zu beachten und zu erhalten.

Franz hat sich den Erhalt von Streuobstbeständen auf die Fahnen geschrieben. Er sprach davon, dass es allein in Deutschland vor hundert Jahren rund tausend regional vertretene Apfelsorten gab, die zum Backen, Lagern, Keltern oder Mosten gezüchtet wurden. Heute dagegen seien es nur noch rund hundert. Mit jedem alten Baum drohe eine alte Sorte zu sterben, deshalb gelte es jetzt zu pflegen und auch Bäume neu zu pflanzen: »Sonst gibt es bald nur noch aromatisierte und gespritzte Alternativen aus dem Erwerbsobstanbau.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare