Sein Eissalon hat geschlossen. Stattdessen bietet Alessandro Colombo (r.) von "Le-Tre-Caravelle" an seinem Weihnachtsstand Waffeln, Glühwein und Bratwurst.
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Sein Eissalon hat geschlossen. Stattdessen bietet Alessandro Colombo (r.) von "Le-Tre-Caravelle" an seinem Weihnachtsstand Waffeln, Glühwein und Bratwurst.

Weihnachtsgeschäft

Zurückhaltender Auftakt

  • vonChristine Fauerbach
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Karbener und Bad Vilbeler Geschäftsleute stellen sich auf die Kundenfrequenz ein. Manche öffnen später, andere schließen früher. Das Vorweihnachtsgeschäft sei in diesem Jahr anders.

Normalerweise ist die Adventszeit für den Handel die umsatzstärkste im ganzen Jahr. Wie ist das bei den Bürgern vor Corona beliebte Christmas Shopping vor und am ersten Adventwochenende in Karben und Bad Vilbel verlaufen?

"In Karben verläuft das Vorweihnachtsgeschäft wie überall eher verhalten. Auch am 1. Adventssamstag war es Corona mäßig", sagt Mike Barowski. Der Vorsitzende des Gewerbevereins Karben lädt zum dreitägigen "Nikolaus-Shopping" vom 3. bis 5. Dezember ein. Von der Aktion erhoffen sich die Anbieter einen Schub. "Die Flucht ins Online-Geschäft hilft den Innenstädten nicht", weiß Barowski. Zudem könne der kleine Einzelhändler preislich nicht mit den großen Online-Händlern konkurrieren. Erzielt werden könnten nur Einzeleffekte mit "Bleib uns treu-Aktionen" bei Stammkunden. "Ich bin kein Gegner des digitalen Geschäfts, habe aber Angst davor, auf wie viele leere Schaufenster wir in den Innenstädten nach Corona blicken werden", gibt der Vorsitzende des Gewerbevereins zu.

Die Pandemie setze den Einzelhändlern zu. Sie reagieren darauf. "Ich mache eine halbe Stunde früher zu, weil abends keiner mehr kommt", sagt Simone Roßmus von "Sie & Er Mode und Wäsche" in Karbens Neuer Mitte. Zudem würde sie gern an den Adventssonntagen öffnen und dafür lieber an einem Wochentag ihr Geschäft schließen. "Der Textileinzelhandel wird durch die von der Bundes- und Landesregierung erlassenen Regelungen benachteiligt. Jetzt wären Sonntagsöffnungen wichtig", fordert sie. "Dem Einzelhandel werden keine verkaufsoffenen Sonntage erlaubt, Tankstellen mit ihren Shops haben dagegen das ganze Jahr über geöffnet", ergänzt ihre Mutter Heidrun Roßmus.

Öffnungenszeiten verkürzt

"Ich verkaufe meine Waren nicht online, da ich oft nur Einzelstücke habe. Dafür freuen sich meine Kunden wieder auf meinen dritten Online-Adventskalender bei Facebook. Dort gibt es hinter jedem Türchen einen Tipp rund ums Fest, Plätzchen- oder andere Rezepte sowie Infos zu weihnachtlichen Traditionen in aller Welt", berichtet Simone Roßmus.

"Nach dem ersten Lockdown lief das Geschäft wieder etwas besser, jetzt ist es wieder verhalten. Wir öffnen unser Geschäft seit dem Lockdown im Frühjahr morgens eine halbe Stunde später, um 9.30 Uhr statt um 9 Uhr. Unsere Kunden sind an Verordnungen gebunden, vereinbaren Termine", sagt Alina Pöhlemann von der Karbener "Pöhlemann Augenoptik & Hörakustik"-Filiale.

"Zum Bummeln und sich über die Trends 2021 zu informieren, kommt aus Angst vor Ansteckung kaum jemand. Zudem ist die Eisdiele in der Neuen Mitte geschlossen", sagt sie.

Statt mit Eisspezialitäten, Cappuccino oder Espresso verwöhnt Alessandro Colombo von "Le-Tre-Caravelle" Flaneure und Geschäftskunden derzeit an seinem Weihnachtsstand mit Waffeln, Glühwein und Bratwurst.

Weihnachtlich geschmückte Bäume

Der Vorsitzende des Gewerbering Bad Vilbel, Jochen Lukarsch, sagt zur Situation der Mitglieder: "Wir haben Geschäfte dabei, die ihre Öffnungszeiten eine halbe oder ganze Stunde verkürzt haben. Andere schließen wieder wie vor 20 Jahren ihre Geschäfte Mittwochnachmittags."

In Bad Vilbel gebe es vor Weihnachten keine Sonderaktionen. "Die Kunden sollen zu den normalen Öffnungszeiten kommen", sagt Lukarsch. Die Bad Vilbeler Geschäftsleute hätten sich von verkaufsoffenen Sonntagen in der Pandemie distanziert, um Menschenansammlungen zu verhindern. "Wir sind nicht ideenlos, sondern vorsichtig." Sein Tipp: Anderen mit einem Gewerbering-Gutschein eine Freude zu bereiten. "Der Beschenkte kann sich einen extra Wunsch ganz nach seinem Geschmack in mehr als 100 Bad Vilbeler Geschäften erfüllen."

Zu kaufen gibt es die Gewerbering-Gutscheine bei Delazer - world of sports, Frankfurter Straße 70; Meyer Augenoptik, Frankfurter Straße 27; Schuh-Schmitt, Frankfurter Straße 100 und Rewe Bernd Kaffenberger, Rodheimer Straße 15. Auf weihnachtliches Flair müssen die Bad Vilbeler in der Innenstadt nicht verzichten. Dafür hat Rosa Mannino von "Expression the dress company" mit ihrer "Elfen-Aktion" gesorgt. Rote Schleifen an Bäumen und Tannenzweigen sollen die Vorfreude auf Weihnachten erhöhen und gute Laune verbreiten.

Mit Internetshop und Personal-Shopping-Terminen außerhalb der Geschäftszeiten sowie ihrem Instagram-Blog und Rabatt-Aktionen auf alle aktuellen Kollektionen wirbt sie um Kunden. Olga Gioga von "Magic Mode" sagt, dass die Besucherfrequenz in der Innenstadt durch die geschlossene Gastronomie geringer ist als sonst. Den Kunden fehle es, ihr Shoppingerlebnis nicht mehr mit einer Tasse Kaffee verbinden zu können. "Wir sind froh, dass wir öffnen dürfen, wir keine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken mussten und bisher durchgehend für unsere Kunden da sind."

Nikolaus-Shopping in 31 Geschäften

Der Gewerbeverein Karben will mit dem Nikolaus-Shopping während der zweiten Shutdown-Phase ein Zeichen setzen. 31 Geschäfte nehmen teil. "Es ist genau jetzt wichtig, das Karbener Gewerbe zu unterstützen", erklärt Mike Barowski, worum es bei der Veranstaltung geht, die als Bestandteil der IHK-Kampagne "Heimat shoppen" angeboten wird.

Das Nikolaus-Shopping stehe im Zeichen der Corona-Pandemie, die Erlebniseinkauf, Mitmachaktionen und Massenunterhaltung verbieten. Der Schwerpunkt liege auf den Sortimenten, Rabattangeboten und Gewinnspielen - und das alles relativ dezentral und über Karben verteilt. cf

Der Gewerbeverein Karben will mit dem Nikolaus-Shopping während der zweiten Lockdown-Phase ein Zeichen setzen. 31 Geschäfte nehmen an der Aktion teil. "Es ist genau jetzt wichtig, das Karbener Gewerbe zu unterstützen", erklärt Mike Barowski, worum es bei der Veranstaltung geht, die als Bestandteil der IHK-Kampagne "Heimat shoppen" angeboten wird. Das Nikolaus-Shopping stehe im Zeichen der Corona-Pandemie, die einen Erlebniseinkauf, Mitmachaktionen oder Massenunterhaltung verbieten. Der Schwerpunkt liege auf den Sortimenten der Geschäfte , Rabattangeboten und Gewinnspielen - und das alles relativ dezentral und über Karben verteilt. cf

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