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Ziegelei-Kreisel in Massenheim eingeweiht

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Der neue Ziegelei-Kreisel.
Der neue Ziegelei-Kreisel. © Christine Fauerbach

Bad Vilbel (cf). Ein Originalteilstück des 60 Meter hohen Massenheimer Ziegelschornsteins überstand die Sprengung am 31. Oktober 2015 fast unbeschadet. Jetzt ziert das 5,20 Meter hohe Teilstück, das einst 30 Meter über dem Boden in die Höhe ragte, den ersten neuen Kreisel direkt an der Bahnunterführung in der Homburger Straße.

Mit Sockel und Aufmauerung hat es eine Höhe von sechs Metern. Im Sockelbereich ist es von losem Klinkermaterial, im äußeren Kreiselbereich von Schottersteinen umgeben. Im Halbkreis wird der Schornstein von fünf aufsteigenden Cortenstahlplatten eingerahmt. Auf zwei von ihnen wurden die Jahreszahlen »1865« und »1995« ausgelasert. Eine Tafel in der Grünfläche neben dem Kreisel erinnert daran, dass das neue Kreiselkunstwerk »an 150 Jahre Massenheimer Ziegeleigeschichte« erinnert.

»Der 60 Meter hohe Schornstein war über 40 Jahre lang ein Orientierungspunkt und das Wahrzeichen Massenheims. Das Ziel war eine maximale authentische Kreiselgestaltung, die weltweit einzigartig ist – und auch bleiben wird. So etwas gibt es nur in Bad Vilbel. Selbst viele Zieglerkollegen können sich das kaum vorstellen«, betonte Diplom-Kaufmann Michael Strauch am Freitagabend bei der offiziellen Einweihung. »Sieben Monate nach der Sprengung steht er wieder, der Massenheimer Ziegeleiturm«.

Um seine Wiederauferstehung als Kreiseldenkmal mitzuerleben waren zahlreiche Kommunalpolitiker und Bürger gekommen, darunter ehemalige Ziegeleimitarbeiter und der Seniorchef von KeraForm und TerraConcept, Fritz Strauch. Michael Strauch lobte die an einen Chirurgen erinnernde Arbeit des Sprengmeister Robert Zeller, erinnerte an Sicherung, Transport und Aufstellung des Teilstücks im Kreisel durch Andreas Bahmer und Jürgen Hoos von BHV – »das war gar nicht so einfach« – und die Konzeption durch Landschaftarchitekt Harald Kirschenlohr aus Erlensee. Ein spezielles Beleuchtungskonzept mit Strahlern und Lichtbändern lässt den Kreisel nachts erstrahlen.

Stillschweigen zu Kosten

Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr sagte: »Mit der Installierung des unbeschädigten Teils des alten Ziegeleischornsteins erhalten wir ein Stück Bad Vilbeler Geschichte. Wir schaffen es damit auch, den identitätsstiftenden Charakter der alten Ziegelei für die gesamte Stadt zu bewahren.

« Erfreut ist Michael Strauch darüber, dass der Massenheimer Ortsbeirat bei der Gestaltung des Kreisels »Am weißen Stein« ebenfalls ein Ziegelthema aufgreifen möchte.

Strauch dankte den Sponsoren von der Kultur- und Sportförderung, Stadtmarketing und Stadt, ohne die es den neuen Ziegelei-Kreisel nicht gäbe. Über die Höhe der Kosten wurde Stillschweigen vereinbart, wie KeraForm PR-Frau Eva Zaher informierte: »Den Betrag will keiner herausgeben. Die Sicherung und der Transport waren teurer, als einen Kamin in gleicher Größe neu aufzumauern. Den größten Batzen hat Michael Strauch übernommen, dann folgt die Kultur- und Sportförderung und dann die Stadt Bad Vilbel.«

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