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Zahlreiche Gäste kommen zur Eröffnung des Brunnen- und Bädermuseums

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Bad Vilbel (aho). Viele Bürger waren am Samstagmorgen zur Eröffnung des Brunnen- und Bädermuseums, das sich im Haus am Marktplatz 3 befindet, gekommen. Die feierliche Schlüsselübergabe von Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr an Claus-Günther Kunzmann, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, wurde in der benachbarten Frankfurter Volksbank vollzogen. Musikalisch eingerahmt wurde das Ereignis von zwei Ensembles der Musikschule.

Mit dem Brunnen- und Bädermuseum werde ein »letzter Höhepunkt in einer vor Jahren begonnenen Kette von Sanierungen und Aufwertungen rund um das Alte Rathaus gesetzt«, sagte Stöhr in seiner Eröffnungsrede. Das Brunnen und Bädermuseum in einem denkmalgeschützten Haus sei ein weiteres städtebauliches Schmuckstück, sagte er weiter.

Als einen »Anlass zu großer Freude« bezeichnete Hassia-Seniorchef Günter Hinkel die Eröffnung des Museums. Die einmalige Brunnenvielfalt der Stadt werde durch dieses besondere Einrichtung gewürdigt. Er zeichnete in seiner Rede die Geschichte des Brunnenmuseums von den Anfängen 1959 bis heute nach.

»Von der Öffentlichkeit unbemerkt tobte ein heftiger Streit zwischen dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins und dem Intendanten der Burgfestspiele über die sich immer weiter ausdehnende Dauer der Museumsschließung während der Festspiele«, erklärte Kunzmann, der beide Funktionen innehat. Durch den Umzug des Brunnen- und Bädermuseums könnten diese beiden nun den Konflikt bei einem Gläschen Rotwein beilegen, schmunzelte er und begrüßte den neuen Standort im historischen Mittelpunkt der Stadt.

Die kulturelle Entwicklung der Quellenstadt hat Dr. Hanno Broo, Berater des Museumsverbandes für Südhessen, seit 2003 begleitet. Ab 2007 sei er von Hinkel und Kunzmann in die Planungen des Brunnen- und Bädermuseums einbezogen worden. »Es erweitert und bereichert die hessische Museumslandschaft«, sagte Broo. Der hohe Stellenwert der Kultur mache »die Stadt fast naturgemäß zu einem Partner des hessischen Museumsverbandes«, fasste Broo zusammen.

Im Museum sah man nach der Eröffnung nur zufriedene Gesichter. »Mich beeindruckt, dass Vilbeler Geschichte hier greif- und erlebbar wird«, zeigte sich Kerstin Austrup, Leiterin der Stadtbibliothek, begeistert. »Von außen wirkt das Haus sehr klein, aber innen ist es einfach fantastisch. Sehr schön sind die verschiedenen Abbildungen und die alten Geräte.« Von der Darstellung der Technik angetan war Apfel- und Kelterfachmann Jürgen Pfeiffer. »Es ist sehr gelungen, die Geschichte der örtlichen Wasserindustrie umzusetzen und allgemein verständlich zu machen.«

Über die Barrierefreiheit äußerte sich Magistratsmitglied Hans-Joachim Prassel: »Das Museum ist ein guter Kompromiss.« Immerhin seien zumindest zwei der drei Stockwerke für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer erreichbar.

»Hier ist es besser und größer als im alten Brunnenmuseum«, freute sich Sigrid Schmitt. Es sei nun mehr Platz für Exponate. »Aber ich muss mir das alles später in Ruhe anschauen, wenn nicht mehr so viel los ist.«

Großer Andrang herrschte auch am Sonntagnachmittag in den Ausstellungsräumen. Andreas Schwarz war mit seinem Sohn Eric (10) aus Karben gekommen: »Mir gefällt die Abfüllanlage am besten«, schwärmte Eric. Sein Vater war fasziniert von den historischen Bildern: »Auch ich kann hier noch eine Menge lernen«, sagte er. Etliche Besucher tummelten sich auch im Zelt vor dem Museum. Dort gab es an beiden Tagen kostenlos Würstchen, Kaffee, Kuchen, Crêpes, Glühwein und kalte Getränke. Gesponsert wurde das Ganze von der Firma Hassia. »400 Würstchen waren gegen Mittag fast weg«, sagte Hinkel. Am Samstag sei es ähnlich gewesen.

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