Schwimm- und Erlebnisbad

»Wollen Superlative bieten«

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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In Bad Vilbel wird nahe der B 3 das größte Schwimm- und Erlebnisbad der Region entstehen. Gebaut wird es vom »Bäderkönig« Josef Wund. Im Interview erklärt er den Erfolg der seiner Badewelten.

Stadtrat Minkel sagt, das Kombibad in Bad Vilbel werde das schönste Bad im Umkreis von 100 Kilometern. Hat er recht?

Josef Wund: Die »Schöpfung« hat es so eingerichtet, dass alles, was etwas sucht, sei es bei der Nahrungsaufnahme, sei es bei der Partnersuche, sei es im Urlaub oder in unseren Fällen Freizeitgestaltung, immer das nach Meinung des »Suchenden« Beste und Schönste wählen wird. Wir wollen, um lange am Markt nicht nur zu überleben, sondern führend zu sein, diese Superlative bieten.

Was unterscheidet Ihre Therme von anderen Spaßbädern?

Wund: Wir haben unsere Anlagen von Anfang an konsequent zielgruppenspezifisch getrennt. Im Betrieb achten wir darauf, dass Alters- und Bedürfnisgruppen ihre Bereiche für sich behalten. Der langfristige Erfolg kann nur in einzigartigen Angeboten für jede Zielgruppe liegen. So gelingt es der Unternehmensgruppe Wund, dass ihre Bäder seit über 16 Jahren ganzjährig stark ausgelastet sind und im Sommer und an warmen Tagen die höchsten Besucherzahlen erzielen.

Die Einzigartigkeit wird erst durch die eigens entwickelte Technologie ermöglicht, mit der die gigantischen Glasdächer auf Knopfdruck in wenigen Minuten beseitigt werden und den Gästen der Genuss aller Attraktionen unter freiem Himmel geboten wird. Nur dadurch können unsere Bäder ganz aus Glas gebaut werden, ohne zu überhitzen. Die Gäste erleben eine traumhafte Tropeninsel mit üppiger Vegetation aus hunderten natürlicher Großpalmen und einer Lichtfülle und Luftqualität, die andere Bäder nie erreichen werden.

Warum strömen so viele Besucher in Ihre Badewelten?

Wund: Immer mehr Menschen neigen dazu, auf teure Fernreisen zu verzichten, sich zum Ausgleich dennoch einen oder mehrere Urlaubs-, Bade- oder Wohlfühltage zu gönnen. Steigendes Umweltbewusstsein wird diese Entwicklung in Zukunft fortführen. Zudem wirkt sich der politische ›nordafrikanische Frühling‹ deutlich auf das Urlaubs- und Freizeitverhalten in Europa aus. Länder im östlichen und südlichen Mittelmeerraum, die über Jahrzehnte beliebte Reiseziele deutscher Touristen waren, werden nicht mehr als sicher empfunden. Auch die Flugreisen selbst werden von einer steigenden Anzahl ängstlicher Urlauber gemieden.

Welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen?

Wund: Es sind fünf wesentliche Zielgruppen: 1. Lifestyle-orientierte Erwachsene im »Saunaparadies«, 2. Frauen mit höherem Diskretionsbedürfnis, Motto: Ladies Only, 3. Erholungs- und gesundheitsorientierte ältere Gäste im Thermenparadies, 4. Totalen Spaß suchende Kinder und Jugendliche im »Galaxy« und 5. Sportliche Schwimmer im Schwimmbad. Unser Premium-Produkt ist ein anspruchsvoll gestalteter, mit großen Palmen bewachsener Garten Eden. Eine große Anzahl von Themensaunen, die mit edelsten Materialien gestaltet sind, laden die Gäste ein. Ein wichtiger Teil sind Frauen, die es bevorzugen, unter Frauen zu bleiben, wenn sie leicht oder unbekleidet baden und saunieren. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen muss erwartet werden, dass das Diskretions- und Schutzbedürfnis von Frauen an Bedeutung gewinnt. Für sie wird ein separater ›Ladies Only‹-Bade- und Saunabereich geschaffen.

Erwachsene Badegäste, die ihre Urlaubsstunden in Badekleidung genießen wollen, fühlen sich im Thermenparadies am wohlsten. Die palmengesäumte Lagune mit vielen attraktiven Angeboten und mehreren Restaurants bildet das perfekte Ambiente für ein wirkliches Urlaubsgefühl. Für die Gesundheitsvorsorge des Körpers werden in Spezialbecken besondere Badewässer angeboten, die mit hochkonzentrierten Mineralien und Heilstoffen wie etwa Calcium, Selen und Lithium angereichert sind.

Was wird jungen Leuten geboten?

Wund: Im Galaxy bieten wir noch nie dagewesene Rutscherlebnisse für jedes Alter, spektakuläre Wasser-Abenteuer, für jede Altersgruppe speziell abgestimmte Wasser-Attraktionen, für gemeinsames Erleben ein von uns selbst entwickeltes Wellenbad, das atemberaubende Wellenhöhen zulässt. Entspannungs- und Relaxbereiche machen das Galaxy auch für die wichtige Kundengruppe der Eltern und andere Begleitpersonen attraktiv. Die Gästezahlen im Galaxy werden sich explosionsartig entwickeln, weil die Marketing-Kommunikation unter Jugendlichen über soziale Medien eine Ausbreitungsgeschwindigkeit und Multiplikation ermöglicht, die bei keiner anderen Altersgruppe möglich ist.

Warum setzen Sie auf den Standort Bad Vilbel? Von Frankfurt soll es Abwerbeversuche gegeben haben.

Wund: Das Grundstück in Bad Vilbel bietet fast ideale Voraussetzungen durch die direkte Anbindung an die B 3. Ein hoher Anteil der Badegäste wird über Fernstraßen anfahren. In Frankfurt ist es kaum möglich, geeignete Grundstücke mit vergleichbarer Verkehrsinfrastruktur zu finden.

Soll Bad Vilbel der größte Standort des »Bäderkönigs« Josef Wund werden?

Wund: Bad Vilbel wird ähnliche Dimensionen wie Erding erreichen.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Wund: An normalen Wochentagen werden wir rund 1200 Besucher, an Ferienwochenenden bis zirka 3000 Besucher erreichen.

Warum stemmen Sie das Projekt jetzt alleine, ohne die Bad Vilbeler Stadtwerke?

Wund: Ich bin mir nicht sicher, ob eine Stadt über Jahrzehnte bereit ist und bleibt, an einem permanenten »Wettbewerbsrennen« teilzunehmen.

Wie hoch ist das Investitionsvolumen?

Wund: Das Projekt startet mit knapp über 110 Millionen Euro.

Warum wollen Sie zu den Bädern noch ein Hotel bauen?

Wund: Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass eine Kombination aus Bad und Hotel viele Synergien erzeugt. Wir sehen uns auch als Katalysator der Region. Damit meine ich, dass das Fremdenverkehrsverhalten nachhaltig beeinflusst wird. Erding ist beispielsweise zum am schnellsten wachsenden Fremdenverkehrsgebiet Bayerns geworden.

Von 1000 neuen Arbeitsplätzen ist die Rede. Können Sie diese Zahl bestätigen und wie teilen sich diese auf zwischen Bädern und Hotel?

Wund: Ja. Von den zirka 1000 Arbeitsplätzen sind etwa 850 in der Badelandschaft und rund 150 im Hotel.

Wann wird Baubeginn sein?

Wund: Wir werden binnen Wochen nach Erteilung der Baugenehmigung beginnen und sind zuversichtlich, dass das Sportbad noch Ende 2018 in Betrieb geht.

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