Therme Bad Vilbel

Wieder neue Pläne: Riesenrutsche statt Heizzentrale

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Planungen für die Bad Vilbeler Therme werden laufend verändert. Weil die Investorengruppe Wund den Rutschenbereich verdoppeln will, bleibt für einen elementaren Bestandteil kein Platz.

Eigentlich hätte längst mit dem Bau der Bad Vilbeler Therme begonnen werden sollen. Doch immer wieder hat sich der Beginn für das Vorhaben zwischen Schulzentrum, Massenheimer Weg und Bundesstraße 3 verzögert. Einer der Gründe: Bäderkönig Josef Wund hat seine Planungen mehrmals überarbeitet, so dass sich die eingereichten Baupläne veränderten.

Nun liegt eine weitere Version vor, mit denen sich die städtischen Gremien ab kommenden Dienstag befassen werden. So soll der B-Plan »Schwimmbad« eine zweite Änderung erfahren. Und es kommt ein eigener B-Plan »Schwimmbad Energiezentrale« hinzu.

Doppelt so viel Platz für Rutschen

Der gesamte Komplex soll über ein Funktionsgebäude verfügen. Das wird am Massenheimer Weg gegenüber dem Georg-Büchner-Gymnasium am auszubauenden Massenheimer Weg errichtet. Grund ist, dass das Kombi-Bad weiter wächst. Deswegen wird die Energiezentrale regelrecht ausgelagert, die zunächst im Keller des Gebäudes vorgesehen war. Geplant ist die Errichtung eines Blockheizkraftwerks als Energiezentrale.

Das schafft Platz für die vergrößerte Rutschen-Welt. Um satte 100 Prozent soll der sogenannte Galaxy-Rutschenbereich wachsen, geht aus der Vorlage an die städtischen Gremien hervor. Neue Flächen benötigt Investor Wund dafür nicht, das extra Gebäude soll nicht nur die Energiezentrale beherbergen, sondern im Dachgeschoss auch die Schwimmbadverwaltung.

Ein drittes Parkhaus soll kommen

Nicht neu, aber konkreter geworden sind die Planungen für das ans Kombi-Bad angeschlossene Hotel. Das soll sich südlich an die Bäderwelt anschließen. Nicht weniger als 200 Zimmer sind geplant. Weil also rund 400 Gäste dort wohnen könnten, will Wund auf eigene Kosten noch ein weiteres Parkhaus errichten. Es wäre das insgesamt dritte Parkhaus auf dem Gelände.

Die bisherigen beiden werden von den Stadtwerken Bad Vilbel finanziert. Unter anderem dafür zahlt Wund eine Pacht von etwa fünf Millionen Euro pro Jahr. . Wie viele Stellplätze in den drei Parkhäusern entstehen, konnte Stadtwerke-Chef und Stadtrat Klaus Minkel nicht genau sagen. Das werde im Rahmen der Bebauungsplanung festgelegt.

Hubboden als Tribüne

Konkreter werden nun auch die Planungen für das Kommunalbad, das gleichfalls auf Rechnung der Stadtwerke errichtet wird und als Ersatz für das in die Jahre gekommene Hallenbad im Kurpark dient. Die Detailplanungen sehen acht Bahnen vor, das wären drei mehr als das jetzige alte Bad hat, das im Mai geschlossen wird. Das neue Kommunalbad soll auch ein Lehrbecken mit einem Hubboden erhalten. Damit wären Wassertiefen von 1,80 Metern bis hin zu 0 Zentimetern möglich.

Der Clou an dem Ganzen: Wird der Hubboden hochgefahren, können dort Zuschauerplätze für Wettkämpfe im Hauptbecken entstehen. Ein Babybecken und ein Kiosk mit Snacks und Getränken sind gleichfalls geplant.

Am 19. Dezember im Parlament

Als erstes befasst sich der Ortsbeirat Kernstadt mit diesen Plänen in seiner Sitzung am Dienstag, 5. Dezember, um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Nikolaus. Eine Woche später, nämlich am Dienstag, 12. Dezember, sind die Vorlagen im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Das Stadtparlament befasst sich damit am Dienstag, 19. Dezember, um 18 Uhr im Kulturforum Dortelweil.

SPD erinnert an Hessentag

In der Stadt Bad Vilbel geht man von einem baldigen Baubeginn für das Kombi-Bad mit Therme und Kommunalbad aus. Dazu hat sich jetzt die SPD geäußert. Gerade im Hinblick auf den Hessentag 2020 wäre es schon sehr wichtig, dass zumindest einige Bauvorhaben, die in der Stadt in den nächsten Jahren anstehen, fertiggestellt wären, meint Fraktionsvorsitzender Christian Kühl. Hierzu gehört aus Sicht der Fraktion die neue Stadthalle, aber zumindest auch das neue Kommunalbad. Ausdrücklich lobt die Fraktion die Arbeit des Behindertenbeauftragten, Hans-Joachim Prassel, der sich intensiv mit der umfangreichen Materie der Barrierefreiheit in der neuen Therme befasst habe »und auch letztendlich viel erreicht hat«. »Barrierefreiheit bedeutet halt mehr, als nur die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen, es gibt unzählige Möglichkeiten mehr, um ein Badbesuch behinderten Menschen zu ermöglichen oder zu erleichtern«, sagt Stadtrat Udo Landgrebe. (pm)

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