In Bad Vilbel gilt seit Samstag ebenfalls die verschärfte Maskenpflicht in den Geschäften. Auch an der frischen Luft muss in der Innenstadt eine Maske getragen werden - wenn auch keine FFP2- oder OP-Maske. 	FOTOS: MAG/ARCHIV
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In Bad Vilbel gilt seit Samstag ebenfalls die verschärfte Maskenpflicht in den Geschäften. Auch an der frischen Luft muss in der Innenstadt eine Maske getragen werden - wenn auch keine FFP2- oder OP-Maske. FOTOS: MAG/ARCHIV

Bad Vilbel

Bad Vilbel: Verschärfte Maskenpflicht - Vorerst wird keiner weggeschickt

  • vonNiklas Mag
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An die verschärfte Pflicht von medizinischen Masken beim Einkaufen und in Bus und Bahn hat sich Bad Vilbel schnell angepasst ‒ mit wenigen Ausnahmen.

Bad Vilbel - Am Wochenende bot sich in der Innenstadt ein anderes Maskenbild als noch vor einer Woche. Statt der bunten, teilweise selbst hergestellten oder zum Winteroutfit passenden Stoffmodelle sind vor allem die Farben Weiß und Grün angesagt. So sehen die medizinischen Schutzmasken aus, die seit Samstag (23.01.2021) zum Einkaufen und im ÖPNV genutzt werden müssen. Vier von fünf Leuten trugen am Samstag - zumindest nach Einschätzung des FNP-Reporters - beim Einkauf eines der geforderten Maskenmodelle. Auch die meisten Fahrgäste im Zug zwischen Friedberg und Bad Vilbel hatten sich bereits eine medizinische Maske besorgt.

In einem Supermarkt in der Kernstadt stand eine Kiste mit FFP 2-Masken an der Kasse, die auch am Montagmittag noch gut gefüllt war. Zu Massenkäufen der medizinischen Masken kam es am Wochenende offenbar nicht. Etwaige Verstöße gegen die neue Maskenpflicht wurden vermutlich zunächst nicht geahndet. Sprecher Tobias Kremp von der Polizei Mittelhessen teilte auf Anfrage mit: »Es liegen keine Beschwerden oder Vorkommnisse in dieser Hinsicht vom Wochenende vor.« Jedoch sei für die Kontrollen in erster Linie das Bad Vilbeler Ordnungsamt zuständig, wenn auch die Polizei dabei unterstütze. Das habe man bereits bei den Kontrollen zur Ausgangssperre so gehandhabt.

Bad Vilbel: Ordnungsamt weist am ersten Tag nur auf Pflicht von medizinischen Masken hin

Auch aus dem Ordnungsamt hieß es, dass sich die Probleme mit »falschen« Masken am Wochenende in Grenzen gehalten hätten, wie Sprecher Yannick Schwander ausführt: »Am Samstag wurde in Bad Vilbel in Läden kontrolliert, aber es gab wirklich nur ganz vereinzelt Leute, die noch eine normale Stoffmaske trugen«, sagte Schwander. »Und auch diese waren in dem Moment gerade unterwegs, um sich mit entsprechenden Masken zu versorgen.« Das Ordnungsamt habe am Samstag eine ähnliche Strategie angewandt wie bei vergangenen Kontrollen. »Wenn es neue Maßnahmen gibt, weisen wir am ersten Tag erst einmal darauf hin, sprechen aber noch keine Bußgelder aus«, betonte Schwander.

Jochen Lukarsch Vorsitzender Gewerbering

Medizinische Masken im Wetteraukreis: 50 Euro Bußgeld bei Verstößen in Hessen

Und wie schätzt jemand die Situation ein, der den ganzen Tag in einem Laden mit Kunden zu tun hat? »Dass jemand ohne eine medizinische Schutzmaske in den Laden kommt, passiert eigentlich kaum«, zog der Metzgermeister und Vorsitzender des Gewerberings Bad Vilbel, Jochen Lukarsch, am Wochenende eine erste Bilanz. Auch er habe sich überlegt, wie mit Kunden umzugehen ist, die mit herkömmlichen Stoffmasken in den Laden kommen: »Es wird natürlich niemand weggeschickt. Ich würde dann die Ware eben nach draußen bringen.« Dass die medizinischen Masken nun Pflicht sind, unterstütze er. »Denn ich hoffe, dass die Maßnahme auch etwas bewirkt.«

Als Vorsitzender des Gewerberings mache es ihm einige Sorgen, dass so viele Bad Vilbeler Geschäfte und die Gastronomie teilweise seit fast drei Monaten geschlossen sind. »Ich hoffe, dass bald wieder alle aufmachen können«, sagt Lukarsch. Was die Maskenpflicht angehe, habe er von seinen Kollegen in der Stadt bisher nicht vernommen, dass sich Kunden nicht an die Maßnahmen halten würden. In Hessen werden bei fehlender Maske 50 Euro Bußgeld fällig. Beim Tragen einer »falschen« Maske drückt der RMV laut Medienberichten noch bis zum 1. Februar ein Auge zu. Bis zu diesem Tag sollen erst einmal nur Verwarnungen in den Bussen und Bahnen ausgesprochen werden. Ab Februar kostet ein Verstoß dann ebenfalls 50 Euro.

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