Schulleiter Jörg Mathes (r.) und sein Stellvertreter Marc Englert sind für den Neustart an der Solgrabenschule gerüstet.

Schule wieder offen

Wetterauer Schüler: Mit Abstand zum Abschluss

Seit Montag gehen Schüler von Abschlussklassen in Hessen wieder zur Schule. Ob Schilder, Abstand oder ein Maskenangebot: Diese Zeitung war in Bad Vilbel und Bad Nauheim bei dem Neustart dabei.

Es ist total ungewohnt", sagt Mathilda, die mit ihren Freundinnen Jasmin, Leonie und Maja vor dem Georg-Büchner-Gymnasium steht. Der erste Schultag nach sechs Wochen Pause steht an. Die Mädels haben Masken aufgezogen. Und damit sind sie nicht die einzigen. Viele Schüler der zwölften Klasse des Gymnasiums kommen an diesem besonderen Tag mit Mund- und Nasenschutz in die Schule. Ein ähnliches Bild ist an der benachbarten John-F.-Kennedy-Schule zu beobachten.

Mathilda, Jasmin und Leonie sind mit dem Auto gekommen. "Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre ich in diesen Zeiten ungern", sagt Jasmin. Ob auf dem Rad oder zu Fuß: Der Abstand wird gewahrt. Herzliche Umarmungen bleiben aus. In Gruppen stehen die Schüler weiter auseinander als üblich. "Natürlich freut man sich, alle wiederzusehen", sagt Drago. "Ich bin gespannt, wie die Schule das im Unterricht hinbekommen wird", sagt er.

Schilder und Markierungen angebracht

Schulleiter Carsten Treber zieht ein positives Fazit nach diesem "besonderen ersten Tag". Man habe in der vergangenen Woche mit den intensiven Vorbereitungen begonnen. "Wir haben Schilder und Markierungen angebracht, die Tische im richtigen Abstand aufgestellt", sagt er. Außerdem gibt es am Georg-Büchner-Gymnasium einen eigenen Hygieneplan. "Wir haben dort einige Informationen zusammengefasst, aber auch erweitert. Vor und nach dem Unterricht ist Hände waschen angesagt. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist empfohlen. Essen und Trinken bringt jeder selbst mit."

Konrektorin Isabella Schneider-Eberz und Kollegen stellten Masken für die Solgrabenschüler her.

Der Schulleiter lobt das Verhalten der Schüler. Er habe sich in den Pausen mit dem ein oder anderen unterhalten. "Die Lehrer waren positiv überrascht", sagt er. "In den Pausen mussten sie die Schüler zwar manchmal noch auf die Abstandsregeln hinweisen, aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden." Rund 130 Schüler wurden im Neubau sowie in den Räumen des Berufsförderungswerkes unterrichtet. "Dort haben wir größere Räume, also auch mehr Möglichkeiten, wenn es um den Abstand geht."

Schulklassen aufgeteilt

Das ist momentan besonders wichtig, denn: "Am Mittwoch starten die Nachschreibetermine fürs Abitur", informiert Treber. "Das wird im Hauptgebäude stattfinden. So schaffen wir es, die Nachschreiber, die zwei Kinder der Notbetreuung und die Zwölftklässler räumlich zu trennen."

8 Uhr, Solgrabenschule Bad Nauheim. In der Haupt- und Realschule im Schulzentrum verteilen sich Jugendliche der Abschlussklassen vor dem Eingangsbereich: eine überschaubare Zahl, mit Abstand zueinander und vereinzelt mit Maske. Schulleiter Jörg Mathes und sein Stellvertreter Marc Englert stehen auf dem Pausenhof und beobachten das Eintreffen. Zur ersten Stunde kommen die Schüler der zehnten Realschulklassen, zur dritten Stunde erwarten sie die Schüler der neunten Hauptschulklassen. So wenig Personen wie möglich sollen aufeinandertreffen.

Notfallmasken vom Schulamt

"Als Schulleiter bin ich zufrieden mit allem, wie es gelaufen ist. Sei es seitens des Schulamts, sei es vom Kultusministerium", betont Mathes. Die Bildungseinrichtung sei von allen Seiten unterstützt worden, "wir konnten sogar am Sonntag Notfallmasken beim Schulamt in Bad Vilbel abholen".

Für Schüler und Lehrer der Bad Nauheimer Solgrabenschule haben Lehrkräfte Masken genäht.

Den eingeschränkten Neustart nach den Corona bedingten Schließungen haben die Verantwortlichen der Schule sorgsam ausgetüftelt. "Die vier zehnten Klassen haben wir jeweils gedrittelt, sodass pro Klasse maximal acht Schüler in einem Raum sind", erläutert Englert. Die drei neunten Klassen werden jeweils geteilt, womit es maximal zehn Jugendliche pro Raum sind. Höchstens 15 dürfen es sein.

Konrektorin näht mit Lehrern Masken

Die Flure hat der Hausmeister mit Markierungen und Richtungspfeilen versehen, in den WCs sind Seife und Handtücher. "Wir empfehlen den Kindern, Masken zu tragen. Schüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, müssen es sowieso", sagt Englert. Konrektorin Isabella Schneider-Eberz und eine Gruppe Lehrkräfte nähten die ganze letzte Woche Gesichtsmasken, weitere Exemplare stellte der Förderverein her. "Wir als Schulleitung gehen zu Beginn durch die Klassen und informieren über alles", sagt Mathes. Und vorab führen die Lehrer die Kids durch die Schule.

Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören und nicht kommen können, werden durch ebenfalls betroffene Lehrer per Videokonferenz unterrichtet.

Um die Informationen zu bündeln, hat das Georg-Büchner-Gymnasium auf seiner Home- page www.gbg-bv.de verschiedene Dokumente zur Verfügung gestellt. "So können Eltern, Schüler aber auch die Kollegen den Überblick behalten", sagt Schulleiter Carsten Treber. Dort gibt es auch den Hygieneplan, den die Schule in den vergangenen Tagen erarbeitet hat. "Wir haben intensiv versucht, uns an die Vorgaben zu halten", sagt Treber. Außerdem hat der Förderverein der Schule Masken genäht und stellt diese den Schülern kostenlos zur Verfügung.

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