Vorhang auf fürs neue Kartenbüro

Die Zeiten des Provisoriums sind vorbei: Am Freitag hat die Stadt Bad Vilbel das Kartenbüro im Klaus-Havenstein-Weg 1 wiedereröffnet. Während dessen Räume generalüberholt worden waren, hatte der Ticketshop in einen Container umziehen müssen. Der kann nun weg, denn die Arbeiten sind beendet, rechtzeitig vor Start der Burgfestspiel-Saison. Das dürfte Theaterfans freuen – aus einer Vielzahl an Gründen.

putzt sich heraus: Die Gärtner haben im Kurpark meterlange Blumenreihen angelegt, der Burggraben wird schon bald wieder Wasser haben und auch die klobigen Container, die derzeit noch auf dem Hof der Zehntscheune und hinter dem Stadthaus stehen, sollen am Mittwoch verschwinden. Sie werden nicht mehr gebraucht, denn die Renovierung des Kartenbüros ist geschafft.

Am Freitag haben Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU), Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann, Kartenbüroleiterin Claudia Sebastian und der Frankfurter Architekt Bernd Fenchel gemeinsam das symbolische Eröffnungsband durchgeschnitten. Seither können die Kunden wieder im Klaus-Havenstein-Weg 1 Tickets für die Theateraufführungen in der Wasserburg und viele andere Kulturveranstaltungen in und um Bad Vilbel kaufen.

Im Kartenbüro hat sich in den vergangen drei Monaten einiges getan. 320 000 Euro hat der Magistrat in die Hand genommen, um die gut 20 Jahre alten Räumlichkeiten von Fenchel auf Vordermann bringen zu lassen. Im Januar war Baubeginn. "Es wurde mit hohem Tempo gearbeitet. Zum Glück gab’s keinen Frost", sagt Kunzmann, der sich freut, dass der Umbau wie geplant drei Wochen vor Burgfestspiel-Saisonstart fertig geworden ist.

Auf Augenhöhe

Neu ist vor allem, dass jetzt sowohl Kunden als auch Verkäufer mehr Platz haben. Ein gläserner Vorbau vor der Eingangstür ist entstanden, drinnen ist eine Wand gefallen und die Raumaufteilung geändert worden. Statt zwei gibt es nun vier reguläre und einen barrierefreien Ticketschalter. Letzterer ist etwas niedriger als die anderen, damit Rollstuhlfahrer dort arbeiten oder bedient werden können.

Hinter dem langen Tresen ist ein kleines Podest installiert worden. "Das ist klasse, so sind wir beim Verkauf immer auf Augenhöhe mit den Kunden und haben abends keine Nackenstarre mehr, weil wir immer hochschauen müssen", erzählt Anke Henkel, die seit drei Jahren im Kartenbüro arbeitet. Sie findet: "Alles ist freundlicher und heller geworden. Wir haben endlich ein Ambiente, das einer Kulturstadt auch gerecht wird."

Henkel und ihre 15 Kolleginnen sollen in Zukunft auch einheitliche Arbeitskleidung im Bad Vilbeler Blau und mit Schriftzug der Stadt tragen. "Noch sind die Sachen nicht fertig", erzählt Chefin Sebastian, die als einzige schon einen ersten Modell-Blazer trägt. "Aber bald sind wir dann auch als Team erkennbar."

In enger Abstimmung mit dem Personalrat haben Sebastian und ihre Kolleginnen Anregungen gegeben, was verbessert werden müsste. So absorbiert die neue Decke den Schall besser, es wird im Kartenbüro also nicht mehr so laut. Es ist eine von vielen "Kleinigkeiten", sagt Kunzmann. So wurde auch der Boden neu gemacht, moderne Schränke wurden angeschafft und die Lampen auf LED umgerüstet.

Ein größerer Brocken ist die Erweiterung der Toiletten. Sechs Kabinen für die Damen und ein Urinal für die Männer sind hinzugekommen. Bei Veranstaltungen rund um die Wasserburg müssen die Besucher nun also nicht mehr so lange Schlage stehen. Und der Klo-Container vor der Zehntscheune kann weggeräumt werden – genau wie der Container hinterm Stadthaus, der als Übergangsquartier fürs Kartenbüro diente. Der Umzug habe laut Sebastian problemlos geklappt. Alles weitere müsse sich nun im laufenden Betrieb zeigen. "Wir werden noch mal mehr Karten verkaufen", ist sie aber schon jetzt überzeugt.

Ticketnachfrage

Wegen der steigenden Ticket-Nachfrage war der Umbau laut Kunzmann überhaupt notwendig geworden. Seit Eröffnung des Kartenbüros habe sich die Zahl der verkauften Karten demnach verdoppelt, mehr als 100 000 sind es jährlich allein für die Festspiele. Im April dürften circa 500 Ticket hier über die Ladentheke gehen, wenngleich viele per Mail oder am Telefon verkauft werden.

Zu Stoßzeiten rund um Events auf der Wasserburg drängen sich aber bis zu 20 Leute gleichzeitig in den Laden – zu viel für die vorherigen Räume. An manchen Verkaufstagen standen die Interessenten bis nach draußen. Gerade im Winter war das ein Problm. "Das haben wir nun gelöst", sagt Kunzmann zufrieden. Auch mit Blick auf den Hessentag 2020, dessen Tickets ab dem Spätsommer im Kartenbüro angeboten werden dürften, sieht Bürgermeister Stöhr den Umbau als gelungene und dringend nötige Investition. "Das ist einer der Schritte unser Ambiente und die Festspiele weiter aufzuwerten. Und weitere werden folgen." Als einen sieht er etwa die Theaterwerkstätten, die in Dortelweil entstehen sollen. Aber auch in der benachbarten Zehntscheune steht mittelfristig eine Erneuerung der Fassade an.

Das Kartenbüro hat unter der Woche von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Erreichbar ist es auch unter Telefon (06101) 559455 oder per Mail an tickets@bad-vilbel.de..

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