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Bürgermeister Thomas Stöhr zieht 50 Jahre nach der Eingemeindung Gronaus eine positive Bilanz.

Eingemeindung am 1. Juli 1971

Vor 50 Jahren begann für Gronau ein neues Kapitel

  • VonRedaktion
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Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Gronau im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis nach Bad Vilbel eingemeindet.

Bad Vilbel . Am 1. Juli 1971 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte von Gronau aufgeschlagen. Die bis dahin selbstständige Gemeinde wurde ein Stadtteil von Bad Vilbel. Die Eingemeindung geschah im Zuge der in Hessen durchgeführten Gemeinde- und Gebietsreform. Deren Ziel war es, größere Gemeinden zu bilden, die leistungs- und lebensfähiger sein sollten als die vielen kleinen selbstständigen Gemeinden. Gleichzeitig sollten die Kreisgrenzen neu gezogen werden.

Wie der Blick in verschiedene Zeitungsarchive verrät, hatte die Gemeindevertretung die Eingemeindung nach Bad Vilbel am 7. Dezember 1970 beschlossen. Für die Selbstständigkeit der Gemeinde Gronau hatte ein Gemeindevertreter gestimmt, für die Fusion mit Niederdorfelden sprachen sich zwei Gemeindevertreter aus und für das Zusammengehen mit der Gemeinde Bad Vilbel stimmten sechs Gemeindevertreter mit »Ja«. Damit war die Entscheidung für Bad Vilbel gefallen.

In derselben Gemeindevertretersitzung kündige der Gronauer Bürgermeister Hellmuth Diener (SPD) an, auf ein Amt in Bad Vilbel zu verzichten, wie verschiedene Medien berichteten. Diener war vom 1. Dezember 1964 bis 31. Dezember 1968 ehrenamtlicher und vom 1. Januar 1969 bis 30. Juni 1971 hauptamtlicher Bürgermeister von Gronau. Hellmuth Diener war der jüngste Bürgermeister von Hessen und ging mit 34 Jahren »in Pension«. Die Eingemeindungsurkunde unterschrieben er und Bürgermeister Erich Glück (SPD) für Bad Vilbel.

Mit der Eingemeindung gab Gronau nicht nur seine Selbstständigkeit auf, sondern wechselte zugleich vom Landkreis Hanau in den Kreis Friedberg. Zuvor hatten die Gronauer Gespräche mit den Nachbargemeinden Niederdorfelden und Oberdorfelden über eine mögliche Fusion geführt. Nachdem das Land Hessen der Angliederung der Gemeinde Büdesheim in den Kreis Hanau zugestimmt hatte, stand der Bildung einer Großgemeinde Schöneck mit Kilianstädten und Oberdorfelden mit rund 10 000 Einwohnern, nichts mehr im Wege. Der damalige Bürgermeister von Niederdorfelden, Jakob Burkhardt (SPD), hatte zuvor geäußert, dass »man nicht den Wunsch hege, sich mit einer Nachbargemeinde dem Kreis Friedberg anzuschließen.« Dennoch kamen beide Gemeindeparlamente einstimmig zu der Entscheidung, den Zusammenschluss Niederdorfeldens (2500 Einwohner) mit Gronau (1300 Einwohner, Stand 1970) herbeizuführen. Gronau behielt sich lediglich vor, auch noch nach dem Westen Richtung Bad Vilbel Fusionsverhandlungen zu führen - mit bekanntem Ausgang. Die Aufgabe der Selbstständigkeit, Eingemeindungen und Änderungen der Kreiszugehörigkeit wurden auch in der Bevölkerung heftig und kontrovers diskutiert. Viele Gronauer sprachen sich anfangs vehement für einen Zusammenschluss mit Niederdorfelden und Oberdorfelden und den Verbleib im Kreis Hanau aus.

Ein Grund, der für den Zusammenschluss mit Niederorfelden sprach, war die geografische Lage. Beide Gemeinden trennten nur noch wenige Hundert Meter. Die heute trennende Umgehungsstraße zwischen den beiden Orten wurde erst später gebaut.

Bad Vilbel hatte seinerseits mit vielen Angeboten um die »Gronauer Braut« geworben. Die Badestadt warb bei ihrem Angebot unter anderem mit ihren Schulen, Arztpraxen, einer höheren Schlüsselzuweisung durch den Kreis Friedberg und den Erhalt von Traditionsveranstaltungen wie der Gronauer Kerb, die seither zu den Veranstaltungen der Quellenstadt gehört. Attraktiv war Gronau für Bad Vilbel durch seine reiche Mitgift in Form von Land. So gehören zur Gronauer Gemarkung die Flächen des Dottenfelderhofes, jeweils die halbe Lehmkaute und der Dortelweiler Sportplatz.

Stöhr verweist auf Investitionen

Die Eingliederung von Gronau nach Bad Vilbel wurde feierlich vollzogen. Vilbeler Magistratsmitglieder und Stadtverordnete trafen sich am 1. Juli 1971 zusammen mit dem Gronauer Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung am Ortseingang (von Bad Vilbel kommend), um die Ortstafeln auszuwechseln. Anschließend fand im ersten Stock des damaligen Feuerwehrgerätehauses eine Feier statt. In dieser verabschiedete Bad Vilbels Bürgermeister Glück die bisherige Gronauer Gemeindevertretung und führte sie in ihr neues Amt als Ortsbeirat ein. Unabhängig davon wurde bis zur Kommunalwahl im Oktober 1972 noch eine Ortskommission gebildet.

Bad Vilbels Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) zieht nach 50 Jahren Eingemeindung eine positive Bilanz. »Bei der Eingemeindung hatte Gronau 1500 Einwohner, heute sind es 2700. In den letzten fünf Jahrzehnten wurden viele Investitionen in Gronau getätigt.« Dazu gehörten der Bau der Breitwiesenhalle 1986, der Kunstrasenplatz, das kombinierte Kindergarten- und Schulgelände, der Neubau des Feuerwehrhauses, der im neuen Schulbau vorgesehene ›Raum für Gronau‹, Baugebiete wie die Kornsiedlung, das Baugebiet an der Nidda, das geplante Neubaugebiet an der Berger Straße und die im regionalen Flächennutzungsplan ausgewiesene Wohnbauerweiterungsfläche Am Gronaris Sprudel.

Es gebe keinen Stadtteil von Bad Vilbel, der so viel Grün, geschützte Naturflächen und Naherholungsangebote wie Gronau habe. Das Stadtoberhaupt lobte zudem die gute Zusammenarbeit mit seinem Parteifreund, dem Gronauer Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer.

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