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Harry Keaton bringt das Publikum mit Mentalmagie zum Staunen.

Von Harfenklängen bis Magie

Bad Vilbel (fei). Es ist ein lauer Sommerabend. Am Niddaplatz in Bad Vilbel ist Feierabendstimmung und es sind viele Menschen unterwegs. Das macht sich der Quellensommer zunutze: Am Donnerstagabend fand auf den Niddastufen die Eröffnungsshow des Kleinkunstcafés statt. Sonst im Haus der Begegnung, treten die Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne des Quellensommers auf - und das fünf Wochen in Folge, jeweils donnerstags.

Mit viel Humor moderiert Kai Ahnung das Programm.

Das Besondere an der Bühne an den Niddastufen: Es ist eine Probebühne. Das bedeutet, dass jeder auftreten kann, der vielleicht noch nie auf einer Bühne stand oder einen neuen Auftritt ausprobieren möchte. »Besonders ist auch der direkte Kontakt zum Publikum, den man sonst nicht hat«, beschreibt Annette Zindel-Strauss, eine der Organisatorinnen, das Konzept.

Den Auftakt der Show macht Reiner Rosskopf. Er singt Lieder von Reinhard Mey. Das Publikum geht mit, bei einigen humorvollen Texten wird gelacht, bei anderen Liedern mitgesungen.

Als Nächstes beeindruckt Convin Splettson mit Zauberkunst. Der Höhepunkt: Er bittet eine Zuschauerin auf die Bühne und gibt ihr eine Ausgabe von »Sherlock Holmes«. Er bittet sie nun, eine Seite aufzuschlagen und ihm die Seitenzahl zu nennen.

Da sie mit dem Rücken zueinander stehen, sieht die Freiwillige nicht, dass er ebenfalls eine Kopie des Buches herausholt - zur Erheiterung des Publikums. Er nennt ihr die Zahl der Absätze auf der Seite und liest sogar einige Textabschnitte vor. Am Ende stellt sich zur Überraschung des Publikums heraus, dass seine Kopie des Buches komplett leer war. Danach liest Evelyn Fomm selbst geschriebene Gedichte vor. Die ehemalige Lehrerin veröffentlichte ihre Werke bereits in einigen Literaturzeitschriften. Ihre eher düsteren Gedichte handeln von ihrem ehemaligen Beruf, von Corona, von Frankfurt, der Liebe und der Gesellschaft.

Dagmar Hoffmann verzaubert das Publikum mit ihrer Harfe. Musikalisch führt sie durch die vier Jahreszeiten. Die Musik ist so lebendig, dass die besonderen Eigenheiten jeder Jahreszeit in den Melodien nachvollzogen werden können. Den Anschluss macht der Mentalmagier Harry Keaton. Mit seiner Darbietung beeindruckt er die Zuschauer. So lässt er ein Buch mit den ersten zehntausend Stellen der unendlichen Zahl Pi herumgehen und kann auf Ansage die Zahlenfolgen auf unterschiedlichen Seiten nennen. Seine Zaubereien verpackt er in spannende Geschichten.

Den Abschluss macht Dieter Pohl. Er singt jeweils zwei eigens komponierte Lieder und zwei Songs, bei denen er »sich gewünscht hätte, sie geschrieben zu haben«.

Der Auftakt der Reihe kam gut beim Publikum an. Karin Woywod schätzt das Kleinkunstcafé sehr: »Als die Veranstaltungen vor der Pandemie im Haus der Begegnung waren, bin ich immer hingegangen«, erklärt sie. Besonders gut gefallen haben ihr Sänger Reiner Rosskopf und Mentalmagier Harry Keaton.

Mit der Harfe führt Dagmar Hoffman musikalisch durch die vier Jahreszeiten.

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