Von Enttäuschung bis zur vollsten Zufriedenheit

  • VonPatrick Eickhoff
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Bad Vilbel (wpa). In Bad Vilbel ist die Gefühlslage nach der Bundestagswahl bei den Parteien bunt gemischt. Zwar hat die CDU mit 24,93 Prozent der Zweistimmen das beste Ergebnis erzielt, dennoch zeigt sich CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter am Tag danach enttäuscht. »Wir bedauern, dass unser Direktkandidat Armin Häuser knapp den Wahlkreis nicht gewinnen konnte.

Das Bad Vilbeler Ergebnis hat uns enttäuscht, auch wenn wir, anders als im Bundestrend, hier stärkste Kraft geblieben sind.« Die Mitglieder hätten engagiert gekämpft, die Bundespartei habe in ihrer Wahlkampfführung erhebliche Fehler gemacht. »Nun muss die Gelegenheit genutzt werden, die CDU neu aufzustellen. Daran beteiligen wir uns gerne.«

Die SPD ist »sehr zufrieden«, teilt Fraktionsvorsitzender Christian Kühl mit. Mit 21,97 Prozent ist sie bei den Zweitstimmen zweitstärkste Kraft in der Quellenstadt. »Wir haben hier im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren 766 Stimmen oder 3,57 Prozent hinzugewinnen können.« Auf dem Heilsberg sind die Sozialdemokraten stärkste Kraft. »Das zeigt, dass die SPD auch in Bad Vilbel weiter Potenzial hat. Es freut mich sehr, dass sich im Wahlkreis unsere Kandidatin Natalie Pawlik durchsetzen konnte.« Kühl glaubt nicht, dass man für die Bürgermeisterwahl Rückschlüsse aus der Bundestagswahl ziehen kann. Wir wollen natürlich gewinnen und sind uns sicher dass entweder Alban Krasniqi oder Gunter Salomon »gute Chancen haben«.

Im Aufwind sehen sich die Grünen, die mit 21,3 Prozent knapp hinter der SPD gelandet sind. Ein Zugewinn von acht Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Grünen-Vorsitzende Jana Peters: »Das beste Grünen-Ergebnis bei einer Bundestagswahl konnten wir in Bad Vilbel noch um 6,5 Prozentpunkte übertreffen. Und noch viel erfreulicher für uns in Bad Vilbel ist, dass wir die Partei mit dem mit Abstand größten Zugewinn sind. Das werten wir als ein ermutigendes Signal für die Bürgermeisterwahl.« Mit diesem Rückenwind werden die Grünen am 2. Oktober ihren Bürgermeisterkandidaten nominieren.

Mehr als zufrieden ist die FDP. »So nah lagen CDU, SPD, Grüne und FDP bei einer Bundestagswahl noch nie in Bad Vilbel beisammen«, sagt FDP-Vorsitzender Jörg-Uwe Hahn.

Die AfD holte in Bad Vilbel 5,5 Prozent der Zweitstimmen. »Wenn man bedenkt, welchem Shitstorm unsere Partei tagtäglich ausgesetzt ist, können wir mehr als zufrieden sein«, so der AfD-Sprecher Norbert Schmidt. Außerdem sei der AfD mit den Parteien »Die Basis« und »Freie Wähler« Konkurrenz erwachsen, die in Kernthemen identische Botschaften transportiert hätten, was Wählerstimmen gekostet hätte. Zur Frage nach einem Bürgermeisterkandidaten wollte sich Schmidt noch nicht äußern. »Jetzt packen wir wir erst mal die Plakate wieder ein, danken unseren Aktiven und atmen alle mal tief durch.«

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