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Sogar eine kleine Eröffnungsfeier konnte Rainer Groeber Anfang Juni machen.

Bad Vilbel/Niddatal

WunderBar-Trailer: Wetterauer baut Pferdeanhänger zur mobilen Bar aus

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Die Corona-Krise hat vielen Menschen viel Kreativität abverlangt, denn Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Rainer Groeber hat mit viel Aufwand den WunderBar-Trailer gebaut.

Bad Vilbel – Rainer Groeber ist sichtlich entspannt, denn endlich darf er in Bad Vilbel wieder sein Lieblings-Eiscafé besuchen. Das Marco Polo in der Frankfurter Straße besuche er schon seit Jahren, so der Eventveranstalter, denn er habe jahrelang direkt um die Ecke gewohnt. »Mittlerweile bin ich nach Niddatal umgezogen. Aber ich bin im Vorstand des Vereins Stadtmarketing hier in Bad Vilbel weiter aktiv und an allen größeren Fest-Planungen beteiligt. Wenn sie den stattfinden können«, erzählt Groeber.

Der Wetterauer ist die Hälfte des Jahres als Eventveranstalter auf Kreuzfahrtschiffen rund um den Globus unterwegs. »Seit 2016 bin ich in der ARD-Dokumentation ›Verrückt nach Meer‹ zu sehen«, erzählt Groeber. »Es ist nicht immer ganz einfach, an der Organisation hier in Bad Vilbel mitzuwirken, wenn man gerade irgendwo auf dem Ozean ist«, sagt er und lacht. Das funktioniere aber meistens gut, schon seit 2006 ist Groeber im Vorstand des Stadtmarketing-Vereins.

Wetterau: Umgebauter Pferdeanhänger ist „Unikat“

Doch hat auch er wie so viele andere Menschen erleben müssen, wie heftig die Pandemie bestimmte Branchen treffen kann. »Ich war natürlich während der Pandemie die ganze Zeit zuhause und irgendwann fällt einem dann die Decke auf den Kopf«, berichtet Groeber. »Also kam ich auf die Idee, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Ich wollte für künftige Veranstaltungsabsagen gerüstet sein.« Eine flexible, fahrbare Party muss her, dachte sich Groeber im vergangenen Jahr und setzte sich an das Reißbrett. »Ich wollte das Ganze gleich richtig machen. Ich habe zwei alte Pferdeanhänger der englischen Firma Rice gekauft.« Einer davon sei 40 Jahre alt, der andere 50. »Zehn Monate lang habe ich den einen der beiden Wägen mit den Teilen des anderen und auch mit vielen neuen Teilen restauriert.« Das Ergebnis: Eine mobile Bar und noch viel mehr. »Der Wagen ist komplett autark. Er hat einen Wassertank, Kühlmöglichkeiten, eine Kaffeemaschine«, zählt Groeber auf. Außen gebe es aufklappbare Sonnenschirme, dazu kommen noch Anschlüsse für Audio, Video und Lichtanlagen. »Sogar eine alte Jukebox hat er eingebaut. Diese ist mit Musik bestückbar und kann je nach Einsatzort und Art der Party mitgebracht werden.

Fast ein Jahr hat der Umbau der beiden alten Pferdeanhänger gedauert. 50 000 Euro hat Groeber investiert: »Das Ganze ist ein Unikat und ich werde den Anhänger langfristig betreiben. Das ist also nicht nur für die Pandemie gewesen.« Dennoch sei er nun zukünftig deutlich flexibler, sollte die Pandemie weiterhin langfristig sämtliche anderen Arbeitsmöglichkeiten verhindern.

Wetterau: 50000 Euro und 2000 Stunden stecken in WunderBar-Trailer

Zudem habe das Bauen des Vehikels für viel Abwechslung während der Pandemie-Tage gesorgt: »Ich bin nicht der Handwerker vor dem Herrn, aber mein Sohn ist Schlossermeister und hat sehr viel geholfen. Mein Bruder ist mittlerweile in Rente und war auch dabei und meine Tochter hat sich um Design und Dekoration gekümmert«, erzählt der Eventmanager. »Das war wie eine Art Therapie, sich einfach mal auf etwas anderes konzentrieren zu können.« Anfang Juni konnte Rainer Groeber in Niddatal, wo der Trailer derzeit steht, sogar eine kleine Eröffnungsparty veranstalten, der Aufwand hat sich gelohnt. »Ich schätze, wir haben alle insgesamt 2000 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt, aber das war eine schöne generationsübergreifende Arbeit«, so Groeber.

Weitere Infos zum Trailer gibt es unter http://www.wunderbar-trailer.de/. Groeber hat auf der Webseite auch den Bauprozess dokumentiert.

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