Am Montagvormittag fährt der Vilbus noch nach Plan. Ob das mittelfristig so bleibt, ist nicht sicher. Die Betreiberfirma Viabus ist insolvent.
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Am Montagvormittag fährt der Vilbus noch nach Plan. Ob das mittelfristig so bleibt, ist nicht sicher. Die Betreiberfirma Viabus ist insolvent.

Vilbus: Zukunft ungewiss

Viabus-Pleite: Wie geht es mit Vilbus in Bad Vilbel weiter?

Auf die Fahrgäste des Vilbeler Stadtbusses kommen unruhige Zeiten zu. Die Firma Viabus, die fünf innerstädtischen Linien bedient, hat Insolvenz angemeldet. Die Zukunft des Vilbusses ist offen.

Als wäre es ein ganz gewöhnlicher Montagmorgen steuert der gelbe Linienbus durch den Biwer-Kreisel in Richtung Heilsberg. Dabei war der gestrige Start in die Woche alles andere als normal - und dass die Linie 60 ihre Tour wie an jedem anderen Tag befuhr bei weitem nicht selbstverständlich. Denn seit Donnerstag läuft gegen das Busunternehmen Viabus aus Speyer, das in Bad Vilbel den Vilbus genannten Stadtbus betreibt, ein Insolvenzverfahren.

Insgesamt fünf Linien im Stadtgebiet bedient Viabus mit seinen Fahrzeugen. Noch acht Jahre läuft der Vertrag zwischen den Stadtwerken und der Tochterfirma des seit Mai ebenfalls zahlungsunfähigen britischen Konzerns Metropolitan European Transports (MET). Dass der Vertrag erfüllt wird, scheint dieser Tage fraglich. Die Zukunft des Vilbusses ist durch die Pleite ungewiss.

Am Wochenende rollte der Busverkehr dem Vernehmen nach wie gewohnt. In einer Mitteilung hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Nils Meißner zuvor als Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb "möglichst reibungslos zu stabilisieren und weiterzuführen". Was das für die Fahrgäste genau bedeutet, blieb offen. Für ein Gespräch war Meißner gestern nicht zu erreichen.

Schlimmstes verhindern

Eröffnet wurde das Insolvenzverfahren vom Amtsgericht Essen, wo die Viabus-Mutter MET ihren Sitz hat. Meißner wolle in den "kommenden Tagen und Wochen" Gespräche mit den Auftraggebern und Kunden führen. Er werde "unverzüglich sämtliche Fortführungsoptionen mit den Vertragspartnern prüfen". Die Löhne der Mitarbeiter - darunter auch jene der Busfahrer - seien bis Ende November durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Kontakt zu den Stadtwerken hat Meißner nach Angaben der Kommune bereits aufgenommen. Mit Aussagen zur Krisensituation rund um den Vilbus hielt man sich gestern dennoch zurück. "Nach geltendem Insolvenzrecht ist der Betrieb aller Voraussicht nach für die nächsten drei Monate gesichert", hieß es vonseiten der Stadtwerke. Eine Garantie, dass es kurzfristig nicht zu Ausfällen auf den innerstädtischen Routen kommt, wollte Rüdiger Milke, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, aber nicht geben. "Wir ziehen alle Register, um ein solches Worst-Case-Szenario zu vermeiden", sagte er. "Der Vilbus wird weiterfahren. Wir hoffen, dass es nicht zu Ausfällen kommt. Das ist das Ziel." Zu weiteren - auch zeitlichen - Prognosen ließ Milke sich angesichts des laufenden Verfahrens nicht hinreißen. Seit Freitag sei er dauerhaft mit der Causa Viabus beschäftigt, führe Gespräche mit Insolvenzverwalter, Firma selbst und Fahrern. Milke: "Es ist eine schwierige Situation."

2017 bekam Viabus bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für den Vilbus-Betrieb. Teils unter anderem Namen arbeiten die Stadt Bad Vilbel und der Busbetreiber schon seit 2010 zusammen. Viabus ist auch in Aschaffenburg, Mannheim sowie Frankenthal aktiv und zog sich erst Ende 2018 aus dem Stadtbusbetriebs des benachbarten Nidderau zurück. Das Busunternehmen stand in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik. Einerseits wegen mutmaßlicher Dumping-Preise in den Vergabeverfahren. Andererseits beklagten Fahrgäste in anderen Kommunen ortsunkundige Fahrer und schmutzige Busse.

Busse in Bad Vilbel: Mehrere Lösungen denkbar

"Rein betrieblich ist von Mai bis jetzt alles einwandfrei gelaufen", sagte Milke nun auf die Frage hin, ob die Stadtwerke das Viabus-Unglück hätten kommen sehen. Über die Insolvenz des Mutterkonzerns MET sei man natürlich informiert gewesen, so der kaufmännische Leiter. Konkrete Handlungsnotwendigkeit habe aber nicht bestanden. Viabus habe sich an alle Zusagen gehalten. Notfallpläne hinter dem Rücken des Vertragspartners zu schmieden, hätte demnach im Zweifel rechtliche Konsequenzen gehabt.

Jetzt bleibe abzuwarten, ob Viabus die Erwartungshaltung, den Busbetrieb "verlässlich sichern" zu können, erfüllen könne. Erst wenn es eindeutige Signale des Insolvenzverwalters gebe, könne man sich äußern.

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