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Fünf Wochen Vorbereitung

Bad Vilbeler Theatersommer: Die Vorfreude ist riesig

  • vonPatrick Eickhoff
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In sechs Tagen startet der Theatersommer in der Bad Vilbeler Wasserburg. Trotz der vielen Corona-Regeln versprechen die Verantwortlichen aber »typische Burg-Sommernächte«.

Es ist wieder Leben in der Burg! Während von der Technik bis zum Bühnenbild die Vorbereitungen auf die Bad Vilbeler »Burgfestspiele-Light« in vollem Gange sind, nehmen sich die beiden Regisseure des diesjährigen Theatersommers, Christian H. Voss (rechts) und Ulrich Cyran (links), einen Moment für sich. »Es hängt fast die gleiche Technik wie sonst auch«, sagt Voss, der Ladies Night inszeniert. »Morgen und übermorgen Nacht haben wir Lichtprobe«, sagt Cyran, während er auf das Bühnenbild von Mondlicht und Magnolien zeigt.

Beide Regisseure haben in kürzester Zeit ihre Stücke auf die Beine gestellt. In fünf Wochen vom nicht fertigen Manuskript bis auf die Bühne. »Ich versuche den Stress nicht an mich rankommen zu lassen«, sagt Cyran. »Ich bekomme mit Sicherheit ein paar graue Haare mehr als sonst, bei Ulrich geht das ja nicht mehr«, ergänzt Voss und lacht. Die Stimmung ist ausgelassen. Die Vorfreude förmlich spürbar. Cyran hat dafür eine einfache Erklärung: »Wir sind einfach froh, dass wir unser Leidenschaft wieder nachgehen können. Die Zeit war ganz schön trostlos.«

Bad Vilbeler Theaterommer: Öffnungszeit und Gastronomie bleiben gleich

Doch ganz so einfach war es nicht, wie Intendant Claus-Günther Kunzmann erläutert. »Im Grunde genommen mussten wir die Burg komplett neu erfinden.« Natürlich gebe es ein allumfassendes Hygienekonzept. »Das haben wir alles in sehr kurzer Zeit auf die Beine gestellt. Für mich ist es wichtig, dass wir das Flair und Ambiente des schönen Sommerabends in der Burg aufrechterhalten.« Die Öffnungszeit bleibt gleich, die Gastronomie ebenfalls.

So richtig damit gerechnet hatte der Intendant nicht mehr. »Für unter 100 Personen hätte das keinen Sinn gemacht.« Als Kunzmann mit Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) vor rund fünf Wochen die Hessentagsfahne in der Staatskanzlei zurückgab, erfuhr er von der Möglichkeit, Veranstaltungen für bis zu 250 Personen stattfinden zu lassen. Die Idee des Theatersommers war geboren. »Das Gute ist, dass wir ein Bühnenbild schon in der Schublade hatten. Anders wäre das zu knapp geworden.« Kostüm- und Bühnenbildnerin Dorothea Mines hat dennoch alle Hände voll zu tun. »Wir haben kurz darüber gesprochen, und dann ging die Arbeit los.« Außerdem seien die Ensembles komplett nur für ein Stück zuständig. »Niemand wird mehr abgezogen, um noch für ein anderes Stück zu proben. Das hilft. Die Zeit brauchen die Schauspieler aber auch.«

Bad Vilbeler Theaterommer: Publikum soll mehr Lärm machen

Das können die beiden Regisseure bestätigen. Denn für die Schauspieler gelten während der Inszenierung die Abstandsregeln genau so wie für das Publikum. »Natürlich muss man hin und wieder improvisieren. Aber das sorgt auch für Kreativität«, sagt Ulrich Cyan. In seiner Inszenierung der Komödie Mondlicht und Magnolien wird eine Backpfeife durch einen Schlag mit einem Tuch ersetzt.« Das mit dem Abstand sei einfach Gewöhnungssache. Voss nickt. »Es dauert etwas, aber wenn man es drin hat, dann geht es.«

Intendant Kunzmann verspricht einen Theatersommer, bei dem alles auf einem »normalen Level« sei, außer eben die Zuschaueranzahl. Nur rund 200 Gäste anstatt 700 werden im corona-konformen Abstand in der Wasserburg Platz finden. Die beiden Regisseure sind sich jedoch schon einig, wie das am besten aufgefangen werden kann. »Die, die da sitzen, müssen mehr Lärm machen.«

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