Authentische Aufnahmesituation: Simon Conrads hat seine Songs in seinem WG-Zimmer in Marburg und in seinem Kinderzimmer in Gronau aufgenommen. 	FOTOS: PRIVAT
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Authentische Aufnahmesituation: Simon Conrads hat seine Songs in seinem WG-Zimmer in Marburg und in seinem Kinderzimmer in Gronau aufgenommen. FOTOS: PRIVAT

Kurzalben veröffentlicht

Bad Vilbeler Simon Conrads nutzt Lockdown für Musikprojekt

  • vonPatrick Eickhoff
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Simon Conrads aus Gronau hat unter dem Namen Fruit Junior zwölf Songs veröffentlicht. Jetzt hat der 23-Jährige mit seinem Bruder ein Musikvideo gedreht und träumt von einer Musikbusiness-Karriere.

Ein Leben ohne Musik kann sich Simon Conrads nicht mehr vorstellen. Der 23-Jährige ist seit rund 13 Jahren der Leidenschaft verfallen. »Da haben mich meine Eltern zum Keyboard-Unterricht geschickt«, sagt er. »Das hat mir aber nicht gefallen. Ich habe immer geheult.« Heute lacht der Gronauer, wenn er an diese Zeit denkt. »Ich bin dann zur Gitarre gewechselt und dabei auch bis heute geblieben.«

Gemeinsam mit Freunden gründete er später die Band »Grey Fries«, spielte kleine Konzerte in ganz Deutschland. »Es war kein Riesenpublikum, aber es hat definitiv Spaß gemacht«, sagt er. Meist seien es um die 100 gewesen. »Das größte Konzert war vermutlich das bekannte ›Karben Open-Air‹.«

Dann zieht es Conrads nach Marburg - zum Studieren. Die Band löst sich auf. Die Leidenschaft bleibt. Er macht seinen Bachelor-Abschluss »Kunst, Musik, Medien« und bleibt der Musik treu. »Ich habe immer viel in meinem Zimmer aufgenommen.« Glück hat er dabei in seiner Wohngemeinschaft. Gleich zwei seiner vier Mitbewohner spielen ebenfalls in Bands. »Da gab es keine Probleme. Einer war manchmal so laut, dass ich nicht aufnehmen konnte«, sagt er und lacht.

Proben im WG-Zimmer

Aus den anfänglichen Proben im WG-Zimmer wird eine Idee. Conrads bringt sich einige Homerecording-Techniken bei und nimmt erste eigene Songs auf. »Mit dem Einsteiger-Aufnahmeprogramm Garage-Band habe ich meine Song-Skizzen in meinem WG-Zimmer in Marburg festgehalten und nach und nach ganze Kompositionen daraus gebaut.« Diese sind Kombinationen aus Schlagzeug, Klavier und Synthesizern. Manche Gitarren- und Gesangsspuren sind dabei auch in seinem Kinderzimmer in Gronau entstanden.

Insgesamt sind so innerhalb der vergangenen sechs Monate zwölf Songs entstanden. »Ich finde die Größe von sechs Songs pro EP sehr schön. Das tut keinem weh. Zeitlich gesehen sind die 20 Minuten zum Hören super angenehm.« Die aufgenommene Musik zeigt er anschließend seinen Freunden und seiner Familie. »Das Feedback war sehr positiv.«

Deshalb hat sich der 23-Jährige entschlossen, seine Songs zu veröffentlichen. Bei Spotify hat er mittlerweile seine beiden Kurzalben mit den Titeln »Guy on a Couch With a Notebook« und »Most of This Is Happening Somewhere Else« veröffentlicht.

Hommage an die Eltern

Sein Künstlername ist »Fruit Junior«. Doch mit der Liebe zu Früchten hat das nichts zu tun. »Eine Ex-Freundin meines Bruders hat mal aus den Namen unserer Eltern Franz und Ruth, die Kombination Fruth gemacht«, sagt er und lacht. »Es ist also eine Hommage, die aber keiner versteht.«

Inspirieren lässt sich der junge Musiker von Künstlern wie Kevin Morby und der britischen Band Palace. »Die sind nicht allzu bekannt«, sagt er. Er bezeichnet seine Musik als »Lo-Fi-Folk« zwischen »Folk und Indie-Rock«. Besonders stolz ist der 23-Jährige darauf, dass er mit seinem Bruder Alexander Conrads, der an der Kölner Filmhochschule studiert, ein Musikvideo zum Song »So Stupid« gedreht und bereits auf Youtube veröffentlich hat. »Eine schöne Erfahrung.«

Praktikum bei »laut.de«

Momentan ist Simon Conrads in Konstanz. Der 23-Jährige absolviert ein Praktikum bei »laut.de« und schreibt Rezensionen. »Ich mache nicht nur gerne Musik, ich höre sie auch gerne und schreibe darüber«, sagt er. Ab September wird er an der Popakademie in Mannheim »Musikbusiness« studieren. »Ich bin froh, dass ich mich in dem Auswahlverfahren mit mehreren Tests durchgesetzt habe.« Conrads findet den Vermarktungsaspekt spannend. »Ich habe mal einen Freund vermarktet und ihn ins Radio gebracht. Deshalb möchte ich in diese Richtung studieren.«

Die Musik wird er dennoch nicht aufgeben. »Die werde ich immer weitermachen.« Das Ziel sei wieder eine Band zu gründen und gemeinsam aufzutreten. »Die eigenen Songs vor Publikum zu präsentieren, das ist und bleibt das Schönste, was es gibt.«

Das Musikvideo zu »So stupid« von Simon Conrads ist unter https://bit.ly/3fbZk5a zu sehen. Bei Instagram nennt sich der 23-Jährige Gronauer »fruitjunior«. Auf Facebook ist er unter dem Link www.facebook.com/ Fruit-Junior-105644984559507/ zu finden. wpa

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