Erika Eichler aus dem Wohnbereich Wetterau des Alloheims in Dortelweil freut sich über das Geschenk.

Wunschbaum-Aktion

Bad Vilbeler Senioren bekommen ganz besondere Geschenke

Das Seniorenbüro hat vielen Bad Vilbeler Senioren mit der Wunschbaum-Aktion eine Freude bereitet. 102 Wünsche und damit auch liebevoll verpackte Geschenke sind zusammengekommen.

Einsamkeit kann sehr belastend sein - und das nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie. »Im Alter ist Einsamkeit leider keine Seltenheit mehr«, bedauert Sandra Schneider vom Seniorenbüro der Stadt Bad Vilbel. Genau jenen, die alleine und eventuell noch mit einer minimalen Rente durch die Adventszeit gehen müssen, wollte das Seniorenbüro zu Weihnachten eine kleine Freude machen. Deshalb haben Schneider und Lidia Burhard die Wunschbaum-Aktion ins Leben gerufen. Herausgekommen sind liebevolle Geschenke, neue Freundschaften und Tränen bei allen Beteiligten.

An den Anfang der Aktion können sich Schneider und Burhard noch genau erinnern. Das Seniorenbüro musste sich aufgrund der Pandemie neu ordnen. »Kein Sommerfest, kein Hessentag, keine städtische Seniorenfahrt«, sagt Schneider. Schnell kam die Idee eines Wunschbaums auf. »Wir fanden es besonders während Corona eine schöne Idee, sich solidarisch zu zeigen und füreinander da zu sein.«

Bad Vilbeler Wunschbaum-Aktion: Großer Ansturm auf den Baum

Einfach, aber genial. Schneider und Burhard nahmen Kontakt zu den Altenheimen in Dortelweil und auf dem Heilsberg sowie zu ambulanten Pflegediensten auf. Dort konnten die Senioren ihre Wünsche auf einen Zettel schreiben. Die beiden haben sie dann anonymisiert abgeschrieben. Dabei sind auch mal Tränen geflossen, wie sie zugeben. »Eine ältere Dame hat sich gewünscht, dass ihre schwere Krankheit nicht wiederkommt. Andere einen Brieffreund, oder einfach mal jemand zum Reden. Da mussten wir schon schlucken«, sagt Schneider.

Als sich die beiden wieder gefangen hatten und alle Wünsche übertragen waren, stellten sie sich in die Neue Mitte. »Unser Plan war es, die Wünsche am Eiscafé in den Baum zu hängen. Wir wollten von 14 Uhr bis abends dort sein«, sagt Burhard. Doch was die beiden dort erlebten, machte sie sprachlos. »Ich muss sagen, ich finde es immer noch unglaublich toll, was wir erleben durften.« Denn als die ersten Wünsche eine halbe Stunde vor Beginn hingen, waren bereits die ersten Interessenten da. »Es hat vielleicht eine Stunde gedauert und alle Wünsche waren vergriffen. Damit haben wir gar nicht gerechnet«, freut sich Burhard.

Bad Vilbeler Wunschbaum-Aktion: Zweitklässlerin erfüllt Wunsch

Eine Geschichte ist Sandra Schneider besonders im Gedächtnis geblieben. »Zweitklässlerin Leonie«, sagt sie. »Sie kam und hat uns ganz stolz erzählt, sie dürfte einen Wunsch erfüllen, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigt hat. Sie hat sich ganz viel Zeit genommen und dann einen ausgesucht. Das war eine so schöne Geschichte.« Generell sei die Rückmeldung groß gewesen. »Es gab viele, die nach mehr Wünschen gefragt haben. Ich finde es toll, wie viele Bad Vilbeler, aber auch Menschen aus dem Umland, anderen gerne eine kleine Freude machen wollten.«

102 liebevoll verpackte Geschenke sind zusammengekommen. Diese wurden dann in den Altenheimen und beim Pflegedienst abgegeben. »An vielen waren kleine Karten dran mit besonderen Grüßen oder sogar der Adresse, um in Kontakt zu bleiben«, sagt Burhard. Denn eigentlich läuft die Wunschbaum-Aktion anonym ab. »Wir hätten uns gefreut, wenn nicht nur Senioren aus den Altenheimen oder über ihren Pflegedienst teilgenommen hätten. Wir können nur sagen, es ist alles anonym. Niemand braucht Angst zu haben, dass seine Daten veröffentlicht werden.«

Bad Vilbeler Wunschbaum-Aktion: 102 liebevoll verpackte Geschenke

Dass es am Ende 102 Wünsche beziehungsweise Geschenke wurden, damit haben Sandra Schneider und Lidia Burhard nicht gerechnet. »Ich habe mit 50 gerechnet und sie mit deutlich weniger«, sagt Burhard und lacht. Die Wünsche waren breit gefächert. Vom Handtuch übers Kuscheltier bis hin zum Traumfänger. »Leider konnten wir sie aufgrund der aktuellen Situation nicht persönlich übergeben«, bedauert Schneider. »Das holen wir aber im kommenden Jahr nach.« Dann soll die Aktion wiederholt werden. »Wir hoffen, dann wieder bei vielen Älteren für strahlende Augen zu sorgen.«

Die Tätigkeiten des Seniorenbüros sind aufgrund der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Deshalb haben sich Sandra Schneider und Lidia Burhard etwas einfallen lassen: Einen Newsletter. Darin sind Vorlesegeschichten der Stadbücherei, ein Quiz oder auch Gedichte enthalten. Wer Interesse hat, meldet sich unter 0 61 01/60 23 14 oder 0 61 01/60 23 16. Weitere Infos gibt es online unter bad-vilbel.de/de/soziales/ seniorenbuero. wpa

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