Auf dem Vilbeler Markt hat’s gefunkt

  • vonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel (cf). »Liebe besteht nicht nur darin, dass man einander ansieht, sondern, dass man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt.« Dieser Spruch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry trifft auf Doris und Karl-Heinz Petter zu. Die Eheleute feiern heute, am 27. Februar, ihre diamantene Hochzeit.

Kennengelernt hat sich das Paar 1958 auf dem Bad Vilbeler Markt. Dort trafen sich die gebürtige Groß-Kärberin Doris Kiefl und der Vilbeler mit Massenheimer Wurzeln erstmals beim Tanzen im Festzelt. Schnell funkte es zwischen der Weißzeugnäherin und dem Maschinenschlosser. Bereits sieben Monate später, am 23. März 1959, wurde Verlobung gefeiert. Und ein knappes Jahr später am 27. Februar 1960 gab sich das Paar das Jawort. Erst im Standesamt von Massenheim vor Bürgermeister Hans Peters und dann in der Auferstehungskirche vor Pfarrer Rudolf Trey.

Haus gebaut und Hunde gezüchtet

Schon bald kam mit den Töchtern Heidrun (59), Cornelia (58) und Ute (51) Freude und Leben ins Haus in der Massenheimer Hainstraße. Doris Petter kümmerte sich um den Haushalt, die Erziehung ihrer drei Mädels und die Versorgung der Schäferhunde aus der Zucht ihres Mannes. Nebenbei verdiente sie sich Geld durch das Putzen dazu.

Der Diamantbräutigam wuchs mit vielen Tieren auf. Und so gehörten zum Haushalt der jungen Familie auch immer Tiere. Karl-Heinz Petter wechselte nach seiner Lehre in einer Nieder-Erlenbacher Werkstatt zu einer Motorradwerkstatt mit Dreherei nach Ober-Erlenbach. Danach arbeitete er bei einem weltweit tätigen Betrieb in Frankfurt, um dann ab Mitte 1960 bis zu seinem Renteneintritt mit 59 Jahren bei der Deutschen Bundesbahn zu arbeiten. Nach Feierabend besserte er das Haushaltsbudget mit Nebenjobs auf.

»Unser Leben war Arbeit und ein ständiger Kampf«, sagen die 80-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Ehemann rückblickend. Seit 1979 leben sie in ihrem Haus An der Pfingstweide. Gebaut haben sie es sonntags in Eigenhilfe, unterstützt durch seine Kollegen. »Wir haben das Fundament mit Spaten ausgegraben. Die meiste Erde lag bereits am oberen Rand des Kellers als ein Wolkenbruch kam und alles wieder in die Grube zurückfloss«, erinnert sich Doris Petter. »Da hat es mir schon gereicht und ich hätte am liebsten aufgehört«, stimmt ihr der Diamantbräutigam zu.

Einziger Urlaub in Portugal

Doch die beiden hielten durch, meisterten alle Herausforderungen und konnten 1979 ins schmucke Eigenheim einziehen. »Ich habe hier meinen 40. Geburtstag gefeiert«, erinnert sich die Diamantbraut.

Beide lieben das Arbeiten in ihrem Garten. Das übernimmt heute einer ihrer Schwiegersöhne für sie. Das Hobby von Karl-Heinz Petter war die Zucht und Ausbildung von Schäfer- zu Schutzhunden. Mit seinen treuen Vierbeinern wie Dagon von der Wolfskante oder Kim vom Bornberg war er auf Landes- und Bundesebene erfolgreich. Stolz berichtet der Ruheständler von seinen Hunden, ihren Erfolgen und den vielen Erlebnissen. Auch ihr erster und bisher einziger Urlaub hat mit einem ihrer Vierbeiner zu tun. Sie begleiteten Kim zu seinem neuen Besitzer ans Meer nach Portugal.

Gefeiert wird die Diamanthochzeit im Kreise der Familie. Es gratulieren die drei Töchter, eine Enkelin und drei Enkel mit ihren Partnern, zwei Urenkel und eine Urenkelin.

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