Gehen gemeinsam mit dem neuen "Felwila"-Bier an den Start (v. l.): Sebastian Smieja, Kevin Stelz, Bernd Kaffenberger und Christian Depré.	FOTO: NIKLAS MAG
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Gehen gemeinsam mit dem neuen »Felwila«-Bier an den Start (v. l.): Sebastian Smieja, Kevin Stelz, Bernd Kaffenberger und Christian Depré. FOTO: NIKLAS MAG

„Felwila“

Bad Vilbel: Das steckt hinter dem Namen der neuen Bier-Marke „Felwila“

  • vonNiklas Mag
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Bad Vilbel hat ab sofort sein eigenes Bier. Dieses wird nicht nur vor Ort gebraut, sondern trägt auch verschiedene Namen, die eine Bedeutung für die Quellenstadt haben.

  • Ein Jahr lang dauerten die Planungen, nun können die Jungs von „Felwila“ ihr erstes Bier präsentieren.
  • Der Name des Bieres und seinen Editionen ist eng mit der Geschichte Bad Vilbels verbunden.
  • Die Philosophie hinter der neuen Marke sei es, ein Bier in Bad Vilbel für Vilbeler herzustellen.

Bad Vilbel - Ursprünglich befand sich in dem gefliesten Raum in Bernd Kaffenbergers Getränkemarkt in der Friedberger Straße einmal der Kühlraum für die Fleischtheke. Jetzt stehen glänzende Kessel darin, die vor sich hin blubbern. „Gärda“ und „Gärry“ heißen die beiden Kessel, die vor rund einer Woche die Rohmaterialien für das „Felwila“-Bier beinhalteten und deren fertige Produkte am Dienstag an den Start gingen.

Bad Vilbel: Ein Jahr Planung für „Felwila“-Bier

»Wir haben vergangenes Jahr mit der Planung begonnen und sind froh, dass wir bald das erste Bier präsentieren können«, freut sich Bernd Kaffenberger umgeben von Kevin Seitz, Sebastian Smieja und Christian Depré. Sven Pfeiffer heißt der Fünfte im Bunde. »Wir hatten eigentlich gehofft, zum Vilbeler Weihnachtsmarkt fertig zu werden, aber das ist in diesem Jahr ja alles etwas anders gekommen.«

Die fünf hätten eine Weile nach passenden Kesseln für den Raum gesucht und sind schließlich bei der Firma Brewik fündig geworden. In Slowenien seien diese geschweißt worden, die Logistik habe sich wegen der weltweiten Corona-Pandemie als schwierig herausgestellt, doch letztlich habe alles gut funktioniert.

Die ersten zwei Sude konnten die fünf Männer bereits vor einigen Wochen testen und waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. »Pro Sud bekommen wir zwischen 500 und 600 Liter Kaltwürze«, weiß Braumeister Christian Depré. Er hat schon in verschiedenen Firmen ähnliche Projekte auf die Beine gestellt und kann dem Vilbeler Bier ausgezeichnete Werte bescheinigen. »Das lief hier wirklich einwandfrei.«

„Felwila“-Bier: Identität Bad Vilbels wiedergeben

Natürlich ist der Inhalt der Flasche das wichtigste, doch soll das in Bad Vilbel gebraute Bier auch die Identität der Quellenstadt wiedergeben. Sebastian Smieja ist Marketingfachmann und hat sich mit seiner Agentur Burnthebunny um das Erscheinungsbild der Bierflaschen und der Marke gekümmert. Der Name „Felwila“ geht auf den ersten bekannten Namen für Bad Vilbel zurück. Erstmals erwähnt wurde die Stadt im Jahre 774. Das ist auch der Name für die »Helle Freude«, das helle Bier der neuen Felwila-Marke. »Dazukommen noch ein Weizenbier und ein Dunkles«, erzählt Smieja.

Und auch hier hat er mit seiner Agentur historische Fakten gewälzt, um möglichst eingängige und auf die Quellenstadt bezogene Namen zu finden. So sind auch das Weizenbier und das Dunkle jeweils nach einer historischen Vilbeler Begebenheit und der zugehörigen Jahreszahl benannt: »1619 stand wegen eines Erdbebens die Nidda still«, weiß Sebastian Smieja. Einige Tage Auszeit für die Vilbeler Mühle waren damals die Folge, weshalb das Weizenbier eben jene Jahreszahl als Namen trägt. »Goldene Auszeit« heißt das Weizen-Felwila deshalb nicht ganz ohne Grund. Doch auch in die düstere Seite der Vilbeler Geschichte hat Smieja geschaut, um eine Aossziazion für das dunkle Bier zu finden: »Die ›Dunkle Seele‹ 1372. Denn dieses Jahr wird als Geburtsdatum von Raubritter Bechtram angesehen.«

Bad Vilbel: Editionsbiere von „Felwila“ zu besonderen Daten

In Zukunft sollen immer wieder Editionsbiere erscheinen, die zu einem bestimmten Anlass für kurze Zeit erhältlich sind. Dazu gehört beispielsweise der »Halunkenschluck« zum Jahrestag von Ritter Bechtrams Hinrichtung. »Diese Editionsbiere werden immer mit Illustrationen von Künstlern aus Bad Vilbel oder der Umgebung versehen«, erklärt Smieja.

Bernd Kaffenberger und seine Geschäftspartner haben sich bewusst dagegen entschieden, ein eher teures Craftbier zu produzieren. Gute Trinkbiere sollen die Felwila-Biere werden: »Es werden gute Biere für die Menschen von hier. Nichts abgehobenes, sondern Bier, von dem man sich mal einen Kasten zu Hause hinstellen kann.« Mit knapp 1600 Halbliterflaschen sind die fünf Geschäftspartner in den Verkauf gestartet.

Felwila ist in Bernd Kaffenbergers Rewe-Getränkemarkt in der Friedberger Straße zu erhalten. Doch auch im Vilbeler Einzelhandel soll das Bier zukünftig vertreten sein. Zudem hätten sich schon einige Gastronomen angekündigt, die Felwila-Biere auf ihre Karte zu setzen, sobald die Corona-Pandemie die Bars und Restaurant wieder öffnen lässt, sagt Kaffenberger. (nma)

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