Die Gastronomen der Vilbeler Altstadt schlagen mit dem Altstadtgarten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe (v. l.): Alfred Di Rienzo, Jochen Lukarsch, Gian Carlo Pöschko Benites und Tim Wegge.
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Die Gastronomen der Vilbeler Altstadt schlagen mit dem Altstadtgarten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe (v. l.): Alfred Di Rienzo, Jochen Lukarsch, Gian Carlo Pöschko Benites und Tim Wegge.

Gastronomen mit Projekt

Bad Vilbeler Altstadt wird zum Biergarten

  • vonNiklas Mag
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Mit den Lockerungen der Gastronomie-Bestimmungen, haben sich die Bad Vilbeler Altstadt-Gastronomen zwei besondere Projekte ausgedacht, die auch nach der Krise noch Bestand haben sollen.

Der Bad Vilbeler Marktplatz öffnet sich auf einer Seite zur geschäftigen und viel befahrenen Frankfurter Straße, gegenüber ist der Platz vom historischen Brunnen- und Bädermuseum und dem Alten Rathaus begrenzt. Ein historischer Brunnen, einige grüne Bäume. Seit wenigen Tagen stehen zudem bunte Stühle, Tische und ein kleiner Foodtruck auf dem Areal und lassen den Platz plötzlich in völlig neuem Licht erstrahlen. »Der Gedanke hinter diesem Altstadtgarten ist, dass wir umliegende Gastronomen alle nur relativ wenig Platz haben und das ist während Corona natürlich problematisch«, berichtet Tim Wegge, der seit Langem die Bar Genusserie betreibt und mittlerweile mit dem »Genüsschen« direkt gegenüber des Marktplatzes ein Bistro eröffnet hat.

Gian Carlo Pöschko Benites vom Apfelkern und Kolibri, Metzgermeister Jochen Lukarsch und Alfred Di Rienzo vom Restaurantcafé Alte Mühle können ihm dabei nur zustimmen. Mükremin Karakus vom Pescador Memo ist der Fünfte im Bunde. Allesamt haben sie ihre Betriebe in Sichtweite des Marktplatzes, bei Wegge und Lukarsch reicht schon die Überquerung der Frankfurter Straße. »Das funktioniert im Prinzip wie in einem Biergarten, mit Selbstbedienung«, erklärt Wegge.

Bad Vilbeler Altstadt: Mit Liegestühlen in den Park

Vilbeler können sich aus den umliegenden Restaurants etwas holen und sich danach auf dem Marktplatz vor den historischen Gebäuden einen Tisch suchen. Wer nur eine kurze Pause machen möchte, kann das Angebot des kleinen Foodtrucks nutzen, der direkt auf dem Marktplatz steht und Eis, Kaffee und Limonade verkauft. »Die Resonanz war bisher umwerfend. Alle Leute und auch wir fragen uns: Warum haben wir das nicht viel früher gemacht?«, fügt Gian Carlo Pöschko Benites an.

Mit Speisen aus den umliegenden Restaurants oder Kleinigkeiten vom Foodtruck können sich Vilbeler ab sofort am Marktplatz niederlassen.

Die umliegenden Gastronomien haben so nicht nur die Möglichkeit größerer Außenflächen, sondern schließen mit der Bewirtung auf dem Marktplatz die Lücke zwischen ihren Läden. »Dieser Ort bildet eine wunderbare Ergänzung zur Neuen Mitte, mit einer anderen Atmosphäre«, meint Tim Wegge.

Bad Vilbeler Altstadt: Zusammenarbeit schon vor Corona

Die Vilbeler Gastronomen, speziell die in der Altstadt ansässigen, arbeiten nicht erst seit der Corona-Krise zusammen. Wegge, Lukarsch und Pöschko Benites hatten unter anderem einen gemeinsamen Foodtruck für die Frankfurter Straße organisiert, mehrfach den Bad Vilbeler »freiTag« auf dem Marktplatz oder auch den Weihnachtsmarkt im Hof des Apfelkern und Kolibri organisiert, der im vergangenen Dezember sehr gut besucht war. »Diese Vernetzung unter den Gastronomen und den Unternehmern in Bad Vilbel hat bei Corona viel geholfen. Jochen Lukarsch hat unsere Produkte in seine Regale gestellt und wie sehr Bernd Kaffenberger geholfen hat, ist ja auch bekannt«, sagt Tim Wegge (diese Zeitung berichtete).

Der Vernetzung der Gastronomen ist auch das Altstadt-Picknick entsprungen, das die Schaffung des Altstadtgartens begleitet. »Wer sich gerne in einen Vilbeler Park setzen möchte, erhält in unseren Läden Liegestühle, eine Kiste, die zum Tisch umfunktioniert werden kann und natürlich Speisen und Getränke. Damit kann man sich dann in Kur- oder Burgpark oder auf die Streuobstwiesen begeben«, schildert Lukarsch. Die Liegestühle und Kisten seien von Hassia gespendet worden. Somit erweitert sich der Altstadtgarten sogar noch auf die umliegenden Wiesen.

Bad Vilbeler Altstadt: Gastronomen hoffen auf starken Sommer 

Die Altstadt-Gastronomen hoffen nun auf einen starken Sommer, um die Verluste der vergangenen Monate zumindest etwas ausgleichen zu können. Mit dem Altstadtgarten auf dem Marktplatz dürfte ihnen aber völlig unabhängig von Corona ein großer Coup gelungen sein, denn dieser historische Platz wird nun wieder richtig belebt.

»Wir wollen uns an dieser Stelle unbedingt bei der Stadt Bad Vilbel bedanken«, sagen die Altstadt-Gastronomen. »Die Stadt hat uns während der Schließungszeit toll unterstützt und war auch bei der Einrichtung des Altstadtgartens sehr entgegenkommend«. Sie hätten gemerkt, dass der Stadt Bad Vilbel viel daran liege, dass ihre Gastronomiebetriebe auch in Zukunft noch bestehen.

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