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Ernst Busemann ist stolz auf das große Angebot des Akzente-Buchladens. Nun soll ein zweiter Laden in Nidderau entstehen. Mit den Einnahmen sollen Operationen in Afrika bezahlt werden. Foto: Weitzel Imedio

Akzente-Verein

Bad Vilbeler Akzente-Verein plant zweiten Buchladen

Ernst Busemann will auch in Nidderau einen Buchladen feröffnen, um Geld für Operationen in Afrika zu sammeln. Bislang fehlen jedoch Räume.

Seit zwei Jahren, sagt Busemann, beobachte er die Presse, um eine weitere Möglichkeit zu finden, Menschen, die in Afrika am Grauen Star erblindet sind, eine Operation zu bezahlen. Dann wirft er das Stichwort Christoffel Blinden Mission, kurz CBM, in den Raum.

Seine Sätze sind prägnant, voller Leidenschaft für die Sache. Doch sachlich folgen kann man ihm nur schwer, denn er springt thematisch zwischen Erlebnis und Information. Diejenigen, die sich um ihn versammelt haben, hören zu, schweigen, lassen das Gehörte sacken. Ab und zu stellt jemand eine Zwischenfrage. "30 Euro wendet der Akzente-Verein auf, um eine Operation für einen am Grauen Star erblindeten Erwachsenen in Afrika zu zahlen. Die Operation eines Kindes kostet 130 Euro.

Geeigneter Raum gesucht

In Deutschland kostet die gleiche Operation mindestens 1000 Euro", sagt Busemann. Die Abwicklung erfolge über die CBM in Bensheim. Resultierend daraus sei der Verein entstanden. Busemann erzählt leidenschaftlich von dieser Sache mit sozialem Hintergrund, die viel ehrenamtliches Engagement erfordert und einen geeigneten Raum in der Stadt. Nidderau sei das richtige Pflaster dafür. Und weil er diese Ansicht vertritt, hat er zunächst einen Brief an alle Sehenden in Nidderau geschrieben. Darin skizziert er die Idee und die Arbeit des Vereins und hofft auf Mitstreiter. Um für Spenden zu werben, erklärt Busemann, wurde in Bad Vilbel ein Buchladen gegründet. Gebrauchte und gespendete Bücher, CDs und DVDs werden von acht Ehrenamtlern verkauft.

Einen Buchladen möchte Busemann auch in Nidderau etablieren. Warum er diese Stadt gewählt hat, erklärt er mit wenigen Worten: "In Nidderau gibt es soziale Aktivitäten vieler Vereine, die Nidderauer Buchmesse, die große Erfolge feiert, gut funktionierende Büchereien der Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und die Erfolge der Bürgerstiftung."

Doch nicht nur die Etablierung des Buchladens, sondern auch Sprachkurse und Literatur-Seminare seien möglich. "Wir haben vor einigen Jahren noch 30 bis 40 Sprachkurse wöchentlich angeboten, darunter auch Japanisch und Chinesisch", sagt er.

Nach der bisherigen Spendensumme befragt, macht Busemann deutlich, dass 360 000 Euro an die staatliche Klinik in Kitwe nach Sambia weitergeleitet wurden. Da die Klinik nun finanziell und personell auf eigenen Füßen steht, fließen aktuell Spenden in eine Klinik nach Addis Abeba und an ein Kinderhospiz in Hermannstadt/Rumänien. "120 000 Menschen wurden bisher operiert. Ich habe weitere Städte im Visier", sagt Busemann und vermengt Fakten mit Möglichkeiten.

Keine Konkurrenz zueinander

Die meisten Spendengelder werden über Bücher akquiriert. Mit Büchern kennt sich Busemann aus. Seine Frau ist Buchhändlerin. Er selbst war Lehrer am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel und leitete dort 15 Jahre die Bibliothek. Am jeweiligen Standort, sagt der studierte Theologe, seien die Buchläden keine Konkurrenz zu Buchhandlungen.Schwerpunkt des modernen Antiquariats seien Kinder-und Jugendbücher: "Innerhalb von drei Monaten haben wir in Bad Vilbel 19 000 Euro akquiriert und seit der Gründung bisher 100 000 Taschenbücher verkauft."Die Öffnungszeiten, auch in Nidderau, würden von den ehrenamtlich Tätigen festgelegt. "Ich fand die Idee eines Buchladens gut. Der Marktplatz wäre der Wunschort gewesen, doch viele leerstehende Objekte sind nicht geeignet", sagt Erster Stadtrat Rainer Vogel (Bündnis 90/Die Grünen).

Aktuell gebe es keinen Raum.Vogel wies auf die Kleiderkammer in Eichen hin, die eine räumliche Veränderung anstrebe. Laut Busemann kann zur Gründung eines Vereins die genehmigte Satzung übernommen werden. Das Einrichtungsmobiliar eines Buchladens und eines Unterrichtsraumes für Sprachkurse wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter im Buchladen müssen nicht Mitglied im Verein sein.

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